Samstag, 28. August 2010

Andreas Izquierdo: Apocalypsia


Klappentext:

Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel einen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur die kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück. Doch als sich das letzte aller Geheimnisse offenbart, müssen die Engel erkennen, dass auch sie nicht alles wissen: Gott liegt im Sterben, und mit ihm die gesamte Schöpfung. Es sei denn, sein Platz wird neu besetzt …


Die Erkenntnis seiner Sterblichkeit ist ein Schock, das Versprechen vom ewigen Leben – eine Lüge. Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer, dem schönsten und mächtigsten unter ihnen. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet, kann der paradiesische Urzustand wiederhergestellt werden. Die kleine Schar um den einfachen Engel Nathanael, die entschlossen die alte Ordnung verteidigt, ist ganz auf sich allein gestellt. Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe, und die Erde erlebt schon bald ein Horrorszenario. Nur Esther und Judith sehen dort die Apokalypse kommen, denn sie allein wissen, dass alles seine Zeit hat … und wenn das eine stirbt, wird das andere geboren. Ein packender Fantasy-Roman, tempo- und actionreich erzählt!

Mein Fazit:

Eigentlich bin ich sprachlos, das Buch habe ich in zwei Nächten durchgelesen und kann nun meine Empfindungen kaum in Worte fassen, Freunden die mich fragten warum mir das Buch, so gut gefiel, warum ich in höchsten Töne davon schwärme, habe ich das Buch in die Hand gedrückt, das muss man einfach gelesen haben. Mein absolutes Highlight, für dieses Jahr.



Gott liegt im Sterben, die Engel sind untereinander verfeindet und befinden sich im Krieg miteinander, das hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen,es wird unerträglich heiß, die Gesteine verfallen zu Staub, die Kontinente rasen aufeinander zu, das Ende der Menschenwelt und der Menschheit scheint unvermeidlich.Das ist eine Entwicklung die Luzifer begrüßt, nach Jahrtausendjähriger Gefangenschaft, will er das Reich der Engel stärken und neu ordnen, ohne die Menschen, die seiner Meinung nach, von Gott mehr geliebt und bevorzugt werden. Er führt schart eine millionenstarke Engelsarmee um sich um seine Ziele durchzusetzen, er sät Zwietracht unter den Anhängern Gottes und zieht so manchen Engel auf seine Seite.Ihm Gegenüber steht Nathanel, der laut einer Prophezeihung, die göttliche Schöpfung retten kann, nur ist Nathanel ein Krüppel, der nicht einmal sich selber helfen kann, ist er doch nicht der Heilsbringer, wie einige der Erzengel vermuten?

Andreas Izquierdos Roman spielt in beiden Welten, er stellt uns Esther und Judith vor, zwei Frauen die im Laufe der Handlung, mehr und mehr an Bedeutung gewinnen und zunächst als einzige Menschen vermuten das irgendetwas ungewöhnliches und unumkehrbares sich ankündigt, ihre Schicksale sind eng miteinander verknüpft.Wichtiger als diese beiden Frauen sind meiner Meinung nach aber die Engel, Nathanael, Rafael, Iax, Luzifer, Lilith, Gabriel, Azrael und wie sie alle heißen, alle haben ihre Beweggründe aus welchem Grund sie etwas tun. Iax z.B. wird zum Lehrer und Beschützer Nathanels ausgewählt, zunächst nur widerwillig und aus blindem gehorsam, später aus Überzeugung bringt er dem jungen verkrüppelten Engel alles bei.

Die Interessanteste Figur im Roman ist meiner Meinung nach, allerdings Luzifer, der nach langer Gefangenschaft, die Herrschaft über das Reich der Engel anstrebt und die Vernichtung der Menschen, seine Argumentation warum es richtig ist was er plant ist durchaus nachvollziehbar. Nur leider weiß er nicht, was sich der Leser schon recht früh denken kann * er kritisierte ja unter anderem auch, das der Mensch, mehr weiß als die Engel, in dem Fall der Leser* Ohne Menschenwelt, kann auch die Welt der Engel nicht existieren.

Ich bin begeistert von dem Buch, es ist schlüssig geschrieben, lässt keine Fragen offen, und regt durchaus zum Nachdenken an. Ohne einen erhobenen Zeigefinger gesehen zu haben, mach ich mir wieder mehr Gedanken darüber das alles was der Mensch zerstört, unwiederbringlich weg ist.
Rotbuch Verlag
ISBN:
978-3-86789-018-0

Erscheint am 13. August 2010

Sonntag, 1. August 2010

Die dreizehnte Stunde von Richard Doetsch

Klappentext:
Nicholas Quinn sitzt im Verhörraum der Polizei. Seine Frau wurde ermordet, und man hält ihn für den Täter. Doch er ist unschuldig. Ihr Tod ist mit dem Schicksal von 212 Menschen verbunden, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind – denn eigentlich sollte Nicholas’ Frau an Bord dieser Maschine sein. Doch aus irgendeinem Grund hat sie die Maschine in letzter Minute verlassen. Dieser Grund ist für den Absturz verantwortlich. Und für ihren Tod.
Ein Fremder betritt das Verhörzimmer. „Ihre Frau lebt noch“, sagt er. „Sie können sie retten und die 212 Passagiere des Flugzeugs.“ Er überreicht Nicholas eine goldene Uhr, auf der die Zeit rückwärts zu laufen scheint. "Sie haben dreizehn Stunden."
Der Countdown läuft.



Meine Meinung:
Ich verrate nicht mehr als in der Leseprobe; die man im Netz findet, schon zu erfahren war.
Die Hauptfigur des Buches kann mithilfe einer magischen Taschenuhr in die Zeit zurück reisen und so versuchen das Leben seiner Frau zu retten, die erschossen wird für den Mord wird er verantwortlich gemacht.
So weit so langweilig, wenn es denn so wäre wie in den meisten Zeitreiseromanen, der Held reist in die Vergangenheit er erlebt ein paar Abenteuer und rettet die Frau.
Hier ist es ein wenig anders, er reist immer nur ein Stück weit zurück, und verändert jedes mal die Zukunft etwas anders, es ist ganz interessant zu sehen was im weiteren Verlauf geschieht, je nachdem was er unternimmt.

Der Roman wäre ein Thriller mit leichtem Fantasyeinschlag wie es viele gibt, würde er eben nicht rückwärts laufen, das macht ihn lesens- und empfehlenswert.

Sonntag, 20. Juni 2010

Rattentanz von Michael Tietz

kLAPPENTEXT:

23. Mai, 7 Uhr: Was als Schülerstreich begann, führt zum globalen Alptraum …


Wellendingen, ein idyllisches Dorf im Südschwarzwald: Eva Seger hat Frühdienst im Donaueschinger Krankenhaus. Ihr Mann Hans ist beruflich in Schweden unterwegs, ihre Tochter, die siebenjährige Lea, ist bei Nachbarn. Dass Eva wieder schwanger ist, will sie ihrem Mann erst bei seiner Rückkehr sagen. Eigentlich scheint alles in bester Ordnung – bis plötzlich der Strom ausfällt. Die Telefone stehen still, Supermarkttüren öffnen sich nicht mehr, der Verkehr bricht zusammen, Flugzeuge stürzen ab. Der wirksamste Computervirus, der je ersonnen wurde, schleudert die Welt zurück ins Mittelalter. Langsam dämmert der Dorfgemeinschaft, dass der normale Alltag Vergangenheit geworden ist.

Innerhalb weniger Stunden zerbricht das so stabil scheinende Gerüst unserer modernen Gesellschaft. Jetzt ist sich jeder selbst der Nächste, und bisherige Werte zählen nichts mehr – es kommt nur noch darauf an zu überleben.

Für Eva und Hans Seger beginnt ein Überlebenskampf, auf den sie niemand vorbereitet hat. Alles andere wird unwichtig und tritt hinter einem Ziel zurück: Rückkehr nach Wellendingen, zu ihrer Tochter Lea. Der Weg nach Hause wird sowohl für Eva als auch für Hans zur Reise durch die Hölle.

Meine Meinung:

Ich habe mir, nachdem ich die Leseprobe gut und interessant fand, das Buch gekauft.

Immer noch gefiel mir der Schreibstil, der selten Langeweile aufkommen lies und doch mag ich das Buch nicht wirklich weiterempfehlen, auch wenn es sich um einen Roman handelt mit einer selbstverständlich erfundenen Geschichte sind mir die Guten zu gut und die Bösen zu Böse.

Dem was wäre wenn Szenario hätte meiner Meinung nach etwas mehr Realismus gut gestanden, wie schon aus der Leseprobe zu erfahren war, bricht nur Stunden nach dem Weltweiten Stromausfall alles zusammen, Ärzte und medizinisches Personal verlassen sofort die Kliniken, ebenso die Polizeikräfte und Soldaten ziehen plündernd und mordend durch die Gegend, all dies mag passieren aber sicher nicht in den ersten Stunden nach so einer Katastrophe.

Selbst Herr Tietz spricht in seinem Nachwort davon, was trotz Stromausfall alles weiter funktionieren würde, da stellt sich mir die Frage, warum er das nicht ansatzweise eingearbeitet hat? Ich mag Romane in denen eine düster Zukunft beschrieben wird eigentlich gerne auf diesen hätte ich gerne verzichten können, schade.

Sonntag, 6. Juni 2010

Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus

Ich habe mal wieder ein durchaus empfehlenswertes Buch von Vorablesen bekommen.

Klappentext:
An einem regnerischen Novembertag werden Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein vom Hofheimer K 11 zu einem mysteriösen Verkehrsunfall gerufen: Eine Frau stürzte von einer Fußgängerbrücke auf ein fahrendes Auto.

Ein Zeuge glaubt beobachtet zu haben, dass die Frau von der Brücke gestoßen wurde. Die Ermittlungen führen Pia und Bodenstein in das kleine Taunusdorf Altenhain, in dem das Unfallopfer Rita Cramer früher gelebt hat. Elf Jahre zuvor verschwanden dort an einem Abend im September zwei siebzehnjährige Mädchen spurlos. In einem reinen Indizienprozess wurde damals der jährige Tobias Sartorius, Rita Cramers Sohn, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bodenstein und Pia Kirchhoff erfahren, dass Tobias nach Verbüßung seiner Haftstrafe vor kurzem in seinen Heimatort Altenhain zurückgekehrt ist. Hat der Angriff auf seine Mutter etwas mit seiner Rückkehr zu tun? Im Dorf stoßen Pia und Bodenstein auf eine Mauer des Schweigens. Als wieder ein Mädchen verschwindet, scheinen sich die Ereignisse der Vergangenheit auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Die Ermittlungen werden zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn für die Dorfbewohner steht sofort fest, wer der Schuldige ist und sie sind entschlossen, dieses Mal die Sache selbst in die Hand zu nehmen.



Es ist nicht alles wie es scheint, das zeigt uns dieser Roman, von Nele Neuhaus, egal ob es um Tobias geht,der 10 Jahre lang wegen Mordes an 2 Mädchen im Gefängnis saß oder um diverse Dorfbewohner die dann doch anders sind als sie sich am Anfang geben. Nele Neuhaus schafft es, den Leser durch den Roman zu führen ohne das Langeweile aufkommt, auch wenn viel passiert und man immer wieder neue Informationen bekommt.

Das gut eingespielte Ermittlerteam Pia und Oliver, soll eigentlich einen Verkehrsunfall aufklären, der sich als Mordversuch entpuppt, aufklären, dabei stoßen sie auf die alten Mordfälle wegen denen Tobias berurteilt wurde. Pia stösst dabei auf Ungereimtheiten und ermittelt halboffiziell erneut, im Dorf stösst sie dabei auf eine Mauer aus Schweigen und Lügen.

Die Dorfbewohner schrecken nicht mal vor Gewalt zurück um Tobias wieder zu vertreiben, schnell erfahren wir das sie einiges zu verbergen haben. Tobias versucht herauszufinden was damals in der Mordnacht wirklich geschah da er sich an nicht erinnern kann unterstützt wird er dabei von seiner Jugendfreundin Nadja und Amelie einem jungen Mädchen, das einem der Mordopfer sehr ähnlich sieht.

Als auch Amelie verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse.

Mein Fazit, trotz vieler Wendungen, vieler verschiedener Verbrechen, es geht nicht nur um Mord sondern auch um Erpressung und Vergewaltigung, verliert man nie den Faden und das Buch bleibt immer spannend.
06.06.2010 14:51:06

Donnerstag, 18. März 2010

Entrissen von Tania Carver

Klappentext:

Der Serienkiller hat zum dritten Mal zugeschlagen. Die Wohnung ist in Blut getränkt,die Tote liegt gefesselt in ihrem Bett. Ihr Körper ist bizarr entstellt.


Wieder ist das Opfer eine schwangere junge Frau. Die Profilerin Marina übernimmt den Fall – und ist entsetzt von der Grausamkeit der Morde. Indizien deuten auf eine Täterin. Aber kann eine Frau so etwas tun? Plötzlich schlägt der Killer wieder zu. Für Marina beginnt ihr ganz persönlicher Alptraum.

Meine Meinung:

Ich bin zu 96% von dem Buch begeistert.

Ohne Vorwarnung stürzt uns die Autorin in die Abgründe des Horrors, mit klaren Worten und ohne Schnörkel beschreibt sie grausame Verbrechen, begangen an wehrlosen schwangeren Frauen, von einem Menschen der die Bezeichnung *Mensch* eigentlich nicht verdient hat, der im Auftrag eines weiteren Opfers ( das selber seit frühster Kindheit die Hölle erlebte) und aus purer Mordlust handelt.

Die Ermittlungen kommen nicht wirklich voran da das Ermittlerteam um Phil Brennan zuerst keine Verbindung der einzelnen Opfer untereinander findet.

Nach und Nach finden sich allerdings alle Handlungsstränge zusammen und als gesamtes ist der Thriller völlig schlüssig.

Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, die aus der Sicht des Mörders und denen des Auftraggebers geschrieben wurden, da diese einen besonders tiefen Einblick in die Hintergründe der Taten liefern.

Nicht ganz so gut gefiel mir die. wohl in Thrillern mittlerweile obligatorische, Liebesgeschichte zwischen Phil und der Psychologin Marina, die ebenfalls schwanger, von Phil, ins Visier des Mörders gerät, ich hatte am Ende das Gefühl das diese Liebesgeschichte nur eingebaut wurde um einen spannenden Schluss schreiben zu können, ich bin allerdings davon überzeugt das die Autorin das auch anders hin bekommen hätte.

Tania Carver ist eine Autorin von der wir sicherlich noch mehr lesen werden, ich freu mich drauf.

Montag, 8. März 2010

Das große Tier von Veit Etzold

Klappentext:
Ein unheimlicher Investor, der durch Mord die Märkte bewegt … Eine digitale Welt, in der globale Vernetzung globale Kontrolle bedeutet … Und ein uralter Plan mit einem schrecklichen Ziel.


Erster Januar: Stuart Hill, Chef von Promethean Industries, einem internationalen Konzern für Satellitentechnik, kommt nach durchfeierter Silvesternacht in seiner Berliner Adlon-Suite auf rätselhafte Weise ums Leben. Tags darauf stürzen die Aktienkurse in die Tiefe. Irgendjemand verdient gigantische Summen an Hills Tod.

Sarah Jakobs, junge Hauptkommissarin für Wirtschaftskriminalität am LKA Berlin, wird mit den Ermittlungen betraut, als sich ein weiterer Mord ereignet. Die Opfer sind in einer rätselhaften, skulpturalen Weise angeordnet – und: Wieder handelt es sich um ranghohe Manager, wieder fehlt von den Tätern jede Spur. Bis auf eine mysteriöse Botschaft, die am Tatort hinterlassen wurde.

Gemeinsam mit Vincent Wagner, einem Bremer Doktoranden der Kunstgeschichte, versucht die junge Kommissarin, dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Einem Rätsel, das in ihr die unheilvolle Ahnung wachsen lässt, etwas Großem auf der Spur zu sein. Vielleicht etwas zu Großem. Die Spur führt über Dantes »Inferno« und den mittelalterlichen Satan zum altgriechischen Gott Kronos, Gott der Zeit und Vater des Zeus. Und zu einer uralten Vereinigung, die seit Jahrtausenden auf ihr Ziel hinarbeitet. Ein Ziel, das fast erreicht ist.


Mein Fazit:
Die Kinder des Kronos, ein Geheimbund der seit Urzeiten existiert und schon genauso lange versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen, steht kurz vor der Vollendung des Plans, einige Gegner werden auf grausame Art ermordet, Firmen mittels Insider Wissens und kriminellen Machenschaften übernommen. Doch dann übernimmt Hauptkommissarin Sarah Jakobs, die Ermittlungen zum Mordfall am Wirtschaftsboss Stuart Hill, mit unkonventionellen Methoden und unter der inoffiziellen Hinzuziehung ihres Freundes, einem Kunststudenten und der Hilfe eines Professors taucht sie immer tiefer in die Mythologie die hinter den Firmen steht.Mit jedem der kurzen Kapitel fügt sich ein Puzzelteilchen zum anderen und am Ende fügt sich alles schlüssig zueinander, der Roman ist sehr spannend und auch informativ geschrieben, Aktienhandel muss kein staubtrockenes und langweiliges Thema sein, wenn er mit Mord und Mythologie zusammen serviert wird.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Stumm von Sam Hayes

Klappentext:
Die Lehrerin Julia Marshall will ein neues Leben beginnen. Ihren Ehemann Murray, den sie seit ihrer Jugend kennt und mit dem sie zwei Kinder hat, hat sie vor kurzem wegen seines Alkoholismus vor die Tür gesetzt, ihre neue Liebe ist David, der freundliche, zuverlässige Arzt ihrer Mutter.


Er verspricht ihr Sicherheit und Halt für die Zukunft. Julias Mutter Mary sagt seit einiger Zeit kein Wort mehr, David kümmert sich rührend um sie und versucht, den Grund für das Schweigen herauszufi nden. Da entdeckt Julia bei einem Spaziergang ihre Schülerin Grace nackt und schwer verletzt im Straßengraben. Das Mädchen kann nichts über ihren Angreifer sagen, es fällt ins Koma und stirbt einige Zeit später. Die Polizei fi ndet nur wenige Spuren, aber alle Indizien weisen darauf hin, dass David der Täter sein muss. Als David verhaftet wird, ist Julia entsetzt. Sie kann nicht glauben, dass ihr so rücksichtsvoller Geliebter einen Mord begangen haben soll. Mit allen Mitteln will sie um ihr Glück kämpfen und Davids Unschuld beweisen. Sie ahnt nicht, dass sie damit ihre Familie in tödliche Gefahr bringt.

Ullstein Taschenbuch
ISBN:
978-3-548-28038-7

Erscheint am 12. Februar 2010

Die Story beginnt, als Julia die übel zugerichtete Grace findet und schon ist der Leser mitten drin in... Ja in was eigentlich? Einem Thriller? oder doch eher einer Familiengeschichte?

Die Geschichte dreht sich um Julia ihre Kinder Alex und Flora ihre Mutter Mary, die nach dem Verbrechen an Grace plötzlich verstummt, ihren zukünftigen Exmann Mann Murray einem Alkoholiker und Anwalt und dem Arzt David.

Und lange Zeit hätte das Buch auch wirklich eine Familiengeschichte sein können, in der eben am Rande ein grausames Verbrechen geschah, bis sich im letzten Drittel die Fäden der einzelnen Personen zusammenfinden, die Gründe für Marys Schweigen zu Tage treten und der versoffene Murray alles tut um die wahren Hintergründe für den Überfall auf Grace zu verbergen um seine Familie zurückzugewinnen, was ihm auch gelingt. Auch wenn der wahre Täter dadurch *ungeschoren* davon kommt

Eher oberflächlich kommen die Charaktere daher, keiner hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei mir, das letzte Drittel reicht leider nicht für einen WOW Effekt.

Interessant ist die Erzählweise, immer wieder wechseln die Ich-Erzähler, mal berichtet Mary, dann wieder Julia dann Murray immer im Wechsel, die die selben Ereignisse aus einer anderen Perspektive erzählen.

Alles in Allem verspricht der Klappentext, die Leseprobe und die Genrezuordnung mehr als das Buch halten kann. Schade.

Für das Ende gebe ich dem Buch 2 Sterne.

Donnerstag, 14. Januar 2010

In weißer Stille von Inge Löhning

Klappentext:
An einem stürmischen Herbstabend wird der pensionierte Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth von seinem Sohn Albert tot und gefesselt im Wochenendhaus am Starnberger See aufgefunden. Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort übernimmt die Ermittlungen. Erste Untersuchungen ergeben, dass der alte Mann im Laufe mehrerer Tage verdurstete.

Meine Meinung:
Ein Krimi der eher leisen Töne und doch Spannung pur, bis zur letzten Seite.

*In weißer Stille* war der erste Roman den ich von der Autorin gelesen habe, da es sich dabei um den 2 Roman um Konstantin Dühnfort, was mich erst ein klein wenig skeptisch an das Buch herangehen ließ, kann man allem folgen, wenn man den ersten Roman nicht kennt?

Man kann, problemos, das was man an Hintergrundwissen von Konstantin Dühnfort braucht, wird einem gut vermittelt.

Konstantin Dühnfort und sein Team müssen den Mord an Wolfram Heckeroth aufklären, der an die Heizung gefesselt in seinem Wochenendhaus qualvoll verdursted ist.

Im Laufe der Geschichte, bröckelt die heile Weltfassade der Familie Heckenroth, Wolfram, das Opfer, war ein Sadist, der nicht nur verbal seine Familie quälte sondern körperlich auch viele Frauen, Albert der älteste Sohn und Vaters Liebling, betrügt seine Frau Babs, Bertram der zweite Sohn, ist ein gescheiterter Architekt, der sich mit seinem Vater nicht verstand und immer auf konfrontationskurs mit diesem war, die Schwester, aufgrund ihrer Erziehung, gefühlskalt und Karrieregeil.

Motive zum Mord lassen sich einige finden, auch einige der von Wolfram gedemütigten Frauen, könnten Täter sein.

Durch akribische Polizeiarbeit kommen Dühnfort und sein Team sehr weit am Schluss des Buches auf den Mörder, für mich ist der Täter ein klein wenig überraschend, kurzfristig hatte ich jemand anderen im Sinn, das hat für mich das Buch aber nur noch aufgewertet.

Auch durch die dramaturgisch gut eingesetzten Szenen aus dem Privatleben der Ermittler, passten sehr gut ohne das sie sich zu weit in den Vordergrund drängten.

Das Ende des Buches, das nichts mit dem Fall zu tun hat, hat mich auch sehr überrascht, wie geht denn das nun weiter?

Alles in allem, gebe ich *In weißer Stille* die volle Punktzahl.