Freitag, 23. Januar 2015

Tod eines Revisors von Olaf Jahnke

Jens Scherer, Innenrevisor einer renommierten Bank, beruflich erfolgreich, glücklich verheiratet soll in einer Psychiatrischen Klinik Selbstmord begangen haben, mit einer tödlichen Dosis eines Medikamentes das zur Behandlung von ADHS eingesetzt wird, doch seine Frau glaubt nicht an die Selbstmordtheorie, aufgrund derer die Polizei nicht ermittelt. Sie schaltet den Privatermittler Roland Bernau ein.

Meine Meinung: Mit Roland Bernau begegnen wir einem Privatdetektiv der einem Philip Marlowe alle Ehre macht, der sich gegen alle Widrigkeiten in seinen Fall verbeißt und auch mal seine eigene Gesundheit und sogar sein Leben riskiert und natürlich darf auch an Bernaus Seite eine schöne Frau nicht fehlen, hier ist es die Journalistin Julia, die vor Scherers Tod eine Akte zu gespielt bekam, in der Beweise für Geldwäsche in Zeiten der Wende dokumentiert sind, als sich dann noch herausstellt das Scherer seine Kollegen erpresst hat, gibt es zwar mehrere Motive für einen Mord aber immer noch keinen greifbaren Beweis, geschweige denn einen Täter.
Olaf Jahnke bedient sich eines sehr interessanten Schreibstils, der Leser ist immer auf dem selben Stand wie Bernau, er begleitet ihn und kann so Stück für Stück die Verstrickungen von Politik, Finanzen und Industrie entwirren, erlebt jeden Rückschlag und jeden noch so kleinen Erfolg mit, so das auf keiner Seite Langeweile aufkommt. Langsam baut sich die Spannung auf, um die Story in einem logischen Finale enden zu lassen.
Der Autor beschreibt seine Charaktere lebendig und realistisch, die Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten ist bildhaft genug so das sich auch Ortsfremde die Umgebung gut vorstellen können und Ortskundige nicht gelangweilt weiterblättern.

  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (10. November 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958486002
  • ISBN-13: 978-3958486003

Montag, 19. Januar 2015

Stammtischmorde III

Klappentext:
Was hat ein Plakat in der Red-Bull-Arena mit einem Mord in Gronau zu tun? Wie reagiert ein Mann, wenn ihn die Frau verlässt, der er aus Liebe eine Niere gespendet hat? Wozu ist ein alter Mann fähig, der seinen Enkel um jeden Preis zum Fußball-Profi machen will?

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal legen Autorinnen und Autoren vom Leipziger Krimi-Stammtisch eine Anthologie mit Mords-Geschichten vor.
Mordsgeschichten - das ist einmal wörtlich zu nehmen, weil es Gewalt und Tote gibt.
Mordsgeschichten - das gilt ebenso im übertragenen Sinne, weil die Fantasie des Schreibers auch einen Fall ohne Leiche zu einer spannenden und ungewöhnlichen Story macht.
Dreizehn Autorinnen und Autoren haben sich diesmal zusammengetan. Und wie bei den ersten Bänden mit Erich Loest und Edgar Franzmann haben sie sich Verstärkung von außen dazugeholt, und zwar einen Mann vom Fach: Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz ist mit einer Geschichte aus turbulenten Nachwende-Zeiten dabei. Ein besonderer Coup der Stammtisch-Bande.


 Einmal mehr durfte ich der Einladung des FHL Verlags folgen und 13  Krimiautoren sowie einem Gastautor beim  Morden begleiten und wie gewohnt wurde ich von den Kurzgeschichten nicht enttäuscht. Anthologien sind wie Tüten mit gemischten Süßigkeiten, nie weiß man so ganz genau was einen erwartet, manches ist köstlich und zergeht auf der Zunge anderes möchte man am Liebsten gleich wieder ausspucken und wieder anderes mutet seltsam an. Genauso ging es mir mit den einzelnen Geschichten, nicht immer liessen sie sich gefällig lesen und erschlossen sich auf Anhieb, sorgsames und manchmal wiederholtes Lesen war nötig und vielleicht war es gerade dann das etwas sperrige, was diese Geschichten so interessant machte.Einige der Geschichten, bzw. der Motive zogen mich unausweichlich auf die Seite des Mörders, dessen Motive für mich so nachvollziehbar und verständlich waren das ich ihn nicht verurteilen konnte. z.B. in meinem Top Favoriten:
Hügel der Stiefel von David Gray, der uns in den wilden Westen nach Hope führt einer kleinen, von tiefgläubigen Menschen bewohnten, Stadt in der nicht alles so friedlich und heimelig ist wie es auf den ersten Blick scheint.
Oder die Story macht betroffen und traurig, wie in Klassentreffen von Hartwig Hochstein, in der sich über Jahre angestaute Wut und Verzweiflung in einer grausamen Tat entladen für die ich wieder, obwohl ich im realen Leben ein rigoroser Gegner von Selbstjustiz bin, vollstes Verständnis hatte.
Häufig ist man vom Täter überrascht, hat man doch jemand ganz anderen im Visier,der Motiv und Gelegenheit hätte jemanden zu ermorden, wie in Lady in Black von Andreas M. Sturm.
Kurz zum Gastautor Bernd Merbitz, ich gebe zu, es hat etwas gedauert bis ich mich an die Art und Weise gewöhnt hatte in der der Autor schreibt,  sein Schreibstil gehört zu denen die etwas seltsam anmuteten hat man sich allerdings erst einmal daran gewöhnt und sich darauf eingelassen, ist er durchaus interessant, aus diesem Blickwinkel zu erfahren wie es zu der Tat kam.
Zum Schluss sei noch gesagt, in der Wundertüte gab es keine Süßigkeit die ich wieder ausspucken wollte,jede Geschichte war auf ihre Art spannend, manchmal traurig manchmal etwas makaber.
Ich freue mich schon auf die nächsten Stammtischmorde.

  • Broschiert: 220 Seiten
  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (15. Oktober 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829266
  • ISBN-13: 978-3942829267

Choices: Die Mächtigen von Nils Nöske

Klappentext:
Zorin versinkt im Chaos. An keinem anderen Ort paaren sich so viel Reichtum und rasanter Fortschritt mit derartigen Grausamkeiten und erdrückender Armut wie in der gewaltigen Hauptstadt. Hier regieren Egoismus und Ignoranz, Korruption und Rücksichtslosigkeit. Vor vielen Jahrtausenden jedoch regierten hier Magie und jene, die sie beherrschen konnten. Und obwohl das Wissen um diese Mächte längst von der Oberfläche verschwunden ist, trägt die Welt auch heute noch ihre Spuren. Ein wohlhabender Reporter, ein armer Traumtänzer und ein uraltes Zauberbuch. Mehr braucht es nicht, um den Funken der Zauberei erneut zu entfachen und die vertraute Welt mit einer Woge der Zerstörung in ihren Grundfesten zu erschüttern.
Meine Meinung:
Lange habe ich auf ein neues Buch von Nils Nöske gewartet, nachdem mir die *Besessenen* aus der Reihe Choices ausnehmen gut gefallen hatte, waren meine Erwartungen an *die Mächtigen* natürlich besonders hoch und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht, das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, unterhaltsam und vor allem rätselhaft, es animiert die Leser dazu, mit zuraten, welche Motive die Protagonisten für ihre Handlungen haben, wie es weitergeht und lange darf bezweifelt werden ob es denn ein Happyend gibt, für Zorin und die *Helden* Ich war lange hin und her gerissen, zwischen Sympathie und Ablehnung gegenüber den Hauptpersonen, es gibt nicht von der ersten Seiten an, den einen *Guten* den der auszieht die Welt zu retten, glaubt man den Charakter einer der Personen durchschaut zu haben, geschieht auf der nächsten Seite etwas, dass meine Meinung wieder völlig über den Haufen warf, aber keine Angst, auch wenn vielleicht nicht alle Fragen am Ende des Buches beantwortet werden, das eine oder andere kleine Geheimnis darf dann doch unaufgeklärt werden, fügt sich doch alles zu einer logischen Geschichte zusammen.
Ich hatte schon für *die Besessenen* fünf volle Punkte vergeben und wünschte mir nun ich könnte mehr vergeben, denn man erkennt, vergleicht man die beiden Bücher miteinander, eine deutliche Steigerung im Stil und im Aufbau der Geschichte, man könnte sagen sie ist erwachsener geworden, was aber gleich blieb ist die unverkennbare Schreibfreude Nils Nöskes.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil oder einfach das nächste Buch des Autors.
  • Broschiert: 359 Seiten
  • Verlag: Latos Verlag; Auflage: 1 (18. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 394330857X
  • ISBN-13: 978-3943308570