Dienstag, 24. Februar 2015

Drahtseiltänzer Die Geschichte von Noah und Ciro

Wenn er mir entgegenlächelt, die Hand nach mir ausstreckt, dann brauche ich keine Sicherung. Er wird mich auffangen. Egal, aus welcher Höhe ich falle." Ein Tanz auf dem Drahtseil. Ein Held, der nur in Ciros Fantasie existiert. Ein Deal, der zum Verrat zwingt und eine Nacht am Strand, getaucht in Geborgenheit und Nähe. Doch die Sonne geht auf und der neue Tag schlingt vertraute Fesseln um Ciros Leben. Ein toter Bruder. Ein missratenes Outing und eine Spontanreise in die Toskana. Noah braucht Abstand zu sich und seinen Eltern - nicht zu dem Italiener mit dem verträumten Blick und den braungebrannten Füßen in sandigen Flip-Flops.

 Eins vorweg: Ich lese keine Liebesromane, die sind kitschig und vorhersehbar und immer gleich , voller unrealistischer Romantik und enden meist mit einem Spaziergang in den Sonnenuntergang oder so , soweit die graue Theorie, nur manchmal packt auch mich die Neugier: Wie sieht denn das aus, wenn eine mir bisher nur als Fantasyschreiberin bekannte Autorin, eine Liebesgeschichte erzählt, die zwischen zwei Männern spielt, von denen sich einer ab und zu als Frau wohler fühlt als als Mann?
Kurz zum Inhalt:
Noah, 17,selbstbewusst,beliebt bei seinen Freunden und Klassenkameraden und schwul, hat sich endlich getraut sich auch seinen Eltern gegenüber zu outen, nachdem sein restliches Umfeld schon lange Bescheid weiß. Was zunächst reibungslos über die Bühne zu gehen scheint, macht seinen Eltern dann doch ziemlich zu schaffen, sie brauchen mehr Zeit und Abstand um die Neuigkeit zu verarbeiten und gemeinsam beschließen sie das Noah mit seinem Onkel Urlaub in Italien zu machen. Dort trifft er Ciro und damit ändert sich sein gesamtes Leben, denn schon bald wird ihm klar, das Ciro seine große Liebe ist
Und natürlich fangen die Probleme damit erst an, denn Ciro muss seine Neigungen geheim halten und er versteckt in sich noch einen weiteren Menschen (ich habe keine Ahnung wie ich das sonst ausdrücken soll) Chiara, eine junge wunderschöne Frau, die den Lebensunterhalt für sich und ihren Bruder als Drahtseilartistin verdient und die die Bewunderung des Publikums und besonders der Männer genießt.
Mehr verrate ich nicht ;o)
Meine Meinung:
Die Geschichte von Noah und Ciro ist eine  Liebesgeschichte, manchmal kitschig, manchmal zum heulen schön und manchmal machten die Handlungen der Protagonisten wirklich wütend, manchmal wollte ich die Hauptpersonen schütteln damit sie aufwachen und so handeln wie es vernünftig wäre und wie es sie schneller und problemloser zum Happy End führen würde, nur ganz ehrlich das wäre dann ja schon etwas langweilig.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, sie beschreibt ihre Charaktere und Örtlichkeiten sehr anschaulich, man kann sich gut vorstellen das die fiktiven Personen doch irgendwo existieren und genau das im Buch beschriebene Leben führen.
Sie findet klare und schnörkellose Worte wenn es um Sex geht (Warnung für Prüde *Ja die schlafen miteinander und küssen sich und so*) und herzerwärmende (ich habe immer noch kein weniger blödes Wort gefunden) wenn es um Gefühle geht.
Mein Fazit:
OK, ich lese doch Liebesromane, aber sie müssen etwas besonderes sein.


Mehr Lesestoff dieser Autorin,schaut euch doch mal auf ihrer Facebookseite um
S.B.Sasori
  • Taschenbuch: 314 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (7. Januar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1505451744
  • ISBN-13: 978-1505451740

Mittwoch, 18. Februar 2015

Sakrament des Todes. 13 Morde auf heiligem Boden

Klappentext:
In dreizehn Geschichten werden Verbrechen auf heiligem Boden verübt. Dabei sollte ein Gotteshaus eigentlich ein Ort der Geborgenheit und Besinnung sein, aber Krimiautorinnen und -autoren lassen in ihren Geschichten Kirchengebäude zum Schauplatz von kriminellen Handlungen werden. Die spannenden Erzählungen beschränken sich jedoch nicht auf die Schilderung von Delikten, sondern rücken auch die geweihten Gebäude in den Fokus des Lesers. Die Schönheit der sakralen Bauwerke, deren Geschichte oder
Die Autoren … Andreas M. Sturm, Martina Arnold, Jan Flieger, Romy Fölck, Patricia Holland Moritz, Mandy Kämpf, Swenja Karsten, Frank Kreisler, Eva Lirot, Anne Mehlhorn, Regina Schleheck, Hughes Schlueter, Franziska Steinhauer

Meine Meinung:
In 13 Kurzgeschichten wird der Leser mit den Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert, Morde aus den verschiedensten Beweggründen, sei es Gier, Neid, Eifersucht, Prunksucht, keine Sünde scheint den Autoren fremd und so leben sie ihre Fantasien in den Geschichten aus. Nicht immer geschieht die Tat in einem Gotteshaus, aber immer beginnt oder endet sie genau dort, an dem Ort an dem der Großteil der Leser und natürlich auch die Opfer einen besonderen Schutz erwarten, wenn nicht unbedingt von Gott so doch von der Hoffnung das jeder die Besonderheit eines Gotteshauses respektiert. Falsch gedacht.
Die Geschichten sind durchweg spannend nicht immer leicht zu durchschauen oder einfach zu verstehen, besonders wenn es sich nicht um klassische Kriminalgeschichten handelt, sondern etwas mystisches zur Lösung beiträgt, aber spätestens wenn man diese Geschichten zum zweiten Mal liest, stellt sich ein befriedigendes AHA Gefühl ein.
Unerwartete Wendungen, bei denen man sich nicht immer sicher sein kann ob es sich nur um einen Zufall handelt oder ob doch eine höhere Macht ihre Hand im Spiel hat, machen das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen.
Alle Handlungsorte sind real, jedes der Gotteshäuser wird mit einem Bild und im Text beschrieben, anders als bei fiktiven Tatorten hat der Leser ein klares Bild vor Augen und ist somit mittendrin im Geschehen.
Jeder Einzelne der Autoren, der an dieser Anthologie mitgewirkt hat, beherrscht die hohe Kunst der Kurzgeschichte, meiner Meinung nach, ist es viel schwieriger auf wenigen Seiten all das Wichtige unterzubringen, das eine gute Story braucht als in einem 300 Seiten Roman. Hut ab.
Vielen Dank für spannende Lesestunden.


  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (1. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829584
  • ISBN-13: 978-3942829588
Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden

https://www.fhl-shop.de/produkt/sakrament-des-todes-13-morde-auf-heiligem-boden/

und es gibt eine sehr interessante Seite dazu.
 http://www.sakrament-des-todes.de/
 

Sonntag, 15. Februar 2015

Abschiedslesung der Tübinger Autorin Cornelia Lotter am 14.02.2014



Nein, keine Angst, das war sicherlich nicht ihre letzte Lesung zu sehr spürt man die Freude Frau Lotters dem Publikum ihre Bücher vorstellen zu dürfen, nur leider die wahrscheinlich Letzte in der Tübinger Puppenbühne, da es die Autorin zurück in ihre alte Heimat Leipzig zieht.
Leipzig ist auch das Stichwort, Cornelia Lotter las dem trotz Fasching und Valentinstag, recht zahlreich erschienen Publikum aus ihren zu Recht erfolgreichen Leipzig Krimis rund um die Privatdetektivin Kirsten (Ki) Stein vor.
Beginnend mit Gottesgericht über Elstertränen, Liebeslügen bis zum, bisher letzten Teil der Reihe, Hurenlohn.
Jedes einzelne dieser Bücher greift ein aktuelles und brisantes Thema auf, immer sauber und akribisch recherchiert und ohne Angst vor klaren Worten sind die Bücher nicht immer etwas für zartbesaitete Leser. Und genau die Stimmung die ich beim Lesen von Gottesgericht und Elstertränen empfand, konnte die Autorin auch durch die von ihr gewählten Abschnitte vermitteln.
Rezensionen zu den beiden letzten Bänden werden sicherlich bald auf diesem Blog erscheinen.
Mit dem Wegzug, Cornelia Lotters, verliert die schwäbische Kulturlandschaft eine talentierte Krimiautorin andererseits ist sie dann ein Gewinn für Leipzig, ich wünsche ihr und ihren Lesern, dass sie von der Stadt, seinen Örtlichkeiten und Menschen zu vielen weiteren Büchern inspiriert wird.

Umrahmt wurde die Veranstaltung, von dem jungen Tübinger Sänger Ex Bird, der zwischen den einzelnen Leseabschnitten, das Publikum mit seinen Liedern unterhielt.


Die Werke der Autorin können als Print Bücher und als e books bei Amazon bestellt werden.
Und ich bedanke mich bei Andrea Hübner, dafür das ich die von ihr gemachten Fotos verwenden darf.

Montag, 9. Februar 2015

Weissglut von Jesper Stein



Klappentext:
Brütende Hitze liegt über Nørrebro, und mit Vizekriminalkommissar Axel Steen geht es immer weiter bergab. Sein Haschischkonsum steigt, seine Todesängste fressen ihn auf und dann wird auch noch sein Intimfeind Jens Jessen, der neue Mann an der Seite seiner Exfrau Cecilie, in den Rang eines Polizeichefinspektors befördert und ist somit sein Chef. Erst ein neuer Fall, der ihn bis ins Mark trifft, reißt Axel aus seiner Lethargie: Nach einer Vergewaltigung werden DNA-Spuren gefunden, die zu dem Mord an Marie Schmidt vor vier Jahren passen; dem Mord, der Axels Ehe mit Cecilie ruinierte und beinahe das Leben seiner damals zweijährigen Tochter Emma gekostet hätte. Und den er nie aufklären konnte. Der Bluthund in Axel erwacht und nimmt die Fährte auf.
Jesper Stein, dessen Erstling es gleich auf die Krimibestenliste der Zeit geschafft hat, ist mit diesem Roman wieder ein großer Wurf gelungen: Er kennt Nørrebro bis in den letzten schmutzigen Winkel und hält die Spannung bis zur letzten Seite.

Meine Meinung:
Der zweite Fall des  Kriminalkommissars Axel Steens, führt den Leser in einen tiefen Sumpf, aus Verbrechen, Drogenkonsum und schlechter Polizeiarbeit, er begleitet Steen auf seinen Weg in seinen persönlichen Abgrund, an dessen Ende er sich unweigerlich selbst zerstören würde, käme da nicht die Nachricht, das ein neuer Vergewaltigungsfall, Parallelen zu dem Mord an einem jungen Mädchen aufweist, der den Beginn seines Abstiegs einleitete. Der Autor führt nicht nur seinen Ermittler auf viele falsche Spuren, auch seine Leser tappen lange im Dunkeln, gehen mit Axel Steen immer einen Schritt vor und zwei zurück, verzweifeln mit ihm an seiner persönlichen und beruflichen Situation und geben doch nicht auf gemeinsam mit ihm nach dem Mörder zu suchen. Jesper Stein, vermittelt ein Bild von der alltäglichen Polizeiarbeit, das realistischer scheint, als das welches man im Allgemeinen von Autoren bekommt, keine kumpelhaften Kollegenfreunde, von denen jeder sein Bestes gibt um den Fall zu lösen, sondern einfach nur Menschen die mal mehr mal weniger gewissenhaft ihre Arbeit zu tun, eine erfrischende Abwechslung zu den üblichen Ermittlerteams, auch der Hauptprotagonist ist eher unsympathisch, dazu noch drogensüchtig, eigentlich niemand dem man zutraut sich intensiv und ausschließlich mit dem Mord zu befassen, sondern eher damit an die nächste Haschischration zu kommen und doch ist er  der Einzige, der jeder noch so kleinen Spur nachgeht, nach Zusammenhängen sucht und am Ende auch findet, doch nichts ist, wie es scheint und der Täter den Ermittlern zunächst immer einen Schritt voraus.
Der Schreibstil, die Wortwahl, die Beschreibung der Protagonisten und der Orte, der Fall, all das prädestiniert den Krimi für volle 5 Sterne. Er gibt seinen Lesern einen klassischen Skandinavien Krimi, er vermittelt, trotz brütender Hitze, eine düstere und etwas schwermütige Atmosphäre.

 http://www.kiwi-verlag.de/buch/weissglut/978-3-462-04696-0/

Titel der Originalausgabe: Bye-Bye Blackbird
Aus dem Dänischen von Patrick Zöller
ISBN: 978-3-462-04696-0
Erschienen am: 08.01.2015
416 Seiten, Taschenbuch
Kiwi 1406


Montag, 2. Februar 2015

Die Stadt der besonderen Kinder von Ransom Riggs



 Mit Müh und Not konnten Jakob und die besonderen Kinder aus der Zeitschleife, der Insel Cairnholm, vor ihren Feinden fliehen. Nun sind sie im England der 1940er Jahre gestrandet, immer noch verfolgt und ohne Beistand von Miss Peregrine, die sich nicht mehr in ihre Menschengestalt verwandeln kann. Um Miss Peregrine zu retten, brauchen die Kinder eine andere Magierin. Gerüchteweise lebt eine in London, und so machen sie sich auf den gefährlichen Weg in die zerbombte Stadt. Dort angekommen, finden sie schließlich Miss Wren und glauben schon, gerettet zu sein. Doch ausgerechnet hier, in ihrer vermeintlichen Zuflucht, erwartet sie der größte Verrat.
Kurzer Inhalt:
Nach dem Überfall der Wights und der gefährlichen Flucht von der Insel Cairnholm, begeben sich die besonderen Kinder
auf eine gefahrvolle und abenteuerliche Reise auf der Suche nach einer Ymbryne die ihnen Beistand, Hilfe und Schutz
bieten kann und die Miss Peregrine wieder in ihre Menschengestalt zurückverwandeln kann, in London soll sich eine
Magierin aufhalten, die nicht von den Wights gefangen genommen wurde. Auf dem Weg dorthin begegnen die Kinder neuen
Freunden und Feinden und sie werden konfrontiert mit ihren Stärken und Schwächen, dies betrifft besonders Jakob, der
viel über sich selber lernt.
Meine Meinung:
Ransome Riggs ist eine Fortsetzung gelungen, die dem ersten Band *Die Insel der besonderen Kinder* in nichts nachsteht,
er versteht es die Spannung im gesamten Buch aufrecht zu erhalten, man darf keine Seite nur flüchtig lesen, denn man
könnte etwas wesentliches verpassen. Wieder ein besonderes Highlight sind die Illustrationen im Buch, die echt
wirkenden Fotos, lassen den Leser noch tiefer in die Geschichte eintauchen, weil er dadurch einen tieferen Bezug zu den
Protagonisten aufbauen kann.
Allerdings ist es meiner Meinung nach zwingend erforderlich auch den ersten Band gelesen zu haben,die Geschichte baut
nahtlos aufeinander auf und es wird nicht viel aus dem ersten Buch verraten, so das jeder der das erste Buch nicht
gelesen hat, vielleicht von dem wirklich guten Schreibstil des Autors angetan ist, mit der Story aber nichts anfangen
kann.
Beide Bände bekommen von mir eine absolute Leseempfehlung.

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (2. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426653583
  • ISBN-13: 978-3426653586
  • Originaltitel: Hollow City