Montag, 29. Juli 2013

Was mit Rose geschah von Stef Penney


 

Inhalt:
Als der Privatdedektiv, Ray den Auftrag erhält die vor 6 Jahren verschwundene Rose aufzuspüren, will er zunächst ablehnen, zu sehr belastet ihn das Ergebnis seines letzten Vermissten falls, ein Auftrag der kein gutes Ende nahm, allerdings kann er nicht widerstehen die junge Roma Frau zu suchen, schließlich ist er selber Väterlicherseits ein Roma. Schnell wird ihm klar das die Familie Janko in die Rose ein geheiratet hatte, mehr Geheimnisse verbirgt als auf den ersten Blick ersichtlich ist und das es gefährlich ist, diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung:
Ein wunderbar geschriebener Roman, meiner Meinung nach weniger ein Krimi als die Geschichte einer Familie die mit allen Mitteln versucht Traditionen und Werte lang vergangener Zeiten aufrecht zu erhalten und daran scheitert. Auch wenn die Suche Rays nach Rose, durchaus spannend ist, sind es doch die Einblicke in das Leben der Roma Familien, ihre Bräuche und Traditionen, ihren Aberglauben die das Buch wirklich interessant machen, es weckt das Interesse daran mehr zu erfahren, wie die Roma heute leben, die Geschichte spielt im England der 1980er Jahre, als es noch möglich war wenn auch schwierig, ohne irgendwo registriert zu sein, von einem Ort zum anderen zu ziehen. Es ist eine Geschichte, die unbewusst Toleranz weckt und zum Nachdenken anregt.

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423249617
  • ISBN-13: 978-3423249614
  • Originaltitel: The Invisible Ones

Samstag, 27. Juli 2013

Die Voliere von Marc Oliver Bischof




Inhalt:
Die junge Polizeipsychologin Nina bekommt den Auftrag Gutachten zu erstellen. Gutachten darüber ob die Kriminellen Adam Lefeber( Folter,Mord und Leichenschändung an zwei 12jährigen Jungen, Heinz Rosen (Entführung und Mord) und Wolf Tibursky (Heiratsschwindel, Betrug), die sich zur Zeit in Sicherungsverwahrung befinden, entlassen werden sollen.
Allerdings steht die Entscheidung schon fest, denn ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshofes hat schon längst entschieden das nachträgliche Verwahrung gegen die Menschenrechte verstößt und die Häftlinge sowie auch Nina werden zum Spielball im Politikzirkus.
Untergebracht in einem alten Gehöft, müssen sich die Häftlinge nicht nur miteinander arrangieren sondern sehen sich auch den Anfeindungen der Dorfbewohner ausgesetzt, die vom ehemaligen Besitzer des Hofes und Ortsvorsteher des Dorfes, Tobin Kiefer, aufgehetzt wurden, eine für alle belastende Situation die sich als ein behinderter Junge aus dem Dorf vermisst wird, gefährlich zuspitzt.


Meine Meinung:
Endlich mal wieder ein Buch das mir schlaflose Nächte bereitet hat, ich musste mich zwingen es aus der Hand zu legen. Zum einen ist das dem absolut fesselnden Schreibstil des Autors geschuldet, der es geschafft hat die Personen glaubhaft und realistisch darzustellen und ihre Gefühle und Ängste und grundlegende Charakterzüge zu vermitteln zum anderen dem Thema, das ich zwar kurz in den Medien verfolgt hatte, es für mich aber, da ich nicht unmittelbar betroffen bin, ad acta gelegt hatte.
Das Buch wirft Fragen auf, was würde ich tun, wenn Gewaltverbrecher in meine unmittelbare Nachbarschaft ziehen würden, würde ich gelassen abwarten was geschieht oder würde ich versuchen mich dagegen zu wehren, könnte ich leben mit der Angst um meine Kinder, Freunde und Nachbarn. Ist es überhaupt möglich Menschen die teilweise einen Großteil ihres Lebens im Gefängnis verbracht haben zu resozialisieren und im besten Fall zu heilen?
Das Buch klingt in seinen Lesern nach, es unterhält nicht nur sondern regt zum Nachdenken an.
Ich kann nur jedem empfehlen dieses Buch zu lesen.
Das Buch kann man direkt beim Verlag bestellen.

http://www.grafit.de/

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Grafit Verlag; Auflage: 1 (5. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894254203
  • ISBN-13: 978-3894254209

Mittwoch, 17. Juli 2013

Maschinenkinder von Frank Hebben

 

Kurzbeschreibung Amazon

Auf der Jagd! Nach Erinnerungen, die sie der Obhut digitaler Datenträger überlassen haben; nach den Resten ihres menschlichen Körpers; nach dem Kick, den man erlebt, wenn man den Tod eines anderen durchs Kabel miterlebt.
All das suchen die Protagonisten dieser Geschichten in einem Labyrinth von miteinander verschalteten Maschinen, Leibern und Geistern. Die Ahnentafel dieser Wesen, die nur zum geringen Teil noch Menschen sind, ist weit verzweigt - jedes Einzelne von ihnen ist ein Maschinenkind.
Dreizehn Erzählungen, in denen die Verschmelzung von Mensch und Technik Welten voll dunkler Wunder und Schrecken hervorbringt.
Mit der Bonusstory "Outage", gemeinsam mit Uwe Post und Thorsten Küper.

Meine Meinung:
Endlich Kurzgeschichten die diesen Namen auch verdienen.
Das ist schon mal der 1. Bonuspunkt.
Man erfährt auf wenigen Seiten alles was für die Geschichte wichtig ist ohne viel überflüssiges Geschwafel.
Sehr flüssig zu lesen, regen die einzelnen Geschichten zum Nachdenken an. Worauf steuern wir zu, machen wir uns zu abhängig von Maschinen und überlassen wir zukünftig Computern das denken und fühlen.
Können Roboter wirklich rassistische Gefühle entwickeln oder ist das doch nur ein Programmierfehler?
Der Autor lässt dem Leser viel Raum für eigene Gedanken und Fantasien ohne ihn völlig ratlos vor der Geschichte stehen zu lassen, sie ergeben immer einen Sinn, vielleicht nicht auf den ersten Blick so doch immer auf den zweiten.


  • Verlag: Shayol (2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943279073
  • ISBN-13: 978-3943279078


Friedensengel von Marion Feldhausen


 


Klappentext:
In Karlsbach treibt eine Bande von Schutzgelderpressern ihr Unwesen. Kommissar Alvermann und sein Team scheinen machtlos. Als ihre Ermittlungen sie in ein ortsansässiges Rüstungsunternehmen führen, kommt der Verdacht des illegalen Waffentransports auf. Der Journalist David van Treek ist dieser Spur bereits auf eigene Faust gefolgt. Mit brisantem Fotomaterial gelingt ihm die Flucht aus Kolumbien. Kaum ist David wieder in Deutschland, wird er erbarmungslos gejagt. Alvermann begibt sich auf hochpolitisches Terrain

Meine Meinung:
Eins vorweg.
Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber sicher nicht mein letztes.
Beim Lesen hatte ich häufig das Gefühl, zwei Bücher zu lesen, einmal einen Krimi, der sich um die Schutzgelderpressungen in Karlsbach dreht und sehr spannend und teilweise amüsant geschrieben ist, was dem Ermittler Alvermann und seinem Team geschuldet ist, die sehr realistisch und glaubwürdig von der Autorin beschrieben wurden aber nichts desto trotz ein Krimi wie es viele gibt.
Dann aber gibt es noch einen zweiten Fall und dieser ist es, der das Buch zu dem macht was es ist, einem spannenden Politthriller der zum Nachdenken anregt und das Geschehene nicht einfach wieder in den Hintergrund rücken lässt und den Leser zum nächsten Buch übergehen lässt. Es geht um illegalen Waffenhandel um zig fache Morde an Unschuldigen und das alles nur wegen Profit und Machtgier.
Die Autorin schafft es, die Geschehnisse in Kolumbien und die Auswirkungen des Waffenhandels so realistisch darzustellen, als wäre sie dabei gewesen und erzählte uns nun die Geschichte David van Treeks, der auf eigene Faust versucht Beweise für die Verbrechen des Rüstungsunternehmens zu finden und dieses vor Gericht zu bringen.
Es gibt kein wirkliches Happy End, denn weder die Schutzgelderpressungen werden aufhören noch der illegale Waffenhandel oder die politischen Morde in Kolumbien weder im Buch noch in der Realität, es gibt nur die Hoffnung das die vielen Opfer nicht umsonst waren.
Das Buch bekommt 5 Sterne von mir.

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344237846X
  • ISBN-13: 978-3442378463
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3 cm

Dienstag, 9. Juli 2013

Bob der Streuner von James Bowen


 


Bob der Streuner der Kater der mein Leben veränderte
der Subtitel könnte auch heißen
der Kater der mein Leben rettete

Das Buch erzählt die Geschichte von James einem Drogensüchtigen Straßenmusiker und Bob einem Straßenkater, der sich James als Herrchen ausgesucht hat und Bob ist eindeutig der Sympathieträger in dieser wahren Geschichte.
Als James den Kater vor seiner Haustür findet sind Beide so ziemlich am Ende, James nimmt die Ersatzdroge Methadon und verdient als Straßenmusiker gerade genug zum Überleben, Bob ist verletzt und ausgehungert.
Wohl zum ersten Mal in seinem Leben übernimmt James Verantwortung für ein anderes Lebewesen, er pflegt und füttert ihn und gibt sein letztes Geld für Medikamente aus als der Kater wieder gesund ist, will James ihn wieder in die Freiheit entlassen doch Bob bleibt lieber bei ihm und begleitet ihn auf Schritt und Tritt und damit beginnt die Erfolgsstory, James verdient als Musiker mehr als je zu vor, weil alle von Bob begeistert sind und er sucht sich sogar einen richtigen Job, als Verkäufer einer Obdachlosenzeitung.

Das Buch zeigt die Entwicklung James, der allen Anderen die Schuld an seinem Versagen gab nur nicht sich selbst, seiner Mutter die in seiner Kindheit mit ihm von einem Ort zum Anderen zog, den Mitschülern die ihn hänselten und später den Aufsichtspersonen und der Polizei, die ihn vertrieben wenn er mal wieder an illegalen Orten spielte. Erst mit Bob und dem gleichzeitigen Wunsch für den Kater wirklich von den Drogen loszukommen, reflektiert er das er sein Leben verantwortungsbewusster leben muss.

James großes Glück, das sich so eine besondere Katze entschloss ihr Leben mit ihm zu teilen, ging dank Internet um die Welt und so war es nur eine Frage der Zeit bis auch ein Buch über ihre Geschichte erschien und hier gebührt der Dank sicherlich dem Ghostwriter, der die Geschichte die James erzählt so schrieb, das James trotz einiger unangenehmer Charakterzüge, die der CO. Autor nicht verschweigt, recht sympathisch wirkt und die Darstellung Bobs, auch wenn seine Intelligenz manchmal etwas übertrieben dargestellt scheint, ist ihm mehr als gut gelungen.
Alles in Allem ein lesenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser vielleicht anders als bisher an den Obdachlosen vorbeigehen lässt.
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: Aufl. 2013 (17. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404606930
  • ISBN-13: 978-3404606931
  • Originaltitel: A Street Cat Named Bob

Dienstag, 2. Juli 2013

Falsche Nähe von Alexandra Kui




Um ihr nah zu sein, geht er über Leichen.
Der frühe Unfalltod der Eltern hat Noa und ihre große Schwester Audrey zusammengeschweißt. Durch deren Erfolg als Krimiautorin konnten die beiden gerade in die schicke Hamburger Hafencity ziehen, als plötzlich eine unveröffentlichte Romanidee als reale Mordserie in der Tageszeitung auftaucht. Noa bekommt Zweifel, wie gut sie ihre Schwester eigentlich kennt. Was geschah wirklich an dem Tag, als ihre Eltern starben? Je mehr Noa herumschnüffelt, desto klarer wird: Es gibt jemanden in ihrem Umfeld, der nichts Gutes im Sinn hat, und diese Person ist hochgefährlich.

Meine Meinung:
Ich lese selten Jugendthriller, dieser hier hat mich durch sein gelungenes Cover und den Klappentext angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Haupteil des Buches geht es vornehmlich um Noa, die gemeinsam mit ihrer Schwester Audrey einer erfolgreichen Thrillerautorin ein luxuriöses Leben in Hamburg führt. Nachdem die Mädchen sehr früh ihre Eltern bei einem Unfall verloren, verwöhnt Audrey ihre kleine Schwester und lässt ihr mehr Freiheiten als eine 17jährige meiner Meinung nach haben sollte, da diese Freiheiten schon seit Jahren gewährt werden.
Erst als Audrey mit ihrem Verleger in Streit gerät, der eine Romanidee von ihr verwirft und sie ihren Frust darüber an ihrer Schwester auslässt, gerät die heile Welt Noas ins Wanken und droht zerstört zu werden, als die Idee des Romans von einem irren Serienkiller in die Tat umgesetzt wird.
Noa findet heraus das der neue Roman in irgendeiner Weise mit ihrer Vergangenheit verknüpft ist und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, die alle inkl. des neuen Freundes ihrer Schwester zu kennen scheinen, dabei gerät sie in tödliche Gefahr.

Alexandra Kui, baut die Spannung langsam auf, eigentlich könnte man das Buch bis kurz vor Schluss für eine Familiengeschichte halten, für die Suche eines Mädchens nach der Wahrheit über ihre Familie und nach den Hintergründen für das teilweise recht seltsame Verhalten ihrer Schwester, wären da nicht die Manuskriptseiten die gleichzeitig die Gedanken des Mörders sind. Es gibt viele Verdächtige, bei manchen dachte ich gleich das es zu offensichtlich eine falsche Fährte ist, bei anderen zweifelte ich bis zum Schluss, das mit rätseln hat Spaß gemacht und die Auflösung blieb bis zum Ende eine Überraschung.
Zwei Dinge haben mich im Roman allerdings trotzdem gestört, der recht sorglose Umgang mit Alkohol, den Noa wohl schon mit 13 Jahren trinken durfte und der ebenso sorglose Umgang mit Entschuldigungen für die Schule, hier habe ich gemerkt das der Roman nicht für mich geschrieben wurde.
Auch fehlten mir persönlich am Ende einige Erklärungen, wie genau wurde der Mörder gefasst, was geschah mit Arne, dem Freund Audreys, der eine große Rolle spielte und dann wohl sang und klanglos abserviert wurde.

Da die Autorin allerdings in der Leserunde erklärte, das für sie eben Noas Geschichte im Vordergrund stand und diese aus erzählt war, die Geschichte auch ohne übermäßige Gewalt wirklich spannend war, vergebe ich trotzdem die volle Punktzahl.
Ich würde das Buch meiner 14jährigen zu lesen geben, mit einer geschwärzten Stelle ;o) Welche? Das müsst ihr selber rausfinden.

  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: cbt (28. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570162567
  • ISBN-13: 978-3570162569
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren