Donnerstag, 6. November 2014

Desperados im Land des Lächelns von Stefan B.Meyer



Inhalt:
Zur Zeit der Wende wird der Ermittler Wallner in Dresden mit mehreren Mordfällen konfrontiert, deren Zusammenhang in den Wirren der Wendezeit nicht gleich erkannt werden. Gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Staatsanwalt Mars, ermittelt Wallner nach seiner vorzeitigen Pensionierung nur halb legal, in der Dresdner Politikszene.
Meine Meinung:
Mit Desperados im Land des Lächelns, hat der Autor Stephan B.Meyer einen beeindruckenden Regionalkrimi geschaffen, der den Leser gleich auf den ersten Seiten in die Wendezeit versetzt. Seine Beschreibungen der örtlichen Begebenheiten sind sehr detailliert ohne langatmig zu sein, die Protagonisten sind, wie man sie auch im echten Leben erwarten kann, manche sympathisch andere weniger, faul, korrupt , resigniert oder voller Enthusiasmus für die neue Zeit.
Natürlich kommt auch die Krimihandlung nicht zu kurz. Wallner und Mars stoßen bei ihren Ermittlungen auf die *Leichen im Keller* , die so mancher  Politiker gern für immer in den Tiefen der Vergangenheit begraben gesehen hättet, unbeirrt und mit kleinen Tricks, kommen sie dem Mörder und dessen Motiv auf die Spur. Am Ende, bleibt keine Frage offen, wird schlüssig aufgelöst.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig zu lesen, kleine sarkastische Seitenhiebe in die Richtung der damaligen Ost-Westpolitik lassen die Leser, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas, das eine oder andere mal schmunzeln.
Absolut Lesenswert: 5 Sterne
  • Broschiert: 334 Seiten
  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (19. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829592
  • ISBN-13: 978-3942829595

Dienstag, 4. November 2014

Ich,Maximilian, Kaiser der Welt von Peter Prange



Peter Prange erzählt die Geschichte des Maximilian von Habsburg, seinen Aufstieg vom Bettelprinzen zum erwählten römischen Kaiser. Er erzählt von den zwei Lieben Maximilians, von Rosina der Frau die er seit Kindertagen leidenschaftlich liebt und die er doch nicht zu seiner Frau machen darf und von seiner Liebe zu Marie von Burgund, die er nicht nur aus politischen Gründen heiratete und die wohl die wichtigste Beraterin auf seinem Weg zum Kaiser war. Der Roman berichtet von dem langen schwierigen Weg Maximilian zu seinem Ziel und spart auch die Rückschläge nicht aus.
Meine Meinung:
Historische Romane sind schwierig, entweder sie sind so trocken, das dem Leser vor lauter Fakten und Jahreszahlen irgendwann die Lust am Lesen vergeht oder sie stellen Behauptungen auf, die jedem halbwegs  in der Geschichte versiertem Leser die Haare zu Berge stehen lassen.
Wenn es ein Autor schafft, historische Fakten so zu erzählen das eine unterhaltsame Geschichte den Leser über 670 Seiten in ihren Bann zieht, ihn dazu bringt mitzufiebern ob es den Protagonisten gelingt, ihre Ziele zu erreichen und dabei ihr persönliches Glück nicht aus den Augen zu verlieren, obwohl er das Ende kennt, kann man ihm nur Respekt zollen. Was ich hiermit mit größtem Vergnügen und aus ganzem Herzen tue. Selten hat mich ein historischer Roman so sehr in den Bann gezogen wie *Ich, Maximilian, Kaiser der Welt* Er hat mich dazu gebracht, mich weiter zu informieren, über die Lebenswege der Protagonisten und die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit.
Peter Prange ist der Spagat zwischen Fakten und Fiktion hervorragend gelungen.
5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.
  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 1 (7. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3651000699
  • ISBN-13: 978-3651000698

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Der Club der Traumtänzer von Andreas Izquierdo



Inhalt:
Als der erfolgreiche Unternehmensberater Gabor bei einem Tête-à-Tête mit der Frau seines Chef einen Unfall verursacht, bei dem die Förderschulrektorin Kathrin verletzt wird, ahnt er nicht wie sehr dieser Vorfall sein Leben verändern wird, denn Kathrin nötigt ihn einigen ihrer Schüler Tanzstunden zu geben, andernfalls würde sie seinen Chef über das Verhältnis informieren.
Zunächst sehr unwillig lässt sich Gabor auf den Deal ein, lernt langsam seine Schüler kennen und beginnt sich für sie einzusetzen, macht ihre Probleme zu seinen und sieht nach und nach Fortschritte muss aber auch Rückschläge hinnehmen und Schicksalsschläge an denen der erfolggewohnte Gabor nichts ändern kann.
Meine Meinung:
Der Club der Traumtänzer ist ein Buch das ans Herz geht, das seine Leser zum Lachen und zum Weinen bringt, manchmal beides gleichzeitig. Ich liebe es, dabei mag ich keine Heulbücher, nur ist dieses *Heulbuch* vollkommen anders, denn es ist sehr nah an der Realität, alles was Gabor und seinen *Kindern* zustößt kann passieren und passiert tagtäglich, zudem ist der Schreibstil locker und humorvoll und weit entfernt von jeder Schnulzigkeit. In kurzen Einschüben wird nacheinander von den Schicksalen der Kindern erzählt, von Marvin der unter seinem gewalttätigen Vater und seinen Brüdern leidet und sich selber zum Schläger entwickelt obwohl er im Grunde ein feinfühliger Mensch ist, von Jennifer der Tochter reicher Eltern die darunter leidet den Eltern peinlich zu sein, Lisa, die bei Pflegeeltern lebt und sich dort um die Geschwister und den Haushalt kümmern muss weil die Eltern als Alkoholiker nicht dazu in der Lage sind und die kaum spricht und schon gar nicht von den Zuständen zuhause erzählt, denn immer wenn sie das früher tat verschlechterte sich ihr Leben, von Vinnie, dem Clown der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat,oder von Felix dem stillen Jungen der nach dem Tod seiner Eltern bei den Großeltern aufwächst und dessen Schicksal Gabor an seine Grenzen bringt.
Einzig, den Mistkerl in Gabor habe ich vermisst, gut beruflich geht der Unternehmensberater über Leichen , die eine Frau fürs Leben hat er auch noch nicht gefunden und schleppt jedes Wochenende eine andere ab. das tun viele, aber er zeigt schon früh sein Herz indem er sich für die Kinder einsetzt und für sie kämpft, manchmal im wahrsten Sinne des Wortes.
Im Laufe des Buches lernt Gabor das es mehr gibt als Karriere und Geld und das wahre Freundschaft der wichtigere Lohn ist.
Der Club der Traumtänzer, ist jenseits aller Worte, man muss das Buch gelesen haben, man muss eintauchen in die Welt des Tanzes, der Musik und der besonderen Beziehung die Gabor zu seinen Schülern entwickelt.

  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (8. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832162631
  • ISBN-13: 978-3832162634

Luftgrab - Ki und der Gott der Fliegen von Cornelia Lotter



Bei ihrem wohlverdienten Urlaub stoßen Ki und Martin zuerst auf einen menschlichen Knochen und dann auf die Leiche einer jungen Frau, die nach einem seltsamen Begräbnisritual in einem Baum aufgehängt wurde Bald schon stellt sich heraus das auf Rügen ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Natürlich kann Ki nicht aus ihrer Haut, es gibt ein Verbrechen also muss sie es aufklären.

Meine Meinung:
Für meinen persönlichen Geschmack war das Buch zu kurz, ich hätte es gern gesehen wäre die Autorin noch mehr auf die unterschiedlichen Begräbnisrituale eingegangen, denn man merkt das sie gründlich recherchiert hat. Der Krimi ist durchaus spannend wenn man auch sehr schnell ahnt wer der Täter sein könnte, man ahnt es aber man weiß es nicht zu 100%. Aufgrund ihrer Freundschaft mit einer örtlichen Polizistin kann Ki hautnah bei dem Ermittlungen dabei sein und erhält im Austausch mit der
Freundin Informationen an die sie sonst nicht gekommen wäre. Ich weiß nicht inwieweit das realistisch ist, das eine Außenstehende informiert wird, ich hoffe auf künstlerische Freiheit von Seiten der Autorin, denn ich würde nicht wollen das die Polizei Informationen an Privatleute weitergibt, allerdings ist dieser Aspekt des Buches für die Handlung sehr wichtig. Der Schreibstil Cornelia Lotters ist gewohnt flüssig ihre Wortwahl gewandt und die schon angesprochene Recherche zum Buch einfach perfekt, so weit ich das beurteilen kann.
Mein Fazit: Ein sehr spannender Thriller der Lust auf mehr macht.
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2146 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 76 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00NR1PEY6

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die Seiten der Welt von Kai Meyer


Die 15jährige Furia, lebt mit ihrem Vater, ihrem 10jährigen Bruder Pip und drei Hausangestellten auf einem heruntergekommen Anwesen in England, abgeschieden von der Welt bewahren sie das Geheimnis der Familie Faerfax, die gejagt von der Adamitischen Akadamie vor Generationen die deutsche Heimat verließ. In den Katakomben des Anwesen befindet sich eine Bibliothek von unbeschreiblichen Ausmaßen, unzählige Regalreihen vollgestopft mit neuen und alten Büchern gepflegt von Origamivögeln, die den Staub von den Büchern picken, in dieser Bibliothek kann Furia Stunden verbringen während sie darauf wartet von ihrem *Seelenbuch* gefunden zu werden, dem einen Buch, das irgendwann zu jedem Bibliomanten kommt und ihm ermöglicht seine vollen magischen Fähigkeiten zu entfalten. Als Furias Vater auf der Jagt nach einem *leeren Buch* ums Leben kommt, ihr Bruder von Feinden entführt wird, muss sich das Mädchen aufmachen nach Libropolis, einer geheimen, unsichtbaren Stadt inmitten von London,in der es nur Buchhandlungen gibt um Verbündete zu suchen auf der Suche nach ihrem Bruder. Dort lernt sie die unterschiedlichsten Menschen und Exlibris (Wesen die aus Büchern fielen)kennen und muss erkennen. Nicht alles ist wie es scheint.
Meine Meinung:
Ich lese keine Fantasybücher, oder eher selten und schon gar keine Jugendbücher, weil ich keine Reihen mag und die meisten Bücher aus dem Genre sind Reihen, aber hier hat mich schon das Cover wie magisch angezogen, elegantes schwarz, mit filigranen goldfarbenen Zeichnungen und dem dominanten Titel, ein wahrer Hingucker dazu noch der Klappentext. Ich wurde nicht enttäuscht.
Schon auf den ersten Seiten nahm mich der Schreibstil des Autors gefangen, humorvoll und locker entführt er seine Leser in die magische Welt Furias, lässt ihn teilhaben an ihren Sorgen und Hoffnungen. Kai Meyer nimmt seine Leser ernst, er weiß was er ihnen zumuten kann und das ist schon so einiges, seine Figuren sind nicht zimperlich damit ihre Interessen durchzusetzen und sparen nicht mit Gewalt, die allerdings immer Situationsbedingt notwendig scheint. Liebevolle Details aus der magischen Welt der Bücher, ließen mich auf jeder Seite etwas neues Entdecken, spannende Verfolgungsjagden machen das Buch zum Pageturner der nicht nur den Protagonisten kaum Zeit zum Luft holen lässt.
Die Seiten der Welt sind wahrhaft Märchenhaft, ein Buch in das man eintaucht und hofft nie wieder aufzutauchen und doch ist irgendwann die letzte Seite gelesen und das Buch geschlossen, aber sicher wird man Furia und ihre Freunde und Feinde nicht so schnell vergessen und wer weiß, vielleicht eröffnet sich bei einem Londonbesuch für den einen oder anderen Bibliomanten unter den Lesern die Brücke nach Libropolis, mein Lesezeichen käme auf jeden Fall mit ins Gepäck.
  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (25. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3841421652
  • ISBN-13: 978-3841421654
h Libropolis, mein Lesezeichen käme auf jeden Fall mit ins Gepäck.

Montag, 6. Oktober 2014

Abgründe von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler



Inhalt:
In Virginia Beach, einer amerikanischen Küstenstadt werden mehrere Frauen ermordet, verstümmelt und öffentlich zur Schau gestellt. Detective Ethan Hayes und sein Team geben alles um den Serienmörder zu fassen und doch ist er ihnen immer um eine Nasenlänge voraus und es scheint eine Verbindung zu geben zwischen Hayes und dem Mörder und erst wenn Ethan diese Verbindung findet, wird es ihm gelingen den Mörder zu fassen.
Meine Meinung:
Nach Nebelflut, haben die Autorinnen, einen Thriller in die USA verlegt und entweder sie sind schon häufig dort gewesen oder sie haben hervorragend recherchiert, wüsste ich nicht das sie aus dem Ruhrgebiet stammen, ich hätte sie für ein amerikanisches Autorenduo gehalten, seien es nun die Orte oder die Personen die sie beschreiben, alles liest sich realistisch und ehrlich, wenn die Personen auch nicht unbedingt sympathisch sind, aber *Sympathische Ermittler* die allerhöchsten ein Alkoholproblem haben, weil sie eine gescheiterte Ehe hinter sich haben gibt es zur Genüge, da sind Ethans Neigungen schon fast erfrischend.
Zudem ist der Schreibstil sehr flüssig und die Handlung von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Die Leser werden gemeinsam mit den Ermittler auf falsche Spuren gesetzt und sind am Ende genauso überrascht wie sie.
Fazit:
Ein spannender Thriller, der meine Erwartungen auf jeden Fall erfüllt hat.
  • Broschiert: 230 Seiten
  • Verlag: telescope (11. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941139223
  • ISBN-13: 978-3941139220


Dienstag, 16. September 2014

Kinder - und Jugendbücher bei Arvelle

Es  gibt wieder eine sehr schöne Aktion von Arvelle,
dieses Mal geht es um Kinder- und Jugendbücher und die Gründe warum man diese bei Arvelle kaufen sollte. Und das ist natürlich sehr einfach zu beantworten.
Da meine Kinder genauso gern und viel lesen wie wir, geht das ganz schön ins Geld, denn gerade gute und qualitativ hochwertige Kinder und Jugendbücher sind teuer.
Was also tun? Gebrauchte Bücher kaufen? Da weiß man nie was man bekommt, denn jeder beurteilt den Zustand eines Buches anders und möchte ich wirklich das mein Kleinkind ein Buch aus zweifelhaftem Haushalt bekommt, beschmiert mit undefinierbarem? Nein, natürlich nicht. Und wenn die Kinder größer werden und zu Zustandsfanatikern mutieren und die eigenen Bücher nur mit Samthandschuhen anfassen, dann gehen Leseknicke und Eselsohren auch nicht. Also bleibt nicht viel anderes übrig als tief in die Tasche zu greifen und die begehrten Bücher neu zu kaufen. Oder? Man schaut als clevere Eltern bei Arvelle, ob es das Buch nicht als Mängelexemplar,  oft weit unter dem Neupreis, gibt. Erstaunlicherweise hat man oft Glück.
So wie wir, vor einigen Jahren als unsere Tochter nachdem sie die Harry Potter Reihe von ihrem großen Bruder ausgeliehen hatte, die Bücher unbedingt für ihr eigenes Regal haben wollte ( neben der Lesesucht leiden wir noch unter ausgeprägtem Sammeltrieb). Da fanden wir ein schönes Angebot bei Arvelle
Harry Potter im Schuber aus dem , im normalen Buchhandel nicht mehr zu erhalten und auf Auktionsplattformen nur noch zu Mondpreises, den Preis verrate ich jetzt nicht, ich will ja niemanden neidisch machen. ;O)
Aber zeigen kann ich es.

Und das sind nicht die Einzigen *Mängelexemplare* die wir für unsere Kinder und auch für Andere schon gekauft haben. Wobei *Mängelexemplar* ein irreführender Begriff ist, denn die Bücher sind im Allgemeinen in sehr gutem Zustand und wenn nicht, steht es immer dabei, wir sind noch nie enttäuscht worden.
Gerade gibt es ganz tolle Kinder-und Jugendbücher zum Beispiel Die Tribute von Panem oder Mein erstes *Was fliegt denn da?* Rätselheft
Oder Bücher für Erstleser, gerade jetzt zum Schulanfang eine tolle Idee für die Schultüte.
Und sollte ein Buch doch nicht als Mängelexemplar zu bekommen sein, bei www.arvelle.de
gibt es auch Neuware.
Und jetzt.
Viel Spaß beim Stöbern

Donnerstag, 11. September 2014

Mörderische Reklame von Olaf Kohlbrück



Inhalt:
Die ehemalige Kommissarin Eva, wird von ihrer Freundin Doris um Hilfe gebeten, einer von Doris Schützlingen der Obdachlose Waldemar, wird beschuldigt im Messeviertel einen Zirkusarbeiter niedergeschlagen zu haben. Das unbekannte Opfer liegt im Koma und wird anscheinend von niemandem vermisst.
Nach und nach bringt Eva gemeinsam mit ihrem Freund Wim Einzelheiten zur Identität des Opfers und zum Motiv des Überfalls ans Licht und taucht immer tiefer in die glitzernde Reklamewelt Frankfurts ein.
Meine Meinung:
Olaf Kohlbrück hat einen Krimi geschaffen der von seinen sehr sympathischen Ermittlern lebt, waren mir Eva,Wim und Doris zu Anfang noch etwas fremd konnte ich mich im Laufe des Buches immer mehr in sie hinein versetzen, da das es nicht weiter störte das es sich bei mörderische Reklame schon um den 2 Fall des Ermittlertrios handelte.
Der Krimi liest sich gefällig, er kommt ohne großartige Brutalität oder Grausamkeit aus, sondern fesselt den Leser mit Einblicken in die scheinheilige Welt der Werbung und präsentiert am Ende einen Täter dessen Identität und Motiv mich mehr als überrascht hat.
Für Leser unblutiger und dennoch spannender Krimis absolut zu empfehlen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

https://www.fhl-shop.de/produkt/moerderische-reklame/

Ein Mann namens Ove von Frederik Backmann








Inhalt:
Die Geschichte erzählt von Ove, einem 59jährigen Zwangsrentner, der seine Nachbarschaft mit seiner Rechthaberischen Art und seinen Forderungen nach Einhaltung der Regeln in seiner Wohnsiedlung in den Wahnsinn treibt. Der Einzug neuer Nachbarn, zwingt ihn sein Verhalten nach und nach zu überdenken. Und vor allem
Meine Meinung:
Im Klappentext wird Ove als *Nachbar aus der Hölle* beschrieben, dem muss ich vehement widersprechen , natürlich Ove kontrolliert die Mülltrennung und schreibt Falschparker auf, aber je mehr man sich mit Ove und seinem Leben beschäftigt um so mehr erkennt man in ihm einen vom Schicksal schwer getroffenen Mann, der nie gelernt hat auch mal fünfe gerade sein zu lassen sondern, das Recht immer Recht bleiben muss, Vorschriften dazu da sind eingehalten zu werden, ob sie nun sinnvoll sind oder nicht und der nach dem Tod seiner Frau jeglichen Lebensmut verloren hat, mit ihrem Tod ist jede Farbe aus seinem Leben gewichen wie er selbst sagt, jemand der wie Ove so liebevoll seiner verstorbenen Frau gedenkt kann kein schlechter Mensch sein. Und das erkennt auch die neue Nachbarin Parwaneh, die ihm auf herzerfrischende und manchmal übergriffige Art und Weise, das wieder aufzwingt was ihm fehlt. Lebensmut und Freude.
Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch berührte und zum Nachdenken brachte, der Mann der verbittert und unausstehlich seine Nachbarschaft terrorisiert hat vielleicht ein ähnliches Schicksal die Lästerzippe von Gegenüber ist vielleicht nur einsam.
Ein berührendes Buch dessen Autor es schafft mit einfachen Worten und viel Humor mich sowohl zum Lachen zu bringen sowie mir auch das eine oder andere Tränchen in die Augen zu treiben.
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 1 (21. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3810504807
  • ISBN-13: 978-3810504807
  • Originaltitel: En man som heter Ove



Totes Land- Ausnahmezustand von M.H. Steinmetz



Inhalt:
Also der ist schnell erzählt. Markus, verbringt ein Wochenende auf einem LARP und spielt gemeinsam mit Freunden Zombiekillen (Ich glaube so kann man das umschreiben) als ihn die Nachricht von einer schrecklichen Seuchenwelle erreicht, die Deutschland überrollt und vor der niemand geschützt ist und gegen die es kein Heilmittel gibt, was mit einer harmlosen Erkältung beginnt endet in einer Zombiegrippe,  Tote machen Jagd auf die Lebenden. Auf seinem Weg nach Hause quer durch die Republik lernt Markus das Grauen hautnah kennen.
Meine Meinung:
Horrorromane scheinen im Moment im Trend zu liegen und so hatte ich mich dafür entschieden dieses Buch zu lesen, man muss ja mitreden können und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch liest sich leicht und flüssig die Story ist interessant und wird gut erzählt, man muss sich allerdings im Klaren sein das es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt und hier noch lange nicht die ganze Geschichte erzählt wird, das man noch nicht alle Hintergründe erfährt und nicht alles logisch erscheint.
Die Hauptperson Markus bedient sich zwar manchmal einer sehr gewöhnungsbedürftigen Sprache in der es von Fäkalausdrücken nur so wimmelt und die nicht ganz zu dem Bild passt, das man von ihm während des Lesens bekommt, ist aber trotzdem recht sympathisch und vor allem realistisch gezeichnet, er schwitzt, er blutet, er stinkt, er lacht, kurzum er ist ein ganz normaler Mensch nicht wie der eine oder andere Held aus anderen Büchern, dem Nichts etwas anhaben kann. Auch das nicht jede Figur die einem als Hauptperson vorgestellt wird das Abenteuer unbeschadet überstehen wird ist nicht unbedingt gegeben genauso wie  augenscheinliche Randfiguren evtl. noch eine größere Rolle spielen werden ist sicher nicht ausgeschlossen.
Warum gebe ich *nur*4 Sterne? Der Mittelteil des Buches ist dem Autor etwas lang geraten, zu viel wiederholt sich nur der Schauplatz ist dann ein anderer und es hätte etwas mehr Hintergrundformationen geben können. Aber nichtsdestotrotz erwarte ich mit Spannung den 2. Teil von Ausnahmezustand.
  • Broschiert: 600 Seiten
  • Verlag: Mantikore-Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (24. Juli 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939212563
  • ISBN-13: 978-3939212560

Dienstag, 26. August 2014

Die Lügen der Anderen von Mark Billingham



Drei britische Paare lernen sich durch Zufall im selben Ferienhotel in Florida kennen, gemeinsame Unternehmungen lassen so etwas wie Freundschaften entstehen und die Paare beschließen sich auch nach dem Urlaub zu treffen,genügend Gesprächsstoff bei ihren Abendessen, liefert das Verschwinden eines  Mädchens am letzten Urlaubstag.
Als auch in England ein Mädchen verschwindet, das Ähnlichkeiten mit dem amerikanischen Mädchen aufweist, geraten die Paare ins Visier der Ermittlungen.
Meine Meinung:
Die Lügen der Anderen, war wenn ich mich recht erinnere der erste Roman des Autors Mark Billingham, den ich bisher gelesen habe aber sicher nicht der letzte. Der Autor besticht durch einen ungewöhnlichen Schreibstil und viele Zeitsprünge, immer wieder führt er den Leser zurück an den Urlaubsort und in die Vergangenheit seiner Protagonisten.
Er deckt ihre Schwächen auf und lässt uns hinter ihre Fassade blicken, nicht jeder ist so wie er sich gibt. ich kam mir beim Lesen der Dinnerpassagen vor wie ein Voyeur, der am Fenster steht und von außen als unbeteiligter Zuschauer die Treffen verfolgt. Ein faszinierendes Leseerlebnis.
Die Aufklärung des Falles, war für mich absolut überraschend, nicht für einen Augenblick hatte ich diese Person in Verdacht.
Wer Lust auf einen  unblutigen und ungewöhnlichen Krimi hat, ist bei Mark Billinghams Roman *Die Lügen der Anderen* absolut richtig.

Das Buch kann direkt über den Verlag bestellt werden.
Atrium Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Atrium Zürich (20. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 385535054X
  • ISBN-13: 978-3855350544

Montag, 18. August 2014

Totenleuchten von Klara Nordin


Inhalt:
In der kleinen Stadt Jokkmokk am Polarkreis geschieht ein Mord, die Art und Weise wie der junge Mann getötet wurde und die Tatwaffe weisen auf einen Täter aus der samischen Bevölkerung hin.
Linda Lundin, die gerade erst ihre neue Stelle in Nordschweden angetreten hat, sieht sich konfrontiert mit der für sie fremden Lebensweise den Sitten und Gebräuchen der Samen als sie damit beauftragt wird gemeinsam mit den Kollegen Bengt und Margareta den Fall zu lesen, das sie gleich auf dem Weg nach Jokkmokk einen Unfall hat und die ersten Tage ihres Dienstes im Krankenhaus verbringt ist dabei nicht gerade hilfreich.
Es scheint als wäre Jokkmokk vom Unglück verfolgt, denn der Mord an dem jungen Mannes war nicht der einzige Todesfall in der letzten Zeit,schnell stellt sich dem Leser die Frage ob die Todesfälle in Zusammenhang stehen.
Meine Meinung:
Man spürt die Liebe der Autorin Klara Nordin zu ihrer Wahlheimat Nordschweden, liebevoll beschreibt sie die Menschen, die Landschaften und sogar das, für Mitteleuropa eher unangenehme Klima, scheint durch ihre Augen gesehen, weniger kalt und abweisend. Ihre Protagonisten sind ausführlich beschrieben, mit Ecken und Kanten und vielen liebenswerten Seiten. Nur leider schafft sie es nicht Spannung aufzubauen, man liest zwar von dem Mord und den Unfällen, begleitet die Ermittler bei ihren Befragungen, aber die Ermittlungen rücken in den Hintergrund, vor der grandiosen Kulisse Lapplands, den Beschreibungen der Lebensweise der Samen ihrer Kunst, ihrer Lebensweise und ihrer Musik. Ich habe immer auf nähere Informationen über die Samen gewartet und mich durch das Internet gekämpft um z.B. mehr über *Joik* zu erfahren und auch zu hören oder auch über das Leben der Rentierzüchter.
Ich gebe dem Buch dennoch 4 Sterne ziehe also für die fehlende Spannung nur 1 Stern ab, denn ich habe mich trotzdem sehr gut unterhalten gefühlt und hoffe auf mehr Bücher der Autorin, vielleicht erzählt sie uns ja mehr von dem uns nahezu unbekannten Leben am Polarkreis.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Buch kann direkt beim Verlag erworben werden

KiWi Verlag

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (14. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462046934
  • ISBN-13: 978-3462046939

Mittwoch, 13. August 2014

Dreimal im Leben von Arturo Pérez Reverte




Inhalt:
Als der junge Eintänzer und Gelegenheitskriminelle die schöne und reich verheiratete Mecha kennenlernt, ahnt er noch nicht das sie die Liebe seines Lebens sein wird. Dreimal treffen Max und Mecha aufeinander, dreimal verwebt sich ihr Schicksal, vor dem Hintergrund der glamourösen 30er Jahre den Wirren des Krieges und den Nachkriegszeiten, immer mehr miteinander um sie vielleicht bei ihrer letzten Begegnung 1966 für immer zu verbinden.

Meine Meinung:
Arturo Pérez Reverte, schreibt nicht für Jedermann, wer einen klassischen, seichten, historischen Liebesroman erwartet, wird furchtbar enttäuscht sein, denn seicht ist in diesem Buch nichts, weder die Story noch der Schreibstil des Autors, wortgewandt beschreibt er die Begegnungen seiner Protagonisten und verliert sich dabei leider auch in wiederkehrenden Beschreibungen zum Beispiel die der Schönheit Mechas auch die teils für meinen Geschmack etwas zu ausführlichen Beschreibungen der Geschichte des Tangos und den Schachspiel, stören etwas den Lesefluss.
Wohl absichtlich hat der Autor seine Protagonisten mit scheinbar wenig offensichtlichem Gefühl ausgestattet, Max muss seine Rolle spielen um in der Oberschicht in der er sich bewegt und zu der er zu gern gehören würde nicht anzuecken und Mecha wird gelernt haben, das das zur Schau stellen von Gefühlen sich für eine Dame der Gesellschaft nicht ziemt, so kann man nur vermuten wie es unter der Oberfläche der Beiden aussieht, das es doch nicht nur  erotische Anziehungskraft ist die beide miteinander verbindet.


Mein Fazit:
Hat man sich eingelassen auf die Geschichte und den Schreibstil des Autors, hat man die für sich persönlich wichtigen Informationen heraus gefiltert und lässt die Geschichte Revue passieren, verblassen die Längen und Wiederholungen in der Erinnerung und zurück bleibt eine Liebesgeschichte, die zu den Charakteren passt, distanziert und doch voller Leidenschaft.
Eine Geschichte wie der Tango, der hier ausführlich beschrieben wird, geprägt von Anziehungskraft und Abstoßung und immer voller Gefühl.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


Erschienen: 05.08.2013
Gebunden, 525 Seiten
ISBN: 978-3-458-17580-3

 

Montag, 4. August 2014

Schmerz. Malminger letzter Fall



Inhalt:
Hauptkommissar Malminger ermittelt in einem Mordfall, der einem lange zurückliegenden  Mord in den USA ähnelt und über den Malminger ein Buch geschrieben hatte. Der Fall der schwarzen Dahlie wurde nie aufgeklärt und faszinierte die Menschen so sehr,  das Filme darüber gedreht wurden.
Malminger erkennt, zunächst als Einziger, sofort die Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen und will in diese Richtung ermitteln, doch Uneinigkeit und Karriereneid im Team behindern ihn.
Meine Meinung:
Ich musste das Gelesene erst einmal sacken lassen,  ich habe noch nie einen Thriller gelesen der mich  so unterschiedlich reagieren lies.
Da haben wir die handelnden Personen, Malminger und seine Kollegen sind durch die Bank kaputt entweder in Selbstmitleid ertrinkend,  Alkoholabhängig oder Karrieregeil, sie konsumieren Drogen (die auch schon mal aus dem Beweismitteln der Polizei gestohlen werden) hacken sich in fremde Computer, unterschlagen Beweismittel und und und....
Es gab niemanden der einfach nur das tat was er tun sollte, nämlich sämtliche persönlichen Interessen zurückstellen und den Mörder ermitteln.
Der Mörder, ein Sadist reinsten Wasser, der durch das Kopieren des Schwarze Dahlien Mordes in die Geschichte eingehen will, man spürt beim Lesen quasi seine Verzweiflung, als die Zeitungen nicht von einem Zusammenhang zwischen den Morden berichten.
Als ich das Buch beendet hatte, kam mir als erstes in den Sinn.
*Malmingers letzter Fall*--- Na Gott sei Dank.
So jemand hat im Polizeidienst nichts zu suchen, genauso wenig wie alle anderen an diesem Fall beteiligten Beamten.
Jetzt ist da aber noch der Schreibstil der Autorin und die Grundidee des Thrillers und da muss ich sagen, habe ich auf dem Sektor schon länger nichts mehr gelesen was mich so fasziniert hat: Offen, brutal und fast schon quälend bildhaft beschreibt sie die einzelnen Personen und Begebenheiten, selten hatte ich so ein klares Bild der Personen und der Handlung vor Augen wie bei diesem Buch. Fast schon Kopfkino.
Das war mein zweiter Gedanke.
Zusammengefasst gibt das 4 Sterne, einen behalte für die zu große Zahl der kaputten Typen im Kommissariat und die 4 verbleibenden sind für den Schreibstil, die Idee und das Ende.
  • Verlag: Leinpfad Verlag; Auflage: 1. Aufl. (3. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942291622
  • ISBN-13: 978-3942291620
Das Buch kann direkt beim Verlag erworben werden.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Leichentuch von Andreas M. Sturm



Inhalt:
Am 24. Dezember wird Burkhard Eichler in seinem Auto ermordet, durch den einsetzenden Schneefall, der seinen Wagen wie ein Leichentuch bedeckt, gilt sein Verschwinden zunächst nur als Vermisstenfall, erst als Tage später seine Leiche gefunden wird beginnt Karin Wolf mit Hochdruck zu ermitteln. Gleichzeitig muss sie sich mit den Drohungen des Kriminellen Witkowski auseinandersetzen, der aus dem Gefängnis geflohen ist und blutige Rache an ihr üben will und er hat einen Spitzel innerhalb von Karins Team.

Meine Meinung:
Eigentlich vereint Leichentuch einige Elemente der Kriminalliteratur, die mir nicht unbedingt gefallen:
1.Es ist Teil einer Reihe.
2.Es beinhaltet eine Liebesgeschichte.
3.Die Probleme der Hauptperson könnten sie in ihrer Arbeit massiv behindern.

Zu 1. Obwohl dies schon der 3. Fall Karin Wolfs ist, kann man das Buch wunderbar lesen ohne die Vorgängerbände zu kennen, der Autor schafft es die Protagonisten, ihre Charaktere und ihr Umfeld so gut zu beschreiben das man nie das Gefühl hat, auf wichtiges Hintergrundwissen verzichten zu müssen.

Zu 2. Die Liebesgeschichte, ist auf so natürliche Art und Weise in die Handlung eingebunden das nie der Verdacht aufkommt der Autor hätte sie nur zur Effekthascherei geschrieben. Karin Wolf muss sich mit ihren Gefühlen auseinandersetzen und lernen das sie nicht allein ist. Das zeigt sie von einer sehr menschlichen Seite und macht sie zum absoluten Sympathieträger.

Zu 3. Karin Wolf, muss ihre Angst vor Witkowski überwinden, sie weiß nie ob er ihr nicht an der nächsten dunklen Ecke auf sie lauert, das könnte sie zum Nervenbündel machen und ihre Arbeit behindern, sie aber schafft es sich vollständig auf die Aufklärung des Mordes an Eichler zu konzentrieren.

In diesem Fall muss ich meine Meinung also revidieren, jeder Handlungsstrang würde dem Buch fehlen

So brutal und verstörend die Verbrechen im Buch auch sind, übertreibt es Andreas M. Sturm nicht mit blutigen Details, genauso viel wie nötig um einem leichte Schauer über den Rücken zu schicken aber nicht zu viel das man sich vor Grausen vom Buch abwendet, sollte man zu den zartbesaiteten Lesern gehören.

Das Buch kann man direkt hier bestellen
https://www.fhl-shop.de/produkt/leichentuch/


Sonntag, 20. Juli 2014

Nur wer fällt, lernt fliegen von Anna Gavalda



Inhalt:
Auf einer Wanderung in den Cevennen stürzen Billie und ihr Freund Franck in eine Erdspalte, weit ab von den üblichen Wanderrouten scheint eine Rettung so schnell nicht möglich. Biliie will alles tun um ihren verletzten Freund zu retten und wendet sich an ihrer Beider Stern, der gefälligst Hilfe schicken soll und um diesen Stern dazu zu bringen erzählt sie ihm von ihrem und Francks Leben, eine Geschichte an deren Ende eigentlich das versagen Billies und die Verzweiflung Francks stehen müsste, denn Billie stammt aus der Unterschicht und wuchs ohne Liebe und ohne Zukunftsperspektiven auf und Franck müsste als Homosexueller dessen Vater seine Neigung auf gar keinen Fall aktzeptiert, der gehänselt und verspottet wird eigentlich an seiner Umwelt und dem Druck zerbrechen. Doch das Schicksal will es anders. Gemeinsam müssen sie in der Schule eine Theaterszene spielen und die Proben dazu sind der Beginn einer ungewöhnlichen und lebenslangen Freundschaft.
Meine Meinung:
Hat man sich erst einmal an die rotzige Ausdrucksweise Billies gewöhnt und lässt sich mitnehmen in ihre teilweise sehr gewöhnungsbedürftige Gedankenwelt, erwartet den Leser eine anrührende, beeindruckende Liebesgeschichte, einer Liebesgeschichte die nichts mit der Anatomie eines Menschen zu tun hat, wie Billie einmal in einer Diskussion über die Theaterszene sagte. Anna Gavalda versteht es ihren Lesern das Gefühl zu vermitteln das es aus jeder Situation einen Ausweg gibt, das man sein Leben immer wieder neu beginnen kann, so lange es jemanden gibt der zu einem steht und von dem man respektiert wird. *Nur wer fällt, lernt fliegen* ist kein Buch für Jedermann, obwohl es nicht einmal 200 Seiten stark ist, braucht man Zeit und Muße es zu lesen und auch etwas Geduld, denn erst zum Ende der Geschichte offenbart sich ihre ganze Schönheit.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Hier könnte ich zur Welt kommen von Marjorie Celona


Klappentext:

Vancouver Island, ein kühler Morgen im August, früh um fünf: Eine schmale junge Frau im groben Arbeitsoverall legt ein winziges Bündel auf einer Türschwelle ab und eilt davon. Das Bündel ist ein neugeborenes Mädchen, eingewickelt in ein graues Sweatshirt, ein Schweizer Messer zu ihren Füßen als einzige Erinnerung an ihre Mutter. Shannon findet schließlich bei der warmherzigen Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose ein Zuhause. Doch sie fühlt sich dort stets wie eine Fremde – von wem hat sie den blonden Lockenbusch auf dem Kopf, woher die kleine Statur? Die Frage danach, warum sie ist, wie sie ist, und die drängende Sehnsucht, ihre Mutter zu finden, lassen sie nicht los, und so macht sie sich mit sechzehn auf die Suche nach der Unbekannten im Overall, das Schweizer Messer in der Tasche. Ihr Weg führt sie zu einem Ort in den Urwäldern von Vancouver Island, deren Kronen sich mächtig und uralt wie ein Gewölbe über den Menschen aufspannen, ihnen Geborgenheit und Schutz geben. Was Shannon dort findet, ist eine ergreifende Geschichte von wilden Herzen, beschädigten Helden und von leisem Schmerz. Ein Mädchen auf der Suche nach ihrer Herkunft, nach dem, was war. Eine Mutter, die das Vergangene vergessen will. Ein bewegendes Debüt, das freilegt, was Worte wie Identität, Familie und Zuhause wirklich bedeuten.

Inhalt: Der Debütroman Marjorie Celonas, erzählt die Geschichte von Shannon, einem jungen Mädchen auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Mutter schlicht nach ihren Wurzeln. Von ihrer Mutter gleich nach der Geburt ausgesetzt, beginnt für das Mädchen ein Leben in verschiedenen Pflegefamilien. Ein Leben, das nicht immer von Geborgenheit und Glück geprägt ist. Erst als sie zu Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose zieht, findet sie so etwas wie eine Familie, auch wenn sie diese Familie lange nicht annehmen kann. Als Teenager macht sich Shannon auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter.

Meine Meinung: Der Autorin hat eine berührende Geschichte geschrieben, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, etwas das Angesicht des schwierigen Themas sicher nicht einfach war. Shannon erzählt uns ihre Geschichte und sie berichtet uns warum ihre Mutter sie ausgesetzt, so das der Leser schon recht früh erfährt das ihre Suche von Erfolg gekrönt sein wird, ein Umstand der normalerweise einer Geschichte die Spannung nimmt, da es aber im Roman *Hier könnte ich zur Welt kommen* nicht um Spannung geht, tut dieser Umstand dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, jedes Mal wenn ich es wieder aufschlug hoffte ich etwas positives zu lesen, ein Happy End für Shannon und für ihre Mutter. Ob es dazu kommt verrate ich hier natürlich nicht.
Der unsentimentale, bildhafte Schreibstil der Autorin ist ein absoluter Pluspunkt und ich hätte nie vermutet das es sich bei Marjorie Celona um eine Debütautorin handelt.

Mein Fazit:
Berührend, anrührend und unsentimental.
Absolut Lesenswert.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar




Rauklands Schwert von Jordis Lank



Inhalt: Raukland leidet unter der Knute Broghans der  als grausamer und brutaler Herrscher des Landes von seinem Volk gefürchtet wird, die Armut im Land wächst, doch noch ist Ronan nicht bereit Lannoch zu verlassen und für ein Land zu kämpfen  das nicht das Seine ist. Doch Broghan ist nicht damit zufrieden das Land zu bherrschen, er will Rache an Ronan und als er es nicht schafft Ronan auf Lannoch in seine Gewalt zu bringen, greift er zu einer Finte um Ronan zurück nach Raukland zu locken.
Mit Erfolg, allerdings auch mit anderen Konsequenzen als von ihm erwünscht.

Mehr schreibe ich nicht zum Inhalt, zu schnell ist sonst zu viel verraten, von diesem leider viel zu kurzen Buch. Ich wäre gern noch länger in Raukland und auch auf Lannoch verweilt.

Meine Meinung:
Jordis Lank hat es geschafft ihre Leser gleich zu Beginn des Buches in ihren Bann zu ziehen, Ihre Charaktere waren wie schon im Vorgängerbuch Rauklands Blut, liebevoll und detailliert gezeichnet ohne überzogen zu sein die Guten waren weder charakterlich noch körperlich *Übermenschen* ohne Fehl und Tadel sonder hatte ihre Schwächen, die sie nur sympathischer machten und sogar Broghan das personifizierte Böse in diesem Buch,bekam ein paar menschliche Züge.
In diesem Band bekam der Leser so einiges geboten, weder die Romantik noch die Spannung kamen zu kurz.
Die Choreografie der Schlachtszenen und der Schwertkämpfe sind aus meiner Laienhaften Sicht, hervorragend dargestellt, ich von der Thematik keinerlei Ahnung habe, kann mir aber vorstellen das es so abläuft.

Mein Fazit:
Ein wunderbarer Abschluss der Trilogie. Ich habe in meiner Rezension zu Band 2 erwähnt, dass man Band 1 nicht gelesen haben muss um das Buch zu verstehen, für Neueinsteiger würde ich nun aber empfehlen alle Bücher zu lesen Es lohnt sich auf jeden Fall.
  • Broschiert: 350 Seiten
  • Verlag: Verlagshaus el Gato; Auflage: 1., erste (27. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943596435
  • ISBN-13: 978-3943596434

Freitag, 27. Juni 2014

Leide von Siegfried Langer



Kurzbeschreibung:
Observierungen untreuer Ehemänner und Kaufhausüberwachungen sind die Hauptgeschäftsfelder der Privatdetektivin Sabrina Lampe. Auch der Auftrag einer schrulligen, alten Nachbarin sieht zunächst sehr nach Routine aus. Doch im Zuge ihrer R echerchen wird Sabrina Teil eines grausamen Spiels, dessen Ursachen weit in der Vergangenheit liegen. Ihr teuflischer Kontrahent zwingt Sabrina an ihre Grenzen – und darüber hinaus!
Leide! ist der erste Roman um die Privatdetektivin Sabrina Lampe und den Kriminalhauptkommissar Niklas Steg.

 Inhalt:
Als der Kommissar Niklas Steg von München nach Berlin kommt, bleibt ihm nicht viel Zeit sich einzugewöhnen, der Hund eines Rentners hat die verstümmelte Leiche Patrick Benders gefunden, der vor seinem Tod brutal gefoltert wurde.
Als die Privatdetektivin Sabrina Lampe von ihrer Nachbarin den Auftrag bekommt, deren verschwundenen Neffen zu suchen, ahnt niemand den Zusammenhang und wie brutal und skrupellos der Täter sein Ziel verfolgt.

 Meine Meinung:
Der Autor Siegfried Langer, hat ein vom Aufbau her, ungewöhnliches Buch geschrieben, er erzählt nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern springt in den Zeiten hin und her, ein Umstand der zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, sich Laufe des Buches aber als sehr interessanter Aspekt zeigt, so scheint man als Leser näher dran zu sein an den Protagonisten so als würde man sie am selben Ort, an dem sie sich aufhalten beobachten und zwischendurch Zeit und Ort  wechseln. Erleichtert wird das Lesen durch die Kapitelüberschriften *Juni* *Pfingsten* Mai* u.s.w.
Die Wortwahl des Autors, ist direkt und so schonungslos wie die Handlungen seines Täters, ohne dabei versehentlich in das momentan  sehr beliebte Splatter- Genre abzurutschen, er beschönigt nichts übertreibt aber  auch nicht, so das sich niemand der Thriller liebt  vor Grausen abwenden muss.
Seine Protagonisten sind lebendig beschrieben, dadurch das Siegfried Langer das Privatleben von Sabrina und Niklas geschickt in die Story  einbindet, lernt man diese gut kennen ohne das man mit überflüssigen Informationen gelangweilt wird. Nach und nach erfährt man auch mehr über die Beweggründe des Täters, dessen Motivation zu seiner grausamen Tat, tief in seiner Kindheit liegt.
Eine absolute Leseempfehlung, allerdings nichts für zartbesaitete Leser.


  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Lago (9. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957610087
  • ISBN-13: 978-3957610089


Das Buch kann direkt beim Verlag erworben werden.
https://www.m-vg.de/lago/shop/article/3449-leide/


Montag, 23. Juni 2014

Tanz der Tarantel von Kirsten Wulf



Klappentext:
Am frühen Morgen des dritten Tages des Festes zu Ehren von Santu Paulu, dem Schutzheiligen der kleinen Stadt Galatina in Apulien, liegt eine Leiche in der Kapelle des Heiligen: Nicolà Capone, der erfolgreichste junge Pizzica-Musiker aus dem Salento, der zwei Tage zuvor noch einen umjubelten Auftritt hatte. Der brummige Commissario Cozzoli, der gerade in Mailand in einem Antimafiaprozess aussagt, kommt Hals über Kopf zurück und trifft auf Elena Eschenburg. Die Hamburger Journalistin, die sich gerade in Apulien niedergelassen hat, um ein neues Leben zu beginnen, hat den Musiker in den Tagen zuvor für eine Reportage begleitet. Gemeinsam beginnen sie zu ermitteln; die Nachforschungen führen sie in malerische Städte und in uralte Steindörfer, zu Nicolàs Familie und zu seinen Verehrerinnen. Sie stoßen auf Schweigen und stellen fest, dass in Apulien manche Geschichten nur die Musik erzählen kann.
Inhalt:
Als Elena, durch eine SMS in die Kapelle zu Salento gelockt wird und dort den Musiker Nicola tot auffindet, kann sie ihrem Journalisten Naturell nicht widerstehen und macht Fotos von der Leiche, kurze Zeit später bekommt sie die Drohungen auf ihr Handy, irgendjemand muss sie in der Kapelle beobachtet haben und dieser Jemand will die Veröffentlichung der Bilder erzwingen.
Meine Meinung:
Dies war mein erster Roman der Autorin Kirsten Wolfs, etwas skeptisch begann ich zu lesen, eine Deutsche Autorin die einen Krimi schreibt der in Italien spielt, das entsprach so gar nicht dem was ich sonst lese.
Aber schon bald hatte mich Frau Wolf in ihren Bann gezogen, besser gesagt in den Bann Apuliens, ohne ausschweifende Landschaftsbeschreibungen versetzte sie mich gedanklich in das einzigartige Apulien, ich sah die Dörfer in denen Verfall und Wiederaufbau so dicht beieinander liegen direkt vor mir, sah die alten Frauen und die spielenden Kinder im schwächer werden Licht des Tages, die Olivenhaine und die einstmals so prächtigen Palazzo.
Ebenso wie die Landschaft sind auch die Charaktere liebevoll und detailliert gezeichnet, so das Elenas manchmal noch vorhandene norddeutsche Nüchternheit  sehr glaubhaft auf italienische Lässigkeit und geballtes Temperament  treffen.
Natürlich handelt es sich hier in erster Linie um einen Krimi und nicht um einen Reiseführer auch wenn das Buch Lust darauf macht Apulien zu besuchen.Die Aufklärung des Mordfalls, eingebettet in die traditionelle Musik Italiens, wirft viele Fragen nach Täter und Motiv auf, potentielle Täter gibt es einige, die betrogene Ehefrau, die verschmähten Geliebten, der Bruder der auf dem gemeinsamen Grundstück ein Hotel bauen will.Bis zum Schluss tappen so wohl der Leser wie auch Elena und der Commissario Cozzoli im Dunkeln, so das das Buch zu keiner Sekunde langweilig oder auch nur langatmig wird.
Man merkt der Autorin die Liebe zu Italien an und die Freude am Schreiben.
Mein Fazit: Der perfekte Sommerkrimi, für Fans unblutiger und doch spannender Krimis.
5 Sterne


http://www.kiwi-verlag.de/buch/tanz-der-tarantel/978-3-462-04644-1/


ISBN: 978-3-462-04644-1
Erschienen am: 18.06.2014
368 Seiten, Taschenbuch
Kiwi 1378

Sonntag, 22. Juni 2014

Der Vierfachmord von Stötteritz von Jan Flieger

Klappentext:
Schüsse zerreißen die Leipziger Nacht in Stötteritz und löschen vier Leben aus - doch der Täter flieht. War es ein Auftragsmord oder eine Verzweiflungstat? Wurde ein V-Mann liquidiert? Starben die anderen zur Ablenkung? Läuft gar einer der Verdächtigen Gefahr, das nächste Opfer zu werden? Und dann gibt es da noch die Spur zu einer jungen Frau, die in die rechte Szene führt.
Für Thomas Tiller und sein Team der Mordkommission beginnt eine Suche, die sie tief in ein Labyrinth aus Hass und Rache führt, über die Grenzen Deutschlands hinaus bis in die Straßen Tokyos und die raue Ödnis Islands.
Die Zeit rennt.
Und die starren Augen der Toten treiben zur Eile.

Inhalt: In einer warmen Nacht, werden 4 Menschen von einer maskierten und dunkel gekleideten Person erschossen, die unerkannt entkommen kann, auffällig ist das alle Opfer in einem Haus leben und das es viele Menschen gibt die ein Motiv hätten.
Das Team um Thomas Tiller, steht vor der schwierigen Aufgabe herauszufinden wer das eigentlich Opfer sein sollte, alle 4 Toten oder waren 3 von ihnen nur kollateral Schäden
Tageweise berichtet der Autor von den schwierigen Ermittlungen.

Meine Meinung:
Der Roman ist mit 197 Seiten reichlich kurz, leider muss ich sagen, denn es ist ein Vergnügen sich Jan Fliegers außergewöhnlichem Schreibstil hinzugeben,er verleiht seinen Worten Nachdruck, allein seine Ausdrucksweise reicht um den Leser bei der Stange zu halten, er braucht keine bizarren Morde oder Tatorte um eine nachvollziehbare Atmosphäre zu schaffen, ein interessanter Aspekt des Krimis,waren auch die Meldungen zu weiteren Verbrechen, die zur Zeit der Ermittlungen der Morde in Leipzig geschahen um die sich aber andere Beamte kümmern müssen, denn die Soko Hinterhof ist mit den Ermittlungen voll ausgelastet und sicher auch belastet, was sich meiner Meinung nach in den Freizeitaktivitäten der Ermittler, rund um Thomas Tiller, ausdrücken die sich Hauptsächlich um Sex drehen und für einige Leser vielleicht zu viel des Guten sind, meiner Meinung nach, wäre Schach um einiges langweiliger.
Nun zu dem Stern den ich behalte, leider bezieht sich meine Kritik auf einen Teil des Buches auf den ich mich besonders gefreut hatte, die Ermittlungsarbeiten in Island und Tokyo, da die Ermittler nur  zur Befragung jeweils einer Person so weite Dienstreisen unternahmen, kam das unangenehme Gefühl auf, diese Fragen hätten auch am Telefon oder durch die örtliche Polizei gestellt werden können, diese Teile des Buches waren für mich als Leser leider überflüssig.
Mein Fazit:
Ein absolut lesenswerter und außergewöhnlicher Krimi .


Broschiert: 200 Seiten
  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (11. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829525
  • ISBN-13: 978-3942829526


Donnerstag, 19. Juni 2014

Einverleibt - Ein Hardboiled-Kannibalen-Thriller von Tom Teller

Kurzbeschreibung aus der Amazon Redaktion:
„Wie wäre es wohl, fragte sich Alex, kurz bevor er endgültig ins Reich des Schlafes hinüberglitt, wenn man dasselbe bei einem Menschen machen würde?“

Der 10-jährige Alex und sein 11-jähriger Freund Jo erleben den Schlachttag bei den Großeltern intensiv. Das Gesehene wollen sie so schnell wie möglich in die Tat umsetzen. Doch auch in anderen Bereichen gehen die beiden Jungen an ihre Grenzen. Das Erwachen ihrer Sexualität ist mit Erfahrungen von Gewalt und dem Geruch von Blut verbunden.
Bald schon reißt ein grausames Verbrechen die Freunde auseinander.
Mehr als zwanzig Jahre später begegnen sie sich wieder. Alex, mittlerweile Profiler beim LKA in Stuttgart, muss wegen eines Mordes nach Freiburg, wo Jo als Gerichtsmediziner arbeitet. Alles an dem Mord deutet auf einen kannibalistischen Hintergrund hin. Auch zwei weitere Tötungen weisen in diese Richtung. Bei den Ermittlungen werden die beiden Freunde wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Und nichts ist so, wie es scheint.

Inhalt: Der Profiler Alexander wird vom Stuttgarter LKA nach Freiburg abberufen um die dortige Polizei bei der Aufklärung einiger besonders grausamer Morde zu unterstützen, ldie Leichen weisen Merkmale auf die auf Kannibalismus hindeuten. In Freiburg trifft Alexander auf Joachim, seinem Freund aus Kindertagen und gleichzeitig die Erinnerung an eine traumatische Kindheit.

Meine Meinung:
Durch Zufall bin auf dieses Buch gestoßen, normalerweise ist diese Art von Literatur absolut nicht mein Genre, als ich aber las das sich hinter Tom Teller, die von mir sehr gern gelesene Autorin Cornelia Lotter verbirgt, habe ich den Versuch gewagt und da schon der Titel und auch das Cover sehr viel Blut und Brutalität versprechen, war ich auch nicht enttäuscht.
Wortgewand und mit einer spürbaren Schreibfreude lässt uns die Autorin ( sorry aber bei dem Wissen um wen es sich handelt, kann ich nicht *Autor* schreiben) teilhaben an allen blutigen und teils ekligen Einzelheiten, die sich teilweise schon in der Kindheit des Hauptprotagonisten Alex abspielten teils in der Gegenwart die Morde beschreiben, besonders die Szenen in der Kindheit Alexanders sind absolut nichts für zartbesaitete Gemüter. Die Autorin lässt ihre Leser hautnah teilhaben an einem Blick in die Abgründe der menschlichen Seele, sie lässt Alexander handeln ohne das auch nur für einen Moment der Wille kommt ihn zu verurteilen.
Weswegen ich dennoch einen Stern abziehe?
Im Klappentext wird versprochen, das nichts ist wie es scheint, für routinierte Krimi und Thriller Leser trifft diese Aussage leider nicht ganz zu, schon relativ früh ahnt man wer hinter dem Kannibalen von Freiburg steckt.
Trotzdem gibt es eine absolute Leseempfehlung: spannend, blutig, verstörend genauso wie Bücher dieses Genres sein müssen.

Über den Autor:
Tom Teller ist das Pseudonym der süddeutschen Autorin Cornelia Lotter. Unter diesem Namen veröffentlicht sie etwas "härtere" Thriller. Wem dieser Thriller gefallen hat, dem werden sicherlich auch die beiden Krimis "Gottesgericht" und "Elstertränen" gefallen. Für den 1. Band der Krimireihe um die Detektivin Kirsten Stein erhielt die Autorin den 1. Leipziger Krimipreis.



  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2344 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 120 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00JYG115O

Dienstag, 17. Juni 2014

Lucys Verwandlung. Ein Faszinierendes Buch nicht nur für Science Fiction Fans

Freitag, 16. Mai 2014

Drohnenland von Tom Hillenbrand


Auszug aus dem Klappentext:
Drohnen, die alles aufzeichnen. Ein allwissender Fahndungscomputer, der Verbrechen bemerkt bevor sie begangen werden-- Im Europa der Zukunft haben Kriminelle kaum eine Chance. Als kurz vor der Abstimmung über die neue EU Verfassung ein Parlamentarier ermordet wird, hofft Kommissar Westerhuizen, den Fall rasch aufklären zu können. Aber trotz Totalüberwachung und Digitalforensik gibt es kaum Indizien, denn die Datenspur wurde manipuliert.

Inhalt:
Europa ist sicher, dank flächendeckender Überwachung, mittels Drohnen, Überwachungskameras und Aufzeichnung aller Telefongespräche und Auswertung der von so gut wie jedem verwendeten Datenbrillen, ist  es so gut wie unmöglich ein Verbrechen zu begehen ohne innerhalb kürzester Zeit überführt und verhaftet zu werden, es ist sogar möglich anhand persönlicher Daten auszuwerten ob jemand in Zukunft eine Straftat begehen wird. Und dennoch tritt Kommissar Westerhuizen nach dem Mord an einem EU Parlamentarier auf der Stelle, alle Spuren verlaufen im Sande, es gibt weder menschliche noch technische Zeugen und auch ein eindeutiges Motiv das zum Mörder führen könnte, ist trotz intensiver Ermittlungen, mit allen technischen Mitteln und Befragungen im beruflichen und privaten Umfeld des Opfers nicht zu erkennen.
Erst nach und nach, findet Westerhuizen gemeinsam mit der Datenanalystin Ava, heraus, das nicht jeder Interesse an einer Aufklärung des Mordes hat und gerät in höchste Gefahr.
Meine Meinung:
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so fesselte, das mich mit riss in eine Zukunft wie sie leider vorstellbar ist.
Ohne lange Erklärungen, führt uns der Autor in ein Europa, das eher einem totalitären Überwachungsstaat gleicht als einem friedlichen Länderbündnis. Er verrät nur wenig darüber, wie sich alles entwickelte. *Es ist, wie es ist* und das macht dieses Buch so besonders, Tom Hillenbrand beschreibt das Szenario mit einer Selbstverständlichkeit die den Leser vergessen lässt zu hinterfragen ob das was er beschreibt wirklich Realität ist oder sein kann oder doch nur niemals wahr werdende Fiction.
Mit Kommissar Westerhuizen, hat der Autor einen sehr sympathischen Charakter geschaffen, Lakritzsüchtig, Bogart Fan und mit einem wachen Verstand, ist er davon überzeugt, das trotz aller Technik die gute alte Polizeiarbeit von größter Wichtigkeit ist.
Der Kriminalfall an sich birgt nicht viel Neues, auch wenn ich Spaß am spekulieren hatte, hätte der Mord auch in 2014 aus den selben Beweggründen geschehen können.
Mein Fazit: Da der Autor es schafft ohne blutige Details von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung aufrecht zu erhalten, ist es absolut Lesenswert. Von diesem Buch kann die NSA noch etwas lernen.

Vielen Dank an den Kiwi-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
 http://www.kiwi-verlag.de/buch/drohnenland/978-3-462-04662-5/
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (15. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462046624
  • ISBN-13: 978-3462046625






Dienstag, 13. Mai 2014

Crimson Teuflische Besessenheit von Joseph Merrick



Klappentext:
Der ehemalige FBI-Detective Jake Dark wird nach Alaska strafversetzt. Ausgerechnet in der gottverlassenen Siedlung Crimson soll er als Sheriff Dienst tun. Kaum dort angelangt, hört er seltsame Gerüchte und erfährt, dass sein Vorgänger bestialisch ermordet wurde. Kurz darauf findet er eine verstümmelte Leiche, der man einen biblischen Namen ins Fleisch geritzt hat. Weitere Morde mit gleichem Ritual folgen. Dark steht vor einem Rätsel. Gemeinsam mit seiner attraktiven Kollegin Elsa Below beginnt er zu ermitteln. Die beiden kommen schon bald auf die Spur der Chlysten, die sich auch als die "Dunkelroten" bezeichnen. Immer weiter dringt Dark in den inneren Kreis der Sekte vor und stößt auf Fanatismus und geheimnisvolle Riten. Doch je näher er den Mitgliedern kommt, desto mehr verschwimmen Traum und Realität. Und welche Rolle spiel eigentlich die verführerische Elsa? Jake ahnt, dass seine nächtlichen Albträume keine Wahnvorstellungen sind: Das Grauen hat gerade erst begonnen!

Inhalt:
Der degradierte FBI Agent jake Dark wird in die Einöde Alaskas strafversetzt. Er soll in Crimson, einer kleinen Siedlung, als Sheriff arbeiten. Was auf den ersten Blick scheint wie ein normaler Job, bei dem man sich in der täglichen Routine langweilt, entpuppt sich, noch bevor Jake seine Habseligkeiten aus dem Auto laden kann, als das pure Grauen, denn ein Serienmörder scheint in Crimson sein Unwesen zu treiben und Jake kommt ihm in die Quere. Trotz aller Warnungen nimmt Jake die Ermittlungen auf und kommt dem Geheimnis der Siedlung auf die Spur.

Meine Meinung:
Über 700 Seiten umfasst das Buch, da musste ich doch erst mal schlucken als ich es das erste Mal in Händen hielt, mir gingen so einige Gedanken durch den Kopf Was wenn das Müll ist, wenn mir trotz allem was ich schon über das Buch weiß, das was drinsteht nicht gefällt, schließlich habe ich versprochen es zu lesen, das werden evtl. 700 verdammt lange Seiten.
Gott sei Dank, waren meine Bedenken unnötig, denn schon nach den ersten Seiten war mir klar, das zumindest der Schreibstil absolut lesenswert ist, die Wortwahl des Autors lässt im Kopf des Lesers Bilder entstehen, die er mit seiner eigenen Fantasie immer noch ausschmücken kann. Und Bilder entstehen, nicht nur von den öden weiten Alaskas sondern auch  von grausam zugerichteten Leichen und perversen Ritualen einer Sekte die sich Chlysten nennen oder auch die Dunkelroten und deren Ursprung auf Rasputin zurück gehen, jenem Heiler und Bettelmönch, der 1916 erschlagen, erschossen und ertränkt noch nach seinem Tod angeblich Wunder vollbringen konnte.
Das Buch ist nichts für Zwischendurchleser, denn nicht nur Jake verliert sich in den Wirren von Schein und Sein, weiß nie wem er trauen kann und wem nicht, auch der Leser muss sich von Seite zu Seite auf neue Fakten einstellen und weiß doch nie, sind es nun Fakten oder doch nur Jakes Albträume. Immer wieder überrascht Joseph Merrick mit neuen Wendungen.
Warum ich dem Buch, trotz aller Begeisterung nur 4 Sterne gebe, möchte ich auch kurz erklären, es ist aufgeteilt in 3 Teile und meiner Meinung nach wäre nach 2 Teilen ein guter Zeitpunkt gewesen Schluss zu machen, denn dieses, ich nenne es mal für mich Zwischenende hätte perfekt gepasst zu einem im positiven Sinne Bösartigen Buch alles weitere hätte ich mir gern selber zusammen gesponnen.
Dann kam aber noch ein dritter Teil, der an Spannung auch nichts zu wünschen übrig lies, einiges erklärte und in einem grandiosen Finale mündet und doch enttäuschte mich das richtige Ende des Buches (ich werde den Teufel tun darauf jetzt näher einzugehen, das muss jeder selber lesen)
Deswegen 4 Sterne, diese aber mit Vorfreude auf das nächste Buch des Autors.
  • Broschiert:
  • Verlag: Jerry Media; Auflage: 1. Aufl. (30. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3952390623
  • ISBN-13: 978-3952390627


Freitag, 9. Mai 2014

Verdorbenes Blut von Geoffrey Girard




Klappentext von Bastei Lübbe:

DAS BÖSE IST DIR NÄHER, ALS DU AHNST ... Aus einer Einrichtung für gewalttätige Jugendliche sind sechs Jungen ausgebrochen. Ex-Militär Shawn Castillo wird eingeschaltet, um sie zu finden und zurückzubringen. Schnell entdeckt er, dass hinter der Fassade der "therapeutischen Einrichtung" ein fragwürdiges Projekt steht und die Ausreißer keine gewöhnlichen Jungen sind: Sie tragen Namen wie Ted Bundy, Jeffrey Dahmer, Dennis Rader – und sind die exakten genetischen Kopien dieser berüchtigten Serienmörder. Sie sollen das Böse in Reinform in sich tragen. Sie sollen den sicheren Tod bringen. Und sie sind mitten unter uns

Aus einer Forschungseinrichtungen fliehen einige Jugendliche mit Hilfe des Wissenschaftlers Jacobsons, nicht ohne vorher ein Blutbad von schier unglaublicher Grausamkeit angerichtet zu haben. Um diese Jugendlichen *wiederzubeschaffen* wird der Ex- Soldat Castillo von seinem ehemaligen Vorgesetzten Stanforth verpflichtet.
Castillo erfährt das es sich bei den Kindern nicht um normale Jugendliche handelt, sondern um die Klone der berüchtigsten Serienkiller aller Zeiten und das Jacobson nicht nur *offizielle* Klone erschaffen hat, sondern auch noch eine unbekannte Anzahl *inoffizielle* die im ganzen Land verteilt unter den unterschiedlichsten Bedingungen leben, gemeinsam mit Jacobsons *Adoptivsohn* Jeff macht sich Castillo auf die Suche nach den entflohenen Klonen.

Meine Meinung:
Geoffrey Girard, hat mit seinem Buch *Verdorbenes Blut* ein brisantes und wirklich spannendes Thema aufgriffen und auch auf den ersten Blick sehr gut umgesetzt, die Informationen die der Leser erhält sind aufschlussreich und scheinen realistisch, mit etwas Fantasie und Glauben an die Wissenschaft ist es durchaus vorstellbar das es in nicht allzu ferner Zukunft denkbar ist menschliche Klone zu erschaffen, so sehr unterscheiden sich Mensch und Tier nicht voneinander. Ebenso sind die Actionszenen spannend und auch die Grausamkeiten sind vom Autor gut ausgearbeitet, zu zart besaitet sollte man allerdings nicht sein.
Ich bin vom Schreibstil und der Wortwahl Girards absolut begeistert.
Leider verliert er sich in seiner eigenen Geschichte, meiner Meinung nach wichtige Teile werden nicht zu ende erzählt, die Klone entwickeln Fähigkeiten, die nicht zu dem wissenschaftlichen Anspruch passen wollen, den man als Leser am Anfang des Buches erwartet, auch ist das Ende auch zu absurd und nicht ansatzweise erklärt, aber das ist etwas das jeder selber lesen muss, sonst wäre zu viel verraten, es ist allerdings nicht zu überlesen.
Nachdem ich für mich entschied das Buch als SF/Wissenschaftsthriller zu sehen und nicht nur als Wissenschaftsthriller, konnte ich es bis auf das unbefriedigende Ende wieder genießen und mich der Spannung hingeben.
Ich freue mich auf weitere Bücher, Geoffrey Girard, wer es es schafft als Erstlingswerk mit relativ wenig Schwächen zu schreiben, lässt auf weiteren Lesegenuss hoffen.
4 Sterne


  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Paperback); Auflage: Aufl. 2014 (15. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785761090
  • ISBN-13: 978-3785761090
  • Originaltitel: Cain's Blood

Das Mädchen mit dem Haifischherz von Jenni Fagan












Inhalt: Die Autorin erzählt  einen kleinen Abschnitt aus dem Leben der 15jährigen Anäis, die in einem Strudel aus Drogen, Kriminalität und Sex gefangen ist und in einem Jugendheim lebt, nachdem ihre Adoptivmutter ermordet wurde und sie durch zahllose Pflegefamilien gereicht wurde, dieses Heim ist ihre letzte Chance vor der Einweisung in eine geschlossene Abteilung und hier scheint es zunächst so, als fände sie so etwas wie eine Familie und ein Zuhause.

Meine Meinung:
Jenni Fagan verliert sich leider ein einer unsäglichen Wortwahl, die gerade auf den ersten Seiten den einen oder anderen Leser abschrecken wird und die bei mir für massiven Sternchenabzug führt.
Hat man sich erst einmal damit abgefunden oder ist soweit abgestumpft das die Kraftausdrücke nicht mehr stören und sich trotzdem dazu entschlossen das Buch zu Ende zu lesen, entwickelt es sich zu einer Geschichte die berührt und schockiert. Ob die Autorin versucht dem Leser die Umstände im britischen Jugendhilf
esystem vor Augen zu führen genauer gesagt dessen Versagen, vermag ich nicht zu sagen, denn  damit kenne ich mich nicht aus und auch die Betreuer des Mädchens bleiben blass und scheinen völlig unfähig oder hilflos, anders sind manche Situationen nicht zu erklären und hier ist auch wieder ein Punkt für den ich einen Stern abziehe, die Autorin übertreibt maßlos, zwei der Jugendlichen gehen auf den Strich, alle Kinder nehmen Drogen und keiner der Betreuer schreitet ein?
Mein Fazit:
Nur bedingt empfehlenswert, denn weniger wäre mehr gewesen.

  • Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 2. Aufl. (12. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888979250
  • ISBN-13: 978-3888979255
  • Originaltitel: The Panopticon