Donnerstag, 24. Juli 2014

Leichentuch von Andreas M. Sturm



Inhalt:
Am 24. Dezember wird Burkhard Eichler in seinem Auto ermordet, durch den einsetzenden Schneefall, der seinen Wagen wie ein Leichentuch bedeckt, gilt sein Verschwinden zunächst nur als Vermisstenfall, erst als Tage später seine Leiche gefunden wird beginnt Karin Wolf mit Hochdruck zu ermitteln. Gleichzeitig muss sie sich mit den Drohungen des Kriminellen Witkowski auseinandersetzen, der aus dem Gefängnis geflohen ist und blutige Rache an ihr üben will und er hat einen Spitzel innerhalb von Karins Team.

Meine Meinung:
Eigentlich vereint Leichentuch einige Elemente der Kriminalliteratur, die mir nicht unbedingt gefallen:
1.Es ist Teil einer Reihe.
2.Es beinhaltet eine Liebesgeschichte.
3.Die Probleme der Hauptperson könnten sie in ihrer Arbeit massiv behindern.

Zu 1. Obwohl dies schon der 3. Fall Karin Wolfs ist, kann man das Buch wunderbar lesen ohne die Vorgängerbände zu kennen, der Autor schafft es die Protagonisten, ihre Charaktere und ihr Umfeld so gut zu beschreiben das man nie das Gefühl hat, auf wichtiges Hintergrundwissen verzichten zu müssen.

Zu 2. Die Liebesgeschichte, ist auf so natürliche Art und Weise in die Handlung eingebunden das nie der Verdacht aufkommt der Autor hätte sie nur zur Effekthascherei geschrieben. Karin Wolf muss sich mit ihren Gefühlen auseinandersetzen und lernen das sie nicht allein ist. Das zeigt sie von einer sehr menschlichen Seite und macht sie zum absoluten Sympathieträger.

Zu 3. Karin Wolf, muss ihre Angst vor Witkowski überwinden, sie weiß nie ob er ihr nicht an der nächsten dunklen Ecke auf sie lauert, das könnte sie zum Nervenbündel machen und ihre Arbeit behindern, sie aber schafft es sich vollständig auf die Aufklärung des Mordes an Eichler zu konzentrieren.

In diesem Fall muss ich meine Meinung also revidieren, jeder Handlungsstrang würde dem Buch fehlen

So brutal und verstörend die Verbrechen im Buch auch sind, übertreibt es Andreas M. Sturm nicht mit blutigen Details, genauso viel wie nötig um einem leichte Schauer über den Rücken zu schicken aber nicht zu viel das man sich vor Grausen vom Buch abwendet, sollte man zu den zartbesaiteten Lesern gehören.

Das Buch kann man direkt hier bestellen
https://www.fhl-shop.de/produkt/leichentuch/


Sonntag, 20. Juli 2014

Nur wer fällt, lernt fliegen von Anna Gavalda



Inhalt:
Auf einer Wanderung in den Cevennen stürzen Billie und ihr Freund Franck in eine Erdspalte, weit ab von den üblichen Wanderrouten scheint eine Rettung so schnell nicht möglich. Biliie will alles tun um ihren verletzten Freund zu retten und wendet sich an ihrer Beider Stern, der gefälligst Hilfe schicken soll und um diesen Stern dazu zu bringen erzählt sie ihm von ihrem und Francks Leben, eine Geschichte an deren Ende eigentlich das versagen Billies und die Verzweiflung Francks stehen müsste, denn Billie stammt aus der Unterschicht und wuchs ohne Liebe und ohne Zukunftsperspektiven auf und Franck müsste als Homosexueller dessen Vater seine Neigung auf gar keinen Fall aktzeptiert, der gehänselt und verspottet wird eigentlich an seiner Umwelt und dem Druck zerbrechen. Doch das Schicksal will es anders. Gemeinsam müssen sie in der Schule eine Theaterszene spielen und die Proben dazu sind der Beginn einer ungewöhnlichen und lebenslangen Freundschaft.
Meine Meinung:
Hat man sich erst einmal an die rotzige Ausdrucksweise Billies gewöhnt und lässt sich mitnehmen in ihre teilweise sehr gewöhnungsbedürftige Gedankenwelt, erwartet den Leser eine anrührende, beeindruckende Liebesgeschichte, einer Liebesgeschichte die nichts mit der Anatomie eines Menschen zu tun hat, wie Billie einmal in einer Diskussion über die Theaterszene sagte. Anna Gavalda versteht es ihren Lesern das Gefühl zu vermitteln das es aus jeder Situation einen Ausweg gibt, das man sein Leben immer wieder neu beginnen kann, so lange es jemanden gibt der zu einem steht und von dem man respektiert wird. *Nur wer fällt, lernt fliegen* ist kein Buch für Jedermann, obwohl es nicht einmal 200 Seiten stark ist, braucht man Zeit und Muße es zu lesen und auch etwas Geduld, denn erst zum Ende der Geschichte offenbart sich ihre ganze Schönheit.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Hier könnte ich zur Welt kommen von Marjorie Celona


Klappentext:

Vancouver Island, ein kühler Morgen im August, früh um fünf: Eine schmale junge Frau im groben Arbeitsoverall legt ein winziges Bündel auf einer Türschwelle ab und eilt davon. Das Bündel ist ein neugeborenes Mädchen, eingewickelt in ein graues Sweatshirt, ein Schweizer Messer zu ihren Füßen als einzige Erinnerung an ihre Mutter. Shannon findet schließlich bei der warmherzigen Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose ein Zuhause. Doch sie fühlt sich dort stets wie eine Fremde – von wem hat sie den blonden Lockenbusch auf dem Kopf, woher die kleine Statur? Die Frage danach, warum sie ist, wie sie ist, und die drängende Sehnsucht, ihre Mutter zu finden, lassen sie nicht los, und so macht sie sich mit sechzehn auf die Suche nach der Unbekannten im Overall, das Schweizer Messer in der Tasche. Ihr Weg führt sie zu einem Ort in den Urwäldern von Vancouver Island, deren Kronen sich mächtig und uralt wie ein Gewölbe über den Menschen aufspannen, ihnen Geborgenheit und Schutz geben. Was Shannon dort findet, ist eine ergreifende Geschichte von wilden Herzen, beschädigten Helden und von leisem Schmerz. Ein Mädchen auf der Suche nach ihrer Herkunft, nach dem, was war. Eine Mutter, die das Vergangene vergessen will. Ein bewegendes Debüt, das freilegt, was Worte wie Identität, Familie und Zuhause wirklich bedeuten.

Inhalt: Der Debütroman Marjorie Celonas, erzählt die Geschichte von Shannon, einem jungen Mädchen auf der Suche nach sich selbst, nach ihrer Mutter schlicht nach ihren Wurzeln. Von ihrer Mutter gleich nach der Geburt ausgesetzt, beginnt für das Mädchen ein Leben in verschiedenen Pflegefamilien. Ein Leben, das nicht immer von Geborgenheit und Glück geprägt ist. Erst als sie zu Miranda und ihrer Tochter Lydia-Rose zieht, findet sie so etwas wie eine Familie, auch wenn sie diese Familie lange nicht annehmen kann. Als Teenager macht sich Shannon auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter.

Meine Meinung: Der Autorin hat eine berührende Geschichte geschrieben, ohne auf die Tränendrüse zu drücken, etwas das Angesicht des schwierigen Themas sicher nicht einfach war. Shannon erzählt uns ihre Geschichte und sie berichtet uns warum ihre Mutter sie ausgesetzt, so das der Leser schon recht früh erfährt das ihre Suche von Erfolg gekrönt sein wird, ein Umstand der normalerweise einer Geschichte die Spannung nimmt, da es aber im Roman *Hier könnte ich zur Welt kommen* nicht um Spannung geht, tut dieser Umstand dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, jedes Mal wenn ich es wieder aufschlug hoffte ich etwas positives zu lesen, ein Happy End für Shannon und für ihre Mutter. Ob es dazu kommt verrate ich hier natürlich nicht.
Der unsentimentale, bildhafte Schreibstil der Autorin ist ein absoluter Pluspunkt und ich hätte nie vermutet das es sich bei Marjorie Celona um eine Debütautorin handelt.

Mein Fazit:
Berührend, anrührend und unsentimental.
Absolut Lesenswert.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar




Rauklands Schwert von Jordis Lank



Inhalt: Raukland leidet unter der Knute Broghans der  als grausamer und brutaler Herrscher des Landes von seinem Volk gefürchtet wird, die Armut im Land wächst, doch noch ist Ronan nicht bereit Lannoch zu verlassen und für ein Land zu kämpfen  das nicht das Seine ist. Doch Broghan ist nicht damit zufrieden das Land zu bherrschen, er will Rache an Ronan und als er es nicht schafft Ronan auf Lannoch in seine Gewalt zu bringen, greift er zu einer Finte um Ronan zurück nach Raukland zu locken.
Mit Erfolg, allerdings auch mit anderen Konsequenzen als von ihm erwünscht.

Mehr schreibe ich nicht zum Inhalt, zu schnell ist sonst zu viel verraten, von diesem leider viel zu kurzen Buch. Ich wäre gern noch länger in Raukland und auch auf Lannoch verweilt.

Meine Meinung:
Jordis Lank hat es geschafft ihre Leser gleich zu Beginn des Buches in ihren Bann zu ziehen, Ihre Charaktere waren wie schon im Vorgängerbuch Rauklands Blut, liebevoll und detailliert gezeichnet ohne überzogen zu sein die Guten waren weder charakterlich noch körperlich *Übermenschen* ohne Fehl und Tadel sonder hatte ihre Schwächen, die sie nur sympathischer machten und sogar Broghan das personifizierte Böse in diesem Buch,bekam ein paar menschliche Züge.
In diesem Band bekam der Leser so einiges geboten, weder die Romantik noch die Spannung kamen zu kurz.
Die Choreografie der Schlachtszenen und der Schwertkämpfe sind aus meiner Laienhaften Sicht, hervorragend dargestellt, ich von der Thematik keinerlei Ahnung habe, kann mir aber vorstellen das es so abläuft.

Mein Fazit:
Ein wunderbarer Abschluss der Trilogie. Ich habe in meiner Rezension zu Band 2 erwähnt, dass man Band 1 nicht gelesen haben muss um das Buch zu verstehen, für Neueinsteiger würde ich nun aber empfehlen alle Bücher zu lesen Es lohnt sich auf jeden Fall.
  • Broschiert: 350 Seiten
  • Verlag: Verlagshaus el Gato; Auflage: 1., erste (27. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943596435
  • ISBN-13: 978-3943596434