Freitag, 16. Mai 2014

Drohnenland von Tom Hillenbrand


Auszug aus dem Klappentext:
Drohnen, die alles aufzeichnen. Ein allwissender Fahndungscomputer, der Verbrechen bemerkt bevor sie begangen werden-- Im Europa der Zukunft haben Kriminelle kaum eine Chance. Als kurz vor der Abstimmung über die neue EU Verfassung ein Parlamentarier ermordet wird, hofft Kommissar Westerhuizen, den Fall rasch aufklären zu können. Aber trotz Totalüberwachung und Digitalforensik gibt es kaum Indizien, denn die Datenspur wurde manipuliert.

Inhalt:
Europa ist sicher, dank flächendeckender Überwachung, mittels Drohnen, Überwachungskameras und Aufzeichnung aller Telefongespräche und Auswertung der von so gut wie jedem verwendeten Datenbrillen, ist  es so gut wie unmöglich ein Verbrechen zu begehen ohne innerhalb kürzester Zeit überführt und verhaftet zu werden, es ist sogar möglich anhand persönlicher Daten auszuwerten ob jemand in Zukunft eine Straftat begehen wird. Und dennoch tritt Kommissar Westerhuizen nach dem Mord an einem EU Parlamentarier auf der Stelle, alle Spuren verlaufen im Sande, es gibt weder menschliche noch technische Zeugen und auch ein eindeutiges Motiv das zum Mörder führen könnte, ist trotz intensiver Ermittlungen, mit allen technischen Mitteln und Befragungen im beruflichen und privaten Umfeld des Opfers nicht zu erkennen.
Erst nach und nach, findet Westerhuizen gemeinsam mit der Datenanalystin Ava, heraus, das nicht jeder Interesse an einer Aufklärung des Mordes hat und gerät in höchste Gefahr.
Meine Meinung:
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so fesselte, das mich mit riss in eine Zukunft wie sie leider vorstellbar ist.
Ohne lange Erklärungen, führt uns der Autor in ein Europa, das eher einem totalitären Überwachungsstaat gleicht als einem friedlichen Länderbündnis. Er verrät nur wenig darüber, wie sich alles entwickelte. *Es ist, wie es ist* und das macht dieses Buch so besonders, Tom Hillenbrand beschreibt das Szenario mit einer Selbstverständlichkeit die den Leser vergessen lässt zu hinterfragen ob das was er beschreibt wirklich Realität ist oder sein kann oder doch nur niemals wahr werdende Fiction.
Mit Kommissar Westerhuizen, hat der Autor einen sehr sympathischen Charakter geschaffen, Lakritzsüchtig, Bogart Fan und mit einem wachen Verstand, ist er davon überzeugt, das trotz aller Technik die gute alte Polizeiarbeit von größter Wichtigkeit ist.
Der Kriminalfall an sich birgt nicht viel Neues, auch wenn ich Spaß am spekulieren hatte, hätte der Mord auch in 2014 aus den selben Beweggründen geschehen können.
Mein Fazit: Da der Autor es schafft ohne blutige Details von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung aufrecht zu erhalten, ist es absolut Lesenswert. Von diesem Buch kann die NSA noch etwas lernen.

Vielen Dank an den Kiwi-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
 http://www.kiwi-verlag.de/buch/drohnenland/978-3-462-04662-5/
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (15. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462046624
  • ISBN-13: 978-3462046625






Dienstag, 13. Mai 2014

Crimson Teuflische Besessenheit von Joseph Merrick



Klappentext:
Der ehemalige FBI-Detective Jake Dark wird nach Alaska strafversetzt. Ausgerechnet in der gottverlassenen Siedlung Crimson soll er als Sheriff Dienst tun. Kaum dort angelangt, hört er seltsame Gerüchte und erfährt, dass sein Vorgänger bestialisch ermordet wurde. Kurz darauf findet er eine verstümmelte Leiche, der man einen biblischen Namen ins Fleisch geritzt hat. Weitere Morde mit gleichem Ritual folgen. Dark steht vor einem Rätsel. Gemeinsam mit seiner attraktiven Kollegin Elsa Below beginnt er zu ermitteln. Die beiden kommen schon bald auf die Spur der Chlysten, die sich auch als die "Dunkelroten" bezeichnen. Immer weiter dringt Dark in den inneren Kreis der Sekte vor und stößt auf Fanatismus und geheimnisvolle Riten. Doch je näher er den Mitgliedern kommt, desto mehr verschwimmen Traum und Realität. Und welche Rolle spiel eigentlich die verführerische Elsa? Jake ahnt, dass seine nächtlichen Albträume keine Wahnvorstellungen sind: Das Grauen hat gerade erst begonnen!

Inhalt:
Der degradierte FBI Agent jake Dark wird in die Einöde Alaskas strafversetzt. Er soll in Crimson, einer kleinen Siedlung, als Sheriff arbeiten. Was auf den ersten Blick scheint wie ein normaler Job, bei dem man sich in der täglichen Routine langweilt, entpuppt sich, noch bevor Jake seine Habseligkeiten aus dem Auto laden kann, als das pure Grauen, denn ein Serienmörder scheint in Crimson sein Unwesen zu treiben und Jake kommt ihm in die Quere. Trotz aller Warnungen nimmt Jake die Ermittlungen auf und kommt dem Geheimnis der Siedlung auf die Spur.

Meine Meinung:
Über 700 Seiten umfasst das Buch, da musste ich doch erst mal schlucken als ich es das erste Mal in Händen hielt, mir gingen so einige Gedanken durch den Kopf Was wenn das Müll ist, wenn mir trotz allem was ich schon über das Buch weiß, das was drinsteht nicht gefällt, schließlich habe ich versprochen es zu lesen, das werden evtl. 700 verdammt lange Seiten.
Gott sei Dank, waren meine Bedenken unnötig, denn schon nach den ersten Seiten war mir klar, das zumindest der Schreibstil absolut lesenswert ist, die Wortwahl des Autors lässt im Kopf des Lesers Bilder entstehen, die er mit seiner eigenen Fantasie immer noch ausschmücken kann. Und Bilder entstehen, nicht nur von den öden weiten Alaskas sondern auch  von grausam zugerichteten Leichen und perversen Ritualen einer Sekte die sich Chlysten nennen oder auch die Dunkelroten und deren Ursprung auf Rasputin zurück gehen, jenem Heiler und Bettelmönch, der 1916 erschlagen, erschossen und ertränkt noch nach seinem Tod angeblich Wunder vollbringen konnte.
Das Buch ist nichts für Zwischendurchleser, denn nicht nur Jake verliert sich in den Wirren von Schein und Sein, weiß nie wem er trauen kann und wem nicht, auch der Leser muss sich von Seite zu Seite auf neue Fakten einstellen und weiß doch nie, sind es nun Fakten oder doch nur Jakes Albträume. Immer wieder überrascht Joseph Merrick mit neuen Wendungen.
Warum ich dem Buch, trotz aller Begeisterung nur 4 Sterne gebe, möchte ich auch kurz erklären, es ist aufgeteilt in 3 Teile und meiner Meinung nach wäre nach 2 Teilen ein guter Zeitpunkt gewesen Schluss zu machen, denn dieses, ich nenne es mal für mich Zwischenende hätte perfekt gepasst zu einem im positiven Sinne Bösartigen Buch alles weitere hätte ich mir gern selber zusammen gesponnen.
Dann kam aber noch ein dritter Teil, der an Spannung auch nichts zu wünschen übrig lies, einiges erklärte und in einem grandiosen Finale mündet und doch enttäuschte mich das richtige Ende des Buches (ich werde den Teufel tun darauf jetzt näher einzugehen, das muss jeder selber lesen)
Deswegen 4 Sterne, diese aber mit Vorfreude auf das nächste Buch des Autors.
  • Broschiert:
  • Verlag: Jerry Media; Auflage: 1. Aufl. (30. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3952390623
  • ISBN-13: 978-3952390627


Freitag, 9. Mai 2014

Verdorbenes Blut von Geoffrey Girard




Klappentext von Bastei Lübbe:

DAS BÖSE IST DIR NÄHER, ALS DU AHNST ... Aus einer Einrichtung für gewalttätige Jugendliche sind sechs Jungen ausgebrochen. Ex-Militär Shawn Castillo wird eingeschaltet, um sie zu finden und zurückzubringen. Schnell entdeckt er, dass hinter der Fassade der "therapeutischen Einrichtung" ein fragwürdiges Projekt steht und die Ausreißer keine gewöhnlichen Jungen sind: Sie tragen Namen wie Ted Bundy, Jeffrey Dahmer, Dennis Rader – und sind die exakten genetischen Kopien dieser berüchtigten Serienmörder. Sie sollen das Böse in Reinform in sich tragen. Sie sollen den sicheren Tod bringen. Und sie sind mitten unter uns

Aus einer Forschungseinrichtungen fliehen einige Jugendliche mit Hilfe des Wissenschaftlers Jacobsons, nicht ohne vorher ein Blutbad von schier unglaublicher Grausamkeit angerichtet zu haben. Um diese Jugendlichen *wiederzubeschaffen* wird der Ex- Soldat Castillo von seinem ehemaligen Vorgesetzten Stanforth verpflichtet.
Castillo erfährt das es sich bei den Kindern nicht um normale Jugendliche handelt, sondern um die Klone der berüchtigsten Serienkiller aller Zeiten und das Jacobson nicht nur *offizielle* Klone erschaffen hat, sondern auch noch eine unbekannte Anzahl *inoffizielle* die im ganzen Land verteilt unter den unterschiedlichsten Bedingungen leben, gemeinsam mit Jacobsons *Adoptivsohn* Jeff macht sich Castillo auf die Suche nach den entflohenen Klonen.

Meine Meinung:
Geoffrey Girard, hat mit seinem Buch *Verdorbenes Blut* ein brisantes und wirklich spannendes Thema aufgriffen und auch auf den ersten Blick sehr gut umgesetzt, die Informationen die der Leser erhält sind aufschlussreich und scheinen realistisch, mit etwas Fantasie und Glauben an die Wissenschaft ist es durchaus vorstellbar das es in nicht allzu ferner Zukunft denkbar ist menschliche Klone zu erschaffen, so sehr unterscheiden sich Mensch und Tier nicht voneinander. Ebenso sind die Actionszenen spannend und auch die Grausamkeiten sind vom Autor gut ausgearbeitet, zu zart besaitet sollte man allerdings nicht sein.
Ich bin vom Schreibstil und der Wortwahl Girards absolut begeistert.
Leider verliert er sich in seiner eigenen Geschichte, meiner Meinung nach wichtige Teile werden nicht zu ende erzählt, die Klone entwickeln Fähigkeiten, die nicht zu dem wissenschaftlichen Anspruch passen wollen, den man als Leser am Anfang des Buches erwartet, auch ist das Ende auch zu absurd und nicht ansatzweise erklärt, aber das ist etwas das jeder selber lesen muss, sonst wäre zu viel verraten, es ist allerdings nicht zu überlesen.
Nachdem ich für mich entschied das Buch als SF/Wissenschaftsthriller zu sehen und nicht nur als Wissenschaftsthriller, konnte ich es bis auf das unbefriedigende Ende wieder genießen und mich der Spannung hingeben.
Ich freue mich auf weitere Bücher, Geoffrey Girard, wer es es schafft als Erstlingswerk mit relativ wenig Schwächen zu schreiben, lässt auf weiteren Lesegenuss hoffen.
4 Sterne


  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Paperback); Auflage: Aufl. 2014 (15. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785761090
  • ISBN-13: 978-3785761090
  • Originaltitel: Cain's Blood

Das Mädchen mit dem Haifischherz von Jenni Fagan












Inhalt: Die Autorin erzählt  einen kleinen Abschnitt aus dem Leben der 15jährigen Anäis, die in einem Strudel aus Drogen, Kriminalität und Sex gefangen ist und in einem Jugendheim lebt, nachdem ihre Adoptivmutter ermordet wurde und sie durch zahllose Pflegefamilien gereicht wurde, dieses Heim ist ihre letzte Chance vor der Einweisung in eine geschlossene Abteilung und hier scheint es zunächst so, als fände sie so etwas wie eine Familie und ein Zuhause.

Meine Meinung:
Jenni Fagan verliert sich leider ein einer unsäglichen Wortwahl, die gerade auf den ersten Seiten den einen oder anderen Leser abschrecken wird und die bei mir für massiven Sternchenabzug führt.
Hat man sich erst einmal damit abgefunden oder ist soweit abgestumpft das die Kraftausdrücke nicht mehr stören und sich trotzdem dazu entschlossen das Buch zu Ende zu lesen, entwickelt es sich zu einer Geschichte die berührt und schockiert. Ob die Autorin versucht dem Leser die Umstände im britischen Jugendhilf
esystem vor Augen zu führen genauer gesagt dessen Versagen, vermag ich nicht zu sagen, denn  damit kenne ich mich nicht aus und auch die Betreuer des Mädchens bleiben blass und scheinen völlig unfähig oder hilflos, anders sind manche Situationen nicht zu erklären und hier ist auch wieder ein Punkt für den ich einen Stern abziehe, die Autorin übertreibt maßlos, zwei der Jugendlichen gehen auf den Strich, alle Kinder nehmen Drogen und keiner der Betreuer schreitet ein?
Mein Fazit:
Nur bedingt empfehlenswert, denn weniger wäre mehr gewesen.

  • Gebundene Ausgabe: 332 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 2. Aufl. (12. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888979250
  • ISBN-13: 978-3888979255
  • Originaltitel: The Panopticon