Sonntag, 28. April 2013

Klappe zu - Balg Tot von Regina Schleheck




Klappentext: Überschrift über einer historischen Babyklappe (Torno) am Hamburger Findel- und Waisenhaus: Auf dass der Kindermord nicht künftig werd verübet, Der von tyrannscher Hand der Mutter oft geschicht, Die gleichsam Molochs Wuth ihr Kindlein übergiebet, Ist dieser Torno hier auf ewig aufgericht. ANNO 1709. Die Titelgeschichte Klappe zu Balg tot nimmt das Thema auf, schildert Facetten der alltäglichen Grausamkeit, die auch den anderen Geschichten von Regina Schleheck zugrunde liegen.

Meine Meinung: Kleine teils wirklich fiese Geschichte erzählt uns die Autorin Regina Schleheck, Geschichten die sich so in unserer Nachbarschaft abgespielt haben könnten oder gerade abspielen, sie entführt uns in die Abgründe der menschlichen Seele und braucht um uns deren Schrecken zu offenbaren oft nicht mehr als 2 oder 3 Seiten um uns dann in den letzten Sätzen die Botschaft der Geschichte zu überbringen
Es fällt mir ein bisschen schwer in Worte zu fassen, was meiner Meinung nach die Hauptbotschaft der Autorin ist, da ich nichts vom Inhalt verraten möchte, zu schnell wäre zu viel verraten.
Mit einem Satz könnte ich es vielleicht so ausdrücken.
Verurteile niemanden, du könntest es selbst gewesen sein.

  • Verlag: cenarius Verlag Hagen
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940680397
  • ISBN-13: 978-3940680396

Samstag, 27. April 2013

Der Mann der kein Mörder war von Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt




Klappentext:
Sebastian Bergman, Kriminalpsychologe: Hochintelligent. Unausstehlich. In einem Waldstück bei Västerås wird die Leiche eines Jungen entdeckt – brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Roger war Schüler eines Elitegymnasiums, ein sensibler Junge. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist Kommissar Höglund mit seinem Team aus Stockholm in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Er bietet Höglund seine Hilfe an. Das Team ist wenig begeistert, doch schon bald wird der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele.

Meine Meinung:
Ich war ja skeptisch, was das Buch anging da mir eine Freundin davon abgeraten hatte es zu lesen, aber die Neugier war doch größer, die Neugier die allein schon durch den Titel hervorgerufen wurde.
Und ich wurde nicht enttäuscht.
Es ist ein steiniger Weg, den der Ermittler Torkel und sein Team gehen müssen um dem Mörder des 16jährigen Roger auf die Spur zu kommen, nur wenig ist über den Jungen der als Mobbingopfer die Schule wechselte und der nur wenige Freunde hatte bekannt und die die ihn kannten sind nicht sofort bereit zu helfen, so das das Team  nur langsam und mit Hilfe des Kriminalpsychologen Sebastian Bergmann ein Puzzlestück zum anderen fügen kann. Bergmann allerdings hat ganz private Motive, die ihn dazu bringen dem Team beizutreten und seine Persönlichkeit ist um es höflich auszudrücken *schwierig*.
Der Autor Michael Hjorth, schafft es den Leser auf über 600 Seiten bei der Stange zu halten, sein Erzähltempo ist bedächtig, die Beschreibung seiner Charaktere genau aber nicht zu detailreich, immer im richtigen Moment gibt er dem Fall ein Wendung die der Leser so nicht unbedingt erwartet hat und die es weiter spannend machen und kaum denkt man, der Täter ist überführt ändert sich noch mal alles und es bleibt spannend.
Intelligent geschrieben und bis auf den eigentlich Mord absolut unblutig ist der *Mann der kein Mörder war* eine Leseempfehlung ohne Einschränkung. 

Stolz und Demut von Sophie Weiss


 


Der Inhalt ist schnell erzählt, die 26. jährige Sophie, lässt sich aus sexueller Neugier auf einer Sklavenauktion versteigern, durch Zufall und viel Glück landet sie in den Händen Richards, älter, erfolgreich und einfühlsam. Tagebuchartig erzählen beide vom Beginn und vom Ende ihrer Beziehung.

Die Geschichte soll sich genauso zugetragen haben, das erscheint mir in Anbetracht der Tatsache das sich auch Richard zu Wort meldet und das niemand mit dem ich sprach sich an den Vorfall, der sicher durch sämtliche Medien gegangen wäre erinnert, eher unwahrscheinlich.
Zum Glück: Sophie erträgt keine Schmerzen, sie beschreibt sich selbst als jemand der es nicht erträgt sich weh zu tun und doch lässt sich versteigern um sich den Hintern versohlen zu lassen, daran erkennt man ihre Naivität, wäre sie an jemand anderen als Richard geraten der lieber Macht ausübt als Schmerz zufügt, hätte das Übel für sie enden können

Nichtsdestotrotz hat die Autorin ein Buch geschrieben, das sicherlich einiges an Beachtung verdient, sie räumt auf mit dem Vorurteil, das SM nur etwas mit Schmerz zu tun hat, es geht auch um Macht um Unterwerfung und sich fallen lassen.
Ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Sprache offen und ohne falsche Scham.
Wer allerdings Kuschel SM im Stile von Shades of Grey erwartet, ist mit diesem Buch falsch beraten.
Als reine Fiktion hätte das Buch von mir 5 Sterne bekommen, da ich aber nicht an den Wahrheitsgehalt glaube, gibt es 4.

  • Verlag: Piper (26. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492055877
  • ISBN-13: 978-3492055871

Dienstag, 16. April 2013

Maddie der Widerstand geht weiter von Katie Kacvinsky

 http://www.the-mortal-bookshelf.de/wp-content/uploads/2013/2013_maddie2.png

Auch nachdem Maddie bei ihrem Bruder in L.A. eingezogen ist, setzt sie ihren Kampf fort. Gemeinsam mit Justin hilft sie Jugendlichen, die der Digital School den Rücken kehren wollen. Doch dann wird Maddie geschnappt und von der Polizei in eine Jugendstrafanstalt gesteckt. Hier werden alle inhaftiert, die sich gegen das System stellen. Isolationshaft und Gehirnwäsche sind im Gefängnis an der Tagesordnung und der Wille der meisten Insassen wird innerhalb kürzester Zeit gebrochen. Maddie ist lange standhaft! Doch die Haftbedingungen zermürben auch sie und schließlich ist sie kurz davor, aufzugeben. Wie soll sie alleine im Gefängnis gegen die übermächtig erscheinenden Gegner bestehen? Erst als der junge Aufseher Gabe ihr zu verstehen gibt, dass er auf ihrer Seite steht, schöpft Maddie neue Hoffnung. Aber um das System zu besiegen, muss sie sehr weit gehen 

Maddie lebt in nicht allzu ferner Zukunft in einer hochtechnisierten Welt, es gibt keine Schulen mehr, die Kinder und Jugendlichen werden Zuhause via Computer unterrichtet, die Digital School, Freunde trifft man nicht mehr *Draußen* sondern auch die sozialen Kontakte finden überwiegend im Netz statt.
Doch es gibt Widerstand und diesem Widerstand hat sich Maddie, die Tochter des Gründers der DS angeschlossen und sich in den führenden Kopf der Gruppe, Justin verliebt, eine Liebe die ihr fast zum Verhängnis wird, denn er wird zu ihrem Vorbild was die Rebellion gegen die zunehmende Macht der DS betrifft.
Durch einen Verrat landet Maddie in einem Umerziehungscenter, in dem Kinder durch Gehirnwäsche und Medikamente umgepolt werden.

Die Autorin schafft es auf beeindruckende Weise, das Bild einer Zukunft zu zeichnen wie sie düsterer nicht sein kann, das besonders erschreckende an dem Buch ist,das diese Zukunft in Zeiten von Facebook, Twitter, Online Shopping und Co, vielleicht gar nicht so weit von uns entfernt ist.Ihr Schreibstil ist dem jugendlichen Leser angepasst ohne albern oder kindisch zu wirken, die Geschichte ist spannend aufgebaut mit gerade genug Romantik um die Zielgruppe zu bedienen dazu eine gute Portion Spannung.
Das Buch zeigt auch auf wie wichtig Freunde, reale Freunde, in schwierigen Situationen sind.
Ein wirklich gutes Buch, das die Problematik der digitalisierten Welt auf spannende Weise offenlegt.

  • Verlag: Bastei Lübbe (Boje); Auflage: 1 (15. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3414823380


Montag, 15. April 2013

Albträume von Andreas M. Sturm

Albträume
Albträume
  • Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1., Auflage (4. März 2013)
  • ISBN-13: 978-3942829472

Klappentext:
In Dresden werden mehrere brutale Verbrechen verübt. Karin Wolf und ihre Kollegen befürchten, dass es sich bei dem Täter um einen Serienmörder handeln könnte, der nach einem bizarren Ritual mordet. Als eine junge Frau entführt wird, beginnt der Kampf um das Leben der Studentin

Der zweite Fall der Dresdner Ermittler Karin Wolf und Sandra König sind auf der Jagd nach einem Serienmörder, der seine Opfer passend zu den 10 Geboten mordet, sein erstes Opfer lässt er verdursten *verschmachten* weil er gegen das Gebot *Du sollst Vater und Mutter ehren* verstieß. Parallel dazu befasst sich das Ermittlerteam mit einem Fall von Stalking gegen eine junge Frau, erst zum Ende des Romans führen alle Fäden zusammen.

Andreas M. Sturm, hat es geschafft einen von der ersten Seite an, fesselnden Roman zu schreiben, geschickt falsche Spuren gelegt und am Ende alle Handlungsstränge logisch zusammengeführt, dies war mein erstes Buch des Autors, aber sicher nicht mein letztes.
Natürlich gibt es ja meist kein Lob ohne Kritik und so auch diesmal, das Privatleben der Protagonisten Wolf und Sturm nahm mir fast ein wenig zu viel Raum ein, auch wenn die eine oder andere Szene im Nachhinein für die Handlung wichtig war. Da es aber nicht nötig ist das Vorgängerbuch gelesen zu haben um in das Buch hineinzufinden, gebe ich trotzdem die volle Punktzahl

Gottesgericht Ki und die Schatten der Vergangenheit von Cornelia Lotter






  • Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1., Auflage (3. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3942829496
 Klappentext:
»Sie hatte gerade die zweite Lampe auf dem Weg er­­reicht, als sie merkte, dass sie verfolgt wurde. Viel­leicht hatte ER sie schon auf der Lützner Straße ins Visier genommen, oder hatte sich vom McDonalds aus an ihre Fersen geheftet. Sie spürte, wie das Adrenalin in ihren Adern zu pulsieren begann. Würden ihr jetzt die vielen Arnis-Trainingsstunden helfen? Doch vor allem wollte sie wissen, wer er war, warum er sie verfolgte.« Kirsten Stein, genannt Ki, lebt versteckt in einer alten Fabrikhalle und verdient ihr Geld als Detek­tivin. Als sie zwei ihrer Klienten ermordet in deren Wohnung findet, schnappt sie sich die verwaiste Katze und flüchtet vom Tatort. Wenige Tage später ist auch die Katze tot - ge­kreuzigt an der Tür jener Galerie, in der Ki in Kürze ihre Foto-Ausstellung eröffnet. Spätestens jetzt beginnt Ki sich zu fragen, was das alles mit ihr zu tun hat - und welche Rolle ihre Vergan­genheit dabei spielt.

 >Gottesgericht< vereint die Elemente des Psycho-Thrillers und der klassischen Kriminalgeschichte aufs Trefflichste. (Jury des 1. Leipziger Krimipreises.)

Meine Meinung:
Klappentexte sind ja immer mit Vorsicht zu genießen, besonders wenn, wie in diesem Fall auch noch ein Lob und der Hinweis auf einen gewonnenen Preis dabei steht. Dieses Mal jedoch, kann ich mich dem Lob nur anschließen und eigentlich ist mit dem Selben auch alles gesagt und der 1. Platz sicherlich wohlverdient.
Ich versuche aber trotzdem mein Urteil noch etwas zu ausführlicher zu begründen.
Die Autorin hat mit Ki eine Romanfigur geschaffen, die nicht dem gängigen Klischee entspricht, sie geht auf die 40 zu, hat eine Vergangenheit als Prostituierte ist Kontaktscheu und sie mag keine Tiere, Frauen in Romanen lieben immer Tiere, besonders Katzen und sie kann sich selbst verteidigen und das was sie an Kampfkunst gelernt hat, kann sie auch anwenden.
Als ihre Vergangenheit sie einholt und in ihrem Umfeld 2 Morde geschehen, braucht aber auch sie Hilfe, die sie mit dem Ermittler Martin Bender bekommt.
Jede Person ist sehr gut beschrieben, detailliert genug um ihre Beweggründe zu verstehen aber nicht so langatmig das ich weiterblättern wollte, weil das Privatleben der Ermittler mich nicht so brennend interessiert, hier war alles was man erfuhr wichtig um sich einfühlen zu können und die Handlungen besser zu verstehen.
Dazu war die Story sehr fesselnd, die Beweggründe des Täters und seine Anstrengungen Ki zu verfolgen sind sehr interessant beschrieben und Nachvollziehbar aufgelöst.
Hier spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.