Dienstag, 30. Juni 2015

Der Schneegänger von Elisabeth Herrmann

Kurzbeschreibung:

Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht

Inhalt: 4 Jahre sind vergangen, seit der kleine Darjio verschwand, 4 Jahre in denen seine Mutter an der Seite ihres ehemaligen Arbeitgebers lebte, 4 Jahre ohne Spur, bis durch Zufall die Leiche des kleinen Jungen gefunden wird, erschlagen und im Wald verscharrt.
Durch Zufall bekommt Hauptkommissar Lutz Gehring den Mordfall zugeteilt, für ihn eine besondere Herausforderung, da er schon das Verschwinden Darjios aufklären sollte, dies aber nicht schaffte. Gemeinsam mit Sanela Beara die mittlerweile studiert rollt er den alten Fall neu auf.

Meine Meinung.
Die war seit längerem der erste Krimi von Elisabeth Herrmann den ich gelesen habe und ich muss sagen es hat sich gelohnt, die Autorin hat einen intelligenten Krimi geschaffen, der dem Leser einiges abverlangt, er muss wie die Ermittler den Spuren der Vergangenheit folgen und tief in die Geheimnisse der betroffenen Familien eindringen.
Ihre Charaktere sind recht anschaulich beschrieben, man spürt die innere Zerrissenheit, der Eltern ihre Qualen und ihre Trauer und ist sich dennoch nie ganz sicher inwieweit sie beteiligt sind, am Verschwinden und dem Tod ihres Sohnes.
Geschickt führt die Autorin ihre Leser auf Spuren die nicht unbedingt zum Ziel führen, dem Entlarven  des Täters die aber ein Garant für Spannung und durchlesene Nächte sind.
Die Auflösung war für mich nicht ganz unerwartet, aber das schmälerte das Lesevergnügen in keiner Weise, sie war absolut schlüssig und logisch erklärt.
Mein Fazit:
Absolut Lesenswert, auch wenn man den ersten Fall Sanela Bearas nicht kennt.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden. Dort kann man auch mehr über die Autorin und ihre Werke erfahren.

  • Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442313864
  • ISBN-13: 978-3442313860

Freitag, 26. Juni 2015

Mann ohne Herz von Camilla Grebe und Åsa Träff



Sommer in Stockholm. Die Nächte hell, die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Für Siri Bergman ist es der erste Tag in ihrem neuen Job. Nachdem ihre Praxis schließen musste, arbeitet die Psychotherapeutin nun bei der Polizei – als Profilerin soll sie psychologische Täterprofile erstellen. Gleich ihr erster Fall ist von großer Brisanz: Ein Mörder hat es auf attraktive, gut situierte Männer abgesehen – homosexuelle Männer. Er tötet sie und schneidet ihnen das Herz heraus. Ist der Mörder ein verrückter Schwulenhasser? Oder deutet die Grausamkeit der Tat auf einen ganz anderen Zusammenhang hin?

Inhalt: Gleich der Fall in der TP Gruppe, zeigt der Psychotherapeutin Siri Bergman,wie grausam Menschen sein können, einem bekannten homosexuellen Antiquitätenhändler wurde das Herz herausgeschnitten und in einer Schale drapiert. Siri und ihre Kollegen sollen ein Täterprofil erstellen, geschah der Mord aus Hass auf Homosexuelle oder steckt etwas anderes dahinter.

Meine Meinung:
Das Autorenduo schickt ihre Hauptprotagonistin Siri wohl schon zum 4. Mal auf Verbrecherjagd, allerdings kenne ich keinen der Vorgängerbände und kann so auch nichts zur Entwicklung Siris sagen, im vorliegenden Band scheint sie mir eine recht kompetente Psychologin zu sein, die allerdings schwerwiegende Probleme in ihrem Privatleben zu verarbeiten hat.
Im Laufe der Ermittlungen kommt es zu weiteren Morden und die Profiler müssen die schwierige Aufgabe erfüllen ein Profil des Täters zu erstellen ohne direkt in die Ermittlungen einzugreifen.
Interessant sind die zwei Handlungsstränge im Buch, ein junger Mann ( das traurige Herz) erzählt von seinen Erlebnissen in der Vergangenheit und eben Siri die als Ich Erzählerin von den Fortschritten und den falschen Spuren der Ermittlungen berichtet und eben auch, wie schon erwähnt, von ihrem Privatleben, das mir persönlich etwas zu viel Raum einnahm.
Der Schreibstil der Autorinnen ist flüssig und sie haben ein schlüssiges Szenarien geschaffen, so das ich mir durchaus vorstellen konnte, das die Arbeit von Profilern aussieht.
Alles in Allem handelt es sich bei *Mann ohne Herz* um einen spannenden und lesenwerten Thriller.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (15. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442749131
  • ISBN-13: 978-3442749133
  • Originaltitel: Mannen utan hjärta
  • Übersetzer: Gabriele Haefs

Mittwoch, 24. Juni 2015

Heimweh von Marc Raabe

 KLappentext:

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen. Vom Autor der Spiegel-Bestseller »Schnitt« und »Schock«.

Inhalt:
Nach dem Mord an seiner Exfrau und der Entführung seiner kleinen Tochter Isa gibt es für Jesse nur ein Ziel, er muss Isa retten. Ohne die Polizei zu informieren macht er sich gemeinsam mit Jule einer Freundin seiner Frau auf den Weg zu dem Kinderheim in dem er aufgewachsen ist, denn hier erhofft er sich den Verbrecher zu finden.
Jesses Leben teil sich in ein davor und  danach, *Davor* ist das Leben vor einem Unfall den er mit dreizehn Jahren hatte, an diese Zeit kann er sich nicht erinnern und will es auch nicht, nun aber muss er sich mit seiner Vergangenheit auseinander setzen und Antworten auf offene Fragen finden. Denn der Adlershof birgt viele Geheimnisse.

Meine Meinung:
Heimweh, landläufig ein Begriff für das Vermissen eines Ortes oder einer Person, nach dem Gefühl der Zugehörigkeit, wobei ich mir  beim Lesen der Leseprobe nicht vorstellen konnte, das Jesse Heimweh hat, nach dem Ort an dem er seine nicht ganz einfache Kindheit verbrachte, von der man in Rückblenden erfährt und doch konnte ich am Ende verstehen warum der Protagonist Heimweh hatte nach dem Adlershof, genauer ausführen kann ich das natürlich nicht.
Marc Raabe hat einen wirklich intelligenten Thriller geschrieben, versprochen wird dem Leser das ja oft und meist bleibt man dann enttäuscht zurück, weil es doch wieder nur ein Buch wie viele andere ist. Hier ist das anders, interessante Personen angefangen von Jesse, der mir sehr sympathisch war und dem viele der Eigenschaften fehlen die sonst so gern den Hauptprotagonisten zugeschrieben werden, weder trinkt er noch nimmt er Drogen oder kommt sonst mit seinem Leben nicht klar, er hat sich arrangiert mit der Tatsache, das 13 Jahre seines Lebens fehlen und nach der Trennung von seiner Frau baut er sich ein neues Leben auf. Ein weiterer Pluspunkt, wer auf Liebesgeschichten in Thrillern steht hat Pech gehabt, es gibt keine : Hurra. Zwar hat Marc Raabe seinem Protagonisten eine Frau zur Seite gestellt, aber die war nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern eine wichtige Hilfe auf der Suche nach Isa. Erzählt wird auch von Artur, dem ehemaligen Heimleiter, dessen Entwicklung vom strengen Rektor zum nachdenklichen und leider ziemlich hilflosen Senior, der sein Leben geben würde, um Isa zu retten hat mich mit am meisten beeindruckt.
Das Ende ist ziemlich überraschend und wirklich schlüssig, alles findet sich, alle Fragen werden beantwortet.
Mein Fazit: Unbedingt lesen.

Das Buch kann direkt beim Ullstein Verlag bestellt werden.

  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548286909
  • ISBN-13: 978-3548286907


Mittwoch, 17. Juni 2015

Der letzte Morgen von Ryan David Jahn

Klappentext:
Los Angeles. Zwei Morde in derselben Nacht bringen den Unterweltboss James Manning in Bedrängnis. Ein Sündenbock muss her. Eugene Dahl, ein einfacher Mann, der morgens Milch ausliefert und abends Barhocker wärmt, ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Doch er weigert sich, zum Spielball des organisierten Verbrechens zu werden. Um seine Haut zu retten, wird er Dinge tun müssen, die weit schlimmer sind als alles, was man ihm vorwirft.

Inhalt: Der 13jährige Sandy, erschießt mit einer selbst gebauten Waffe seinen brutalen Stiefvater, in der gleichen Nacht ersticht der Buchhalter eines mächtigen Unterweltbosses einen Kartengeber von dem er sich betrogen fühlt. Um zu verhindern das der Buchhalter über seine Machenschaften auspackt, lässt James Manning, the Man, ihn töten und die Tat dem unbescholtenen Comiczeichner und Milchmann Eugene in die Schuhe schieben. Die Staatsanwaltschaft versucht derweil einen Zusammenhang zwischen dem Lesen von Comics und dem Mord an Sandys Stiefvater zu konstruieren um James Manning, der unter anderem Beteiligungen an der Druckerei hat in der Eugenes Comics gefertigt werden, auf diesem Weg Dingfest zu machen, in den USA scheint das möglich zu sein.

Meine Meinung: Das Buch ist kompliziert, der Autor verliert sich in ständigen Wiederholungen, die das Lesen mühsam machen, zwar schafft er es die Atmosphäre der 50er Jahre, als die Männer noch Hüte trugen und Rassismus noch gesellschaftsfähig war, einzufangen, kleinere Fehler seien dem Autor verziehen, Keycards z.B. gab es sicher noch nicht,aber das reicht nicht zum puren Lesevergnügen, waren die ersten Seiten noch spannend und fesselnd, geschieht im Mittelteil nicht viel, Sandy kann während eines Transports aus dem Jugendgefängnis fliehen und taucht im Großstadtdschungel unter, der ermittelnde Detektive Carl kämpft gegen seine Drogensucht und dazwischen immer wieder Befindlichkeitsbeschreibungen der Protagonisten.
Das Buch verleitet dazu es quer zu lesen, ich konnte mir nicht vorstellen irgendetwas wesentliches zu verpassen, das habe ich nicht gemacht, ich habe Zeile für Zeile, Seite für Seite gelesen und mich durchgekämpft zum Finale, zwar wurde meine Hoffnung auf ein Ende, das die Seiten nur so dahin fliegen enttäuscht, aber es war clever und durchdacht gelöst, so das mich das Buch nicht ganz enttäuscht zurück lies. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen, denn das Thema ist wirklich spannend und durch die vielen Verwicklungen hätte das Buch ein echter Pageturner sein können, leider ist aber zu langatmig und die Spannung verläuft im Sand.
Leider nur 3 Sterne

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Broschiert: 528 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (30. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453676793
  • ISBN-13: 978-3453676794
  • Originaltitel: The Last Tomorrow
  • Übersetzer : Teja Schwaner


Sonntag, 14. Juni 2015

Das verlorene Dorf von Stefanie Kasper

Klappentext:
Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt.

Inhalt: Rosalie wächst als Außenseiterin im Waisenhaus auf, aufgrund ihrer extrem hellen Haut und ihren bei Lichteinfall rot leuchtenden Augen ängstigen sich die anderen Kinder und die Erwachsenen vor ihr. Kaum mündig wird sie wegen dieser Angst in ein anderes Waisenhaus abgeschoben um dort als Küchenhilfe zu arbeiten. Dort scheint sie ein zu hause gefunden zu haben und ihr Glück, denn ein Bauer aus einem abgelegenen Dorf hält um ihre Hand an. Entgegen aller Warnungen folgt sie Romar, der ihr verspricht das niemand in seinem Dorf Anstoß an ihrem Äußeren nehmen wird.
Und tatsächlich wird sie von der kleinen Gemeinschaft mit offenen Armen aufgenommen. Nach und nach wird sie in die Geheimnisse des Dorfes eingeweiht, es gibt einen Fluch, der die Frauen des Dorfes unter der Geburt eines Kindes sterben lässt.

Meine Meinung:
Ein abgeschiedenes Dorf, eine verschworene Dorfgemeinschaft die sich fast völlig von der Außenwelt abschottet, dies alles verspricht Spannung und leichten Grusel, leider kann die Geschichte die anfängliche Spannung nicht halten zu schnell wurde mir klar was Rosalie erwartet und wie der Fluch der angeblich auf dem Dorf lastet wirklich aussieht. Rosalie scheint eine intelligente junge Frau zu sein und doch lässt sie sich aller Warnungen, die sie von zwei weiteren jungen Frauen die ins Dorf geholt wurden und die sie nur heimlich besuchen können erhält, zum Trotz immer wieder einlullen von schönen Worten und der Sehnsucht nach einer heilen Welt und einer eigenen kleinen Familie, erst als sie selber schwanger wird und die beiden jungen Frauen sterben, kommen ihr erste Zweifel.
Der Schreibstil ist durchaus angenehm zu lesen, die Charaktere sehr glaubwürdig, die örtlichen Gegebenheiten sind sehr anschaulich beschrieben.
Leider gibt es aber auch hier einen Punkt, der dem Buch die Spannung nimmt, die Charaktere sind wie sie sind, Romar ist lieb und nett und innerlich zerrissen zwischen seiner Liebe zu Rosalie und der Treue zu seinem Dorf, das ist absolut glaubwürdig und nahm mir von vornherein die Angst um Rosalie, denn Romar versucht alles um seine Frau zu retten ohne seine Familie zu verraten.
Eine wirklich tolle Romanidee, die mich aber leider nicht vollends fesseln konnte.
 Könnte ich hier Sternchen verteilen, gäbe es 3,5.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (20. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442479770
  • ISBN-13: 978-3442479771

Sonntag, 7. Juni 2015

Das Biest in dir Iund II von Felix Hänisch ( Eine Gastrezension von Blaustrom)


Er hat kein Gewissen. Er hat keine Skrupel. Und das Schlimmste: Er ist wieder da! Seit jeher ist Epsor die Heimat von Menschen, Elfen, Zwergen und Orks, doch obwohl der Große Krieg bereits seit 200 Jahren vorüber ist, verläuft das Zusammenleben der verschiedenen Völker keinesfalls harmonisch. Als dann auch noch die dunkelste aller Rassen neu zu erstarken beginnt, ist das für Skal und die beiden Iatas-Anwärter Darius und Therry der Anfang eines Abenteuers von nie gekanntem Ausmaß. Obwohl die beiden Jugendlichen noch am Anfang ihrer Ausbildung stehen, wird schon bald klar, dass nur sie die Macht in sich tragen, die von Nöten ist, um sich einem längst besiegt geglaubten Feind entgegenzustellen, der die Welt erneut mit Schrecken zu überziehen droht und dessen Macht selbst die Götter fürchten.

Blaustrom meint:
Darius ist ein Waisenjunge. Als Kleinkind wurde er in der Nähe eines kleines Dorfes gefunden. Dieses Dorf ist der Sammelpunkt einer Diebesbande und das Sammelbecken für verlorene Gestalten. Die Einwohner sind eine verschworene Gemeinschaft, in der sich einer um den anderen kümmert und sich alle Bewohner als eine Familie sehen.
Das behütete und zwanglose Leben ist für den Jungen vorbei, als zwei Mitglieder des Ordens der Iatas Darius mit sich nehmen. Ein Schamane habe vorhergesagt, dass dem kleinen Dieb ein großes Schicksal vorherbestimmt sei. Schnell merkt Darius, dass er so gut wie nichts über die Welt weiß und seine Kenntnisse und Fähigkeiten kaum ausreichen, um in der Welt zu bestehen. Wie ein Schwamm saugt er alles Wissen in sich auf, er ist neugierig und offen für alles.
Als er mit seinen Begleitern die Siegburg, den Stammsitz der Iatas erreicht, wird ihm ein Meister zugewiesen, der für seine Ausbildung zuständig ist. Sein Meister ist niemand anderes als Skal, der erst vor kurzem seinen Lehrling verloren hat. Normalerweise bekommt ein menschlicher Iatas während seines Lebens nur einen Zögling aber hier wird eine Ausnahme gemacht.
Schon an ihrem ersten Ausbildungstag erkennt Skal, dass in Darius mehr steckt, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Um den Jungen besser kennenzulernen und dessen Grenzen auszuloten, nimmt der Meister ihn mit zu einer Reise in den legendären Albenwald. Dort soll er Darius seine erste Herausforderung bestehen. Doch was eine kurze Prüfung sein sollte, entwickelt sich zu einem Kampf um das nackte Überleben. Zusammen mit Therry, einer anderen Iatas Anwärterin, muss Darius zu einem Kampf gegen Wesen antreten, die längst als ausgestorben galten und die an der Menschheit furchtbare Rache üben wollen. Doch er muss sich nicht nur äußeren, sondern auch inneren Dämonen stellen, genauso wie seine Freundin Therry.

Kommentar:
Schon das Äußere des Buches und die Gestaltung sind ein wahrer Augenschmaus. Der Geschichte eine Liste der dramatis personae voranzustellen, regt die Neugier des Lesers an, man fragt sich sofort, was die Bezeichnungen bedeuten oder was sich dahinter verbirgt. Ein geschickter Schachzug des Autors.

Felix Hänisch beginnt die Geschichte langsam, er lässt den Figuren Raum, sich zu entfalten. Wir lernen Darius zuerst näher kennen, seine Ängste, seine Gedanken und seine Motivation. Er wird aus seinem beschaulichen aber ärmlichen Leben gerissen und lernt eine völlig neue Welt kennen. Bisher erstreckte sich seine Welt auf ein paar Meilen Umkreis, seine Gedanken richteten sich fast ausschließlich auf den nächsten Raubzug oder die nächste Mahlzeit. Eine kleine, beschränkte aber vertraute Umgebung, die keine Überraschungen aber dafür auch kaum Gefahren zu bieten hatte.

Der Prozess von einem jungen, unbedarften Dieb zu einem Lehrling der Iatas vollzieht sich langsam und nachvollziehbar. Durch seine jugendliche Neugier und sein etwas tölpelhaften Charme gewinnt Darius die Sympathien des Lesers. Zusammen mit seinem Lehrer Skal, der durch den Jungen eine neue Chance erhält, bilden sie ein gutes Team. Als Therry zu ihnen stößt, kommt etwas Schwung in die Geschichte. Sie ist, anders als Darius, keineswegs behütet aufgewachsen und musste sich dem Ernst des Lebens schon viel früher Stellen. Sie ist schon seit zwei Jahren in der Ausbildung und lässt den Jungen spüren, dass sie der Meinung ist, sie sei bei weitem besser zu einer Iatas geeignet als er. Doch schon bald muss sie ihre Ansichten grundlegend ändern.

Die beiden jungen Menschen haben Lasten zu tragen, die fast zu schwer für ihre unschuldigen Gemüter sind. Sie lernen das Leben in all seiner Grausamkeit kennen, Mord, Vergewaltigung, Verrat und brutale Kämpfe. Hier handelt es sich um keine heile Welt Geschichte, der Autor lässt seine Protagonisten leiden, er schenkt ihnen nichts. Niemand kommt ungeschoren davon. Doch dies stählt sie und schweißt sie zusammen. Obwohl man als Leser zu Beginn denkt, es handele sich wieder nur um eine Geschichte in der die guten Elfen, Menschen Zwerge gegen die bösen Orks und Trolle kämpfen, wird man positiv überrascht.

Aufgrund einiger Grammatik- oder Rechtschreibfehler und des fehlenden Genitiv, stockt das Auge des Lesers widerholt. Doch Schreiben ist ein Lernprozess und schon dieses Debut zeigt, dass der erst zwanzigjährige Autor über eine meisterhafte Erzählkunst verfügt. Wie ein Rohdiamant, der erst noch geschliffen werden muss, um seine wahre Pracht zu entfalten, so wird der Autor sicher noch an seinem Schreibstil feilen und ihn verfeinern. Lobenswert ist auch die Kürze des ersten Bandes. Während sich viele Autoren in Wörtern verlieren und ihre Geschichte unendlich in die Länge ziehen, kommt Herr Hänisch kurz und knapp auf den Punkt, schweift nicht ab und fesselt die Aufmerksamkeit des Lesers von Anfang bis Ende. Alleine dafür und auf Grund seines jungen Alters bekommt er einen halben Punkt mehr als die üblichen vier Punkte, die ich für ein gutes Buch vergebe. Für fünf Punkte reicht es noch nicht, die vergebe ich an wahre Meister wie Steven Erikson oder Brandon Sanderson. Aber Felix Hänisch ist auf dem besten Weg und ich wünsche ihm mit seiner Geschichte viel Erfolg.

Fazit:
Ich bin neugierig, wie die Geschichte von Darius und Therry weiter geht. Und Neugier muss ein Autor erzeugen, um den Leser in seinen Bann zu ziehen. Hier wurde inhaltlich alles richtig gemacht, an dem Genitiv kann man sicherlich zukünftig arbeiten.
Sie gibt dafür 4,5 Sterne

Das Buch ist direkt beim Verlag erhältlich.
  • Taschenbuch: 271 Seiten
  • Verlag: AAVAA Verlag UG; Auflage: 1., Aufl. (17. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3845900520
  • ISBN-13: 978-3845900520
  • Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 2 x 20,2 cm 
********************************************************************************

Das Biest in Dir II: Die Brücke ins Jenseits

Nachdem Loës, der grausame Gott der Alben, wiedererweckt worden ist, brauchen Skal, Darius, Therry und ihre Freunde rasch Hilfe, wenn sie den Untergang von Epsor noch verhindern wollen. Denn das Böse wird mit jedem Tag mächtiger. Doch wenn die Reiche der Menschen uneins sind und das Volk der Zwerge eigenen Interessen nachjagt, können sie nur noch auf die Unterstützung der albischen Urfeinde hoffen.
Allerdings hat das Volk der Waldelfen in den langen Jahren des Friedens das Kämpfen verlernt und der junge König Esnator ist mit der ihm unbekannten Kriegssituation weit überfordert. Als sich schließlich der Kreis der Feinde immer enger zieht und es zur alles entscheidenden Schlacht kommt, ist Freundschaft das Einzige, was den Gefährten noch bleibt. Aber erst im Angesicht des Todes wird sich zeigen, wem man bedingungslos vertrauen kann.Klappentext: 

Blaustroms Meinung:

Nur knapp entkommen die Gefährten aus dem Tempel der Alben und ihre Verluste sind hoch. Niemand kommt ohne Blessuren davon, vor allem Therry hat im Tempel viel erlitten, zu den körperlichen Strapazen kommen noch die seelischen Erschütterungen. Allen ist klar, dass sie im Kampf gegen die Alben dringend Hilfe benötigen. Doch wohin und an wen sollen sie sich wenden? Die einst mächtigen und stolzen Elfen sind zu einem Schatten ihrer selbst geworden. Die Zwerge von Mittelberg dienen den Alben, ihr Hass auf die Elfen eint sie. Die Menschen sind untereinander zerstritten, der Orden der Iatas besteht nur noch aus wenigen alten Männern. An wen sollen sich die Freunde wenden, wenn das Ende der Welt bevorsteht? Die Alben schaffen es, immer mehr Verbündete auf ihre Seite zu ziehen, durch Einflüsterungen, Gedankenmanipulation und Täuschungen wiegelt Saparin auch viele Menschen gegen die Elfen auf.
Doch immerhin besitzt Therry nun zwei der legendären "Außergewöhnlichen Achtundsechzig". Schwerter, die in ferner Vergangenheit geschmiedet wurden und ihre Besitzer fast unbesiegbar machen. Mit diesen Schwertern und ihrer Fähigkeit, sich zu verwandeln, besteht sogar eine geringe Chance, dass Therry und Darius einen Gott töten können. Und nicht nur der grausame Gott Loes greift in die Geschicke Epors ein. Wer führt die Freunde zu dem jungen Elfenkönig Esnator und welche Rolle spielt der Elf Killer Kid bei den zukünftigen Ereignissen?

Kommentar:
Natürlich könnte ich mehr über den Inhalt schreiben, doch jedes Wort wäre schon fast ein Spoiler. Schlag auf Schlag folgen die Ereignisse und im Verlauf der Geschichte gibt es viele überraschende Wendungen, welche die Spannung ins unermessliche treiben.

Das zu Beginn aufgeführte Personenregister beinhaltet die Namen vieler Verstorbener. Schon das macht klar, dass der Autor keine Hemmungen hat, seine Protagonisten sterben zu lassen. Wer hier ein heile Welt Geschichte mit Liebe und Happy End erwartet, der wird enttäuscht sein. Das Buch ist gnadenlos, so wie die Welt in der Therry und Darius leben.

Felix Hänisch sieht von langatmigen Wiederholungen ab. Die Brücke ins Jenseits beginnt dort, wo das Urteil der Götter endet und schon der Prolog zeigt, dass der Leser nicht mit Samthandschuhen angefasst wird. Er beschreibt drastisch, ungeschönt und schonungslos die Auswirkungen eines Krieges. Wer den ersten Band der spannenden Geschichte nicht kennt, sollte das umgehend nachholen, denn zum Verständnis einiger Szenarien sollte man das "Urteil der Götter" unbedingt kennen.

Darius und Therry, sind geprägt durch die Ereignisse im Albenwald, härter geworden. Der junge Iatas hat seine Naivität und seinen jugendlich Schwung verloren, er ist zu einem gnadenlosen Krieger gereift. Sein altes Leben im Dorf wirkt wie ein ferner Traum, jetzt bestimmt der Kampf ums Überleben sein Denken und Handeln. Therry, die schon zu Beginn kompromissloser und härter als der junge Mann war, wird von dem Gedanken an Rache angetrieben. Ihr Hass auf die Alben kennt keine Grenzen, doch er blendet sie teilweise auch.

Neben den überlebenden Gefährten aus Band eins: Therry, Darius, Skal, Nubrax und Paro, betreten einige neue Darsteller die Bühne. Ich persönlich finde den Namen Killer Kid absolut unpassend für einen Fantasyroman dieser Art , nichtsdestotrotz drückt der Name genau das aus, was die Figur darstellt. Einen gnadenloser Mörder, der eine blutige Spur durch die gesamte Geschichte zieht. Seine Motive bleiben uns verborgen, seine Taten sind unbegreiflich und bis zum Ende dieses Bandes erschließen sich dem Leser seine Beweggründe nicht. Dem Autor gelingt es dadurch, den Spannungsbogen hoch zu halten und den Leser nahtlos zu Band drei zu führen.

Meines Erachtens legt der junge Autor hier ein sprachlich versierteres Buch ab, als Band eins. Man bekommt das Gefühl, dass Felix Hänisch, wie seine beiden jungen Protagonisten, reifer und erfahrener wird und die Schreibfeder schwungvoller führt. So, als hätte er sich Anregungen und Vorschläge seiner Leser zu Herzen genommen. Wenn dieser Prozess sich fortführt, bin ich gespannt auf Band drei dieser spannenden Serie.

Das Cover ist dezent , macht jedoch neugierig. Diesmal ist es in einem satten blau, alle vier Bände zusammen ergeben eine Einheit, man kann sich diese Bände durchaus in einem Schmuckschuber vorstellen. Vielleicht kommt auch der Verlag, der diesem jungen Autor eine Chance gegeben hat, auf die Idee, Fans würden es sicherlich begrüßen. Im inneren findet der Leser eine Karte von Epsor und ein Personenregister, was dem ganzen noch eine besondere Note verleiht.

Fazit: was soll man noch sagen? Her mit" der Wahnsinn kehrt zurück".

  • Taschenbuch: 303 Seiten
  • Verlag: AAVAA Verlag UG; Auflage: 1., Aufl. (17. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3845900563
  • ISBN-13: 978-3845900568


 

 

 

 


Bittersweet von Miranda Beverly-Whittemore

Klappentext:
Ev Winslow ist reich, beliebt und wunderschön. Alles, was ihre College-Zimmergenossin Mabel nicht ist. Umso mehr freut sich Mabel, als Ev sie einlädt, den Sommer mit ihr in Bittersweet zu verbringen, ihrem eigenen Ferienhäuschen auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Mabel genießt die windzerzausten Segeltörns, das mitternächtliche Schwimmen, Sommerfeste unterm Sternenhimmel, an dem ein Feuerwerk strahlt. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, hat sie alles, wovon sie je geträumt hat: Freunde, die erste Liebe, und zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dazuzugehören. Doch auf die ungetrübten, flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht, und sie entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will – oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden.

Inhalt: Mabel und Ev sind so unterschiedlich wie man nur sein kann, Ev gehört zur Oberschicht und kennt das Wort *Geldsorgen* wahrscheinlich nur vom Hörensagen, Mabel hat im Winter nicht einmal anständige Stiefel. Und dennoch freunden sich die Mädchen während ihrer gemeinsamen Collegezeit an. Als Mabel eingeladen wird, den Sommer auf dem Landsitz der Familie Winslow zu verbringen wähnt sie sich am Ziel all ihrer Träume, besonders dem dazuzugehören zu der Familie die weiß gekleidet auf einem Gruppenfoto über ihrem Schreibtisch, zu sehen ist. Erst spät erkennt sie die Wahrheit hinter der strahlenden Fassade der Familie.

Meine Meinung:
Dieser Roman ist wie ein langer heißer Sommer, er plätschert sorgenfrei vor sich hin, seine Seiten sind ausgefüllt mit Familienfesten, baden im Meer, Cocktails am Strand und unbeschwerten Flirts, die dunklen Wolken die ab und zu am Horizont zu sehen sind, trüben das Sommervergnügen nur kurz,  lassen aber erahnen, dass ein Gewitter unausweichlich bevorsteht.
Miranda Beverly-Whittemore, hat diesen langen heißen Sommer in Vermont wunderbar beschrieben, durch ihre Wortwahl, hat man als Leser das Gefühl, dabei zu sein auf dem Landsitz der Familie, man beobachte Mabel hautnah während sie nach und nach ein Geheimnis nach dem anderen lüftet und dabei sich selbst und andere in Gefahr bringt. Bittersweet ist nicht nur eine Aschenputtelgeschichte, Bittersweet ist die Geschichte einer Familie die alles tut um vor der Öffentlichkeit so dazustehen wie sie auf dem schon erwähnten Gruppenbild zu sein scheinen.
Dies alles könnte wirklich langweilig sein, auch der schönste Sommer zieht sich in die Länge wenn er keine Höhepunkte hat, ist es aber nicht, denn die Autorin streut immer wieder kleine Hinweise ein, die einen zum weiterlesen zwingen, man muss gemeinsam mit Mabel die Geheimnisse lüften.
Und wenn sich zum Ende hin die Ereignisse überschlagen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (7. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458360700
  • ISBN-13: 978-3458360704
  • Originaltitel: Bittersweet
  • Übersetzerin: Anke Caroline Burger

Mittwoch, 3. Juni 2015

Layers von Ursula Poznanski *Kannst du deinen Augen trauen?*


Das Video habe ich hier heruntergeladen https://www.youtube.com/embed/QupDTEqcPUM?rel=0

LAYERS - Die Wahrheit ist vielschichtig.

Ursula Poznanskis neuer Thriller, verspricht atemlose Spannung in durchgelesen Nächten.

Und es gibt es noch viel mehr Informationen zum Buch, auch wenn das die Spannung bis zum Erscheinungstermin nicht wirklich mildert,eher das Gegenteil wird der Fall sein.

Alle Informationen zum Buch:

www.layers-buch.de

Ihr  findet hier. eine Leseprobe.