Dienstag, 26. August 2014

Die Lügen der Anderen von Mark Billingham



Drei britische Paare lernen sich durch Zufall im selben Ferienhotel in Florida kennen, gemeinsame Unternehmungen lassen so etwas wie Freundschaften entstehen und die Paare beschließen sich auch nach dem Urlaub zu treffen,genügend Gesprächsstoff bei ihren Abendessen, liefert das Verschwinden eines  Mädchens am letzten Urlaubstag.
Als auch in England ein Mädchen verschwindet, das Ähnlichkeiten mit dem amerikanischen Mädchen aufweist, geraten die Paare ins Visier der Ermittlungen.
Meine Meinung:
Die Lügen der Anderen, war wenn ich mich recht erinnere der erste Roman des Autors Mark Billingham, den ich bisher gelesen habe aber sicher nicht der letzte. Der Autor besticht durch einen ungewöhnlichen Schreibstil und viele Zeitsprünge, immer wieder führt er den Leser zurück an den Urlaubsort und in die Vergangenheit seiner Protagonisten.
Er deckt ihre Schwächen auf und lässt uns hinter ihre Fassade blicken, nicht jeder ist so wie er sich gibt. ich kam mir beim Lesen der Dinnerpassagen vor wie ein Voyeur, der am Fenster steht und von außen als unbeteiligter Zuschauer die Treffen verfolgt. Ein faszinierendes Leseerlebnis.
Die Aufklärung des Falles, war für mich absolut überraschend, nicht für einen Augenblick hatte ich diese Person in Verdacht.
Wer Lust auf einen  unblutigen und ungewöhnlichen Krimi hat, ist bei Mark Billinghams Roman *Die Lügen der Anderen* absolut richtig.

Das Buch kann direkt über den Verlag bestellt werden.
Atrium Verlag

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Atrium Zürich (20. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 385535054X
  • ISBN-13: 978-3855350544

Montag, 18. August 2014

Totenleuchten von Klara Nordin


Inhalt:
In der kleinen Stadt Jokkmokk am Polarkreis geschieht ein Mord, die Art und Weise wie der junge Mann getötet wurde und die Tatwaffe weisen auf einen Täter aus der samischen Bevölkerung hin.
Linda Lundin, die gerade erst ihre neue Stelle in Nordschweden angetreten hat, sieht sich konfrontiert mit der für sie fremden Lebensweise den Sitten und Gebräuchen der Samen als sie damit beauftragt wird gemeinsam mit den Kollegen Bengt und Margareta den Fall zu lesen, das sie gleich auf dem Weg nach Jokkmokk einen Unfall hat und die ersten Tage ihres Dienstes im Krankenhaus verbringt ist dabei nicht gerade hilfreich.
Es scheint als wäre Jokkmokk vom Unglück verfolgt, denn der Mord an dem jungen Mannes war nicht der einzige Todesfall in der letzten Zeit,schnell stellt sich dem Leser die Frage ob die Todesfälle in Zusammenhang stehen.
Meine Meinung:
Man spürt die Liebe der Autorin Klara Nordin zu ihrer Wahlheimat Nordschweden, liebevoll beschreibt sie die Menschen, die Landschaften und sogar das, für Mitteleuropa eher unangenehme Klima, scheint durch ihre Augen gesehen, weniger kalt und abweisend. Ihre Protagonisten sind ausführlich beschrieben, mit Ecken und Kanten und vielen liebenswerten Seiten. Nur leider schafft sie es nicht Spannung aufzubauen, man liest zwar von dem Mord und den Unfällen, begleitet die Ermittler bei ihren Befragungen, aber die Ermittlungen rücken in den Hintergrund, vor der grandiosen Kulisse Lapplands, den Beschreibungen der Lebensweise der Samen ihrer Kunst, ihrer Lebensweise und ihrer Musik. Ich habe immer auf nähere Informationen über die Samen gewartet und mich durch das Internet gekämpft um z.B. mehr über *Joik* zu erfahren und auch zu hören oder auch über das Leben der Rentierzüchter.
Ich gebe dem Buch dennoch 4 Sterne ziehe also für die fehlende Spannung nur 1 Stern ab, denn ich habe mich trotzdem sehr gut unterhalten gefühlt und hoffe auf mehr Bücher der Autorin, vielleicht erzählt sie uns ja mehr von dem uns nahezu unbekannten Leben am Polarkreis.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Buch kann direkt beim Verlag erworben werden

KiWi Verlag

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (14. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462046934
  • ISBN-13: 978-3462046939

Mittwoch, 13. August 2014

Dreimal im Leben von Arturo Pérez Reverte




Inhalt:
Als der junge Eintänzer und Gelegenheitskriminelle die schöne und reich verheiratete Mecha kennenlernt, ahnt er noch nicht das sie die Liebe seines Lebens sein wird. Dreimal treffen Max und Mecha aufeinander, dreimal verwebt sich ihr Schicksal, vor dem Hintergrund der glamourösen 30er Jahre den Wirren des Krieges und den Nachkriegszeiten, immer mehr miteinander um sie vielleicht bei ihrer letzten Begegnung 1966 für immer zu verbinden.

Meine Meinung:
Arturo Pérez Reverte, schreibt nicht für Jedermann, wer einen klassischen, seichten, historischen Liebesroman erwartet, wird furchtbar enttäuscht sein, denn seicht ist in diesem Buch nichts, weder die Story noch der Schreibstil des Autors, wortgewandt beschreibt er die Begegnungen seiner Protagonisten und verliert sich dabei leider auch in wiederkehrenden Beschreibungen zum Beispiel die der Schönheit Mechas auch die teils für meinen Geschmack etwas zu ausführlichen Beschreibungen der Geschichte des Tangos und den Schachspiel, stören etwas den Lesefluss.
Wohl absichtlich hat der Autor seine Protagonisten mit scheinbar wenig offensichtlichem Gefühl ausgestattet, Max muss seine Rolle spielen um in der Oberschicht in der er sich bewegt und zu der er zu gern gehören würde nicht anzuecken und Mecha wird gelernt haben, das das zur Schau stellen von Gefühlen sich für eine Dame der Gesellschaft nicht ziemt, so kann man nur vermuten wie es unter der Oberfläche der Beiden aussieht, das es doch nicht nur  erotische Anziehungskraft ist die beide miteinander verbindet.


Mein Fazit:
Hat man sich eingelassen auf die Geschichte und den Schreibstil des Autors, hat man die für sich persönlich wichtigen Informationen heraus gefiltert und lässt die Geschichte Revue passieren, verblassen die Längen und Wiederholungen in der Erinnerung und zurück bleibt eine Liebesgeschichte, die zu den Charakteren passt, distanziert und doch voller Leidenschaft.
Eine Geschichte wie der Tango, der hier ausführlich beschrieben wird, geprägt von Anziehungskraft und Abstoßung und immer voller Gefühl.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


Erschienen: 05.08.2013
Gebunden, 525 Seiten
ISBN: 978-3-458-17580-3

 

Montag, 4. August 2014

Schmerz. Malminger letzter Fall



Inhalt:
Hauptkommissar Malminger ermittelt in einem Mordfall, der einem lange zurückliegenden  Mord in den USA ähnelt und über den Malminger ein Buch geschrieben hatte. Der Fall der schwarzen Dahlie wurde nie aufgeklärt und faszinierte die Menschen so sehr,  das Filme darüber gedreht wurden.
Malminger erkennt, zunächst als Einziger, sofort die Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen und will in diese Richtung ermitteln, doch Uneinigkeit und Karriereneid im Team behindern ihn.
Meine Meinung:
Ich musste das Gelesene erst einmal sacken lassen,  ich habe noch nie einen Thriller gelesen der mich  so unterschiedlich reagieren lies.
Da haben wir die handelnden Personen, Malminger und seine Kollegen sind durch die Bank kaputt entweder in Selbstmitleid ertrinkend,  Alkoholabhängig oder Karrieregeil, sie konsumieren Drogen (die auch schon mal aus dem Beweismitteln der Polizei gestohlen werden) hacken sich in fremde Computer, unterschlagen Beweismittel und und und....
Es gab niemanden der einfach nur das tat was er tun sollte, nämlich sämtliche persönlichen Interessen zurückstellen und den Mörder ermitteln.
Der Mörder, ein Sadist reinsten Wasser, der durch das Kopieren des Schwarze Dahlien Mordes in die Geschichte eingehen will, man spürt beim Lesen quasi seine Verzweiflung, als die Zeitungen nicht von einem Zusammenhang zwischen den Morden berichten.
Als ich das Buch beendet hatte, kam mir als erstes in den Sinn.
*Malmingers letzter Fall*--- Na Gott sei Dank.
So jemand hat im Polizeidienst nichts zu suchen, genauso wenig wie alle anderen an diesem Fall beteiligten Beamten.
Jetzt ist da aber noch der Schreibstil der Autorin und die Grundidee des Thrillers und da muss ich sagen, habe ich auf dem Sektor schon länger nichts mehr gelesen was mich so fasziniert hat: Offen, brutal und fast schon quälend bildhaft beschreibt sie die einzelnen Personen und Begebenheiten, selten hatte ich so ein klares Bild der Personen und der Handlung vor Augen wie bei diesem Buch. Fast schon Kopfkino.
Das war mein zweiter Gedanke.
Zusammengefasst gibt das 4 Sterne, einen behalte für die zu große Zahl der kaputten Typen im Kommissariat und die 4 verbleibenden sind für den Schreibstil, die Idee und das Ende.
  • Verlag: Leinpfad Verlag; Auflage: 1. Aufl. (3. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942291622
  • ISBN-13: 978-3942291620
Das Buch kann direkt beim Verlag erworben werden.