Dienstag, 22. September 2015

RUNA von Vera Buck


 Runa

"Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis 


Meine Meinung: Dies war mein erster Roman der Autorin Vera Buck, aber sicher nicht mein letzter. 
Das Buch hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen, es erzählt so anschaulich die Bedingungen in der neurologischen Abteilung der Salpetriere Klinik, das man fast glauben könnte alles sei genauso geschehen. Die einzelnen Charaktere sind anschaulich und bildhaft beschrieben,so das man sich gut in sie hinein versetzen kann, Jori, der junge Schweizer Arzt der mit einer revolutionären Methode den Wahnsinn heilen will, Runa, das kleine Mädchen bei dem keine der aus heutiger Sicht, sinnlosen Behandlungen anschlägt oder der Ex-Polizisten Lequoc, der zufällig auf Runas Botschaften stößt.
Man benötigt etwas Geduld, bevor Runa richtig Fahrt aufnimmt, wer an Medizingeschichte so gar nicht interessiert ist, sollte sich die Lektüre vielleicht nochmal überlegen, davon würde ich aber abraten, ich habe selten einen so gut recherchieren historischen Roman gelesen, der zudem noch einiges an Spannung zu bieten hat. Man spürt die Freude am Schreiben der Autorin in jedem Satz, in jedem Wort. Sie verbindet Fiktion und Wirklichkeit, wie ich es selten lesen durfte.
 
Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden
 
RUNA, bekommt von mir eine volle, uneingeschränkte 




Der unsichtbare Gast von Marie Hermanson


Der unsichtbare Gast


Inhalt

Auf Gut Glimmenäs lebt in einem ehemals herrschaftlichen Haus Florence Wendman,  die umgeben ist von tickenden alten Uhren. Ihre innere Uhr ist 1943 stehen geblieben, da war sie ein junges Mädchen.
Um sie herum hat sie eine Gruppe junger Leute, die ihr zu Diensten sind. Als Sekretärin, als Köchin, als Hausmeister, als Chauffeur. Die alte Dame kann ihnen  bieten, was sie anderswo nicht gefunden haben: Unterkunft und eine Arbeit, von der sie leben können. Die jungen Leute fühlen sich auf dem verfallenden Gutshof wohl. Der Weinkeller ist gefüllt, die Kleider aus den 40er Jahren, die sie zu tragen haben, sind schön, der Ort wirkt verzaubert. Sie bewirten Florence' Gäste, die in Wirklichkeit lange tot sind. Sie sind Schauspieler in einem Stück, das Florence' Leben war.
Als aber ein weiterer Besucher auf das Gut kommt, der alles auf den Kopf stellt, zeigt die Inszenierung Risse. Wer ist dieser junge Mann, der nach Florence' Testament fragt? Wie weit werden sie gehen, um ihr angenehmes, weltfremdes Leben gegen ihn zu verteidigen?

Meine Meinung: Marie Hermansons Roman spielt im Sommer, die Tage sind hell und lang, das Leben auf Gut Glimmenäs leicht und ohne Sorgen und doch spürt man schnell eine Bedrohung der Fantasiewelt in der Glimmenäs versunken scheint, eine Bedrohung die es abzuwenden gilt.
Beim ersten Lesen des Buches, dachte ich mir, wie kann man eine arme alte und kranke Frau nur so skrupellos ausnutzen, als ich aber genauer über das Gelesene nachdachte, wurde mir klar, das zunächst niemand ausgenutzt wurde, jeder in diesem Spiel profitierte. Florence wurde behütet und versorgt und konnte so in ihrer Traumwelt bleiben, sie musste sich nicht dem stellen was zu ihrer psychischen Beeinträchtigung führte. Martina fand ein Zuhause, ein geschütztes Umfeld in dem genau vorgegeben war was sie zu tun und zu lassen hatte, etwas was ihr in ihrem bisherigen Leben fehlte, die anderen fanden Zuflucht vor ihren Problemen vor denen man sich auf dem Gut wunderbar verstecken konnte.
Hinter dem unsichtbaren Gast, steckt viel mehr als ein Spannungsroman, mehr als die Geschichte eines Sommers, er führt dem Leser die Probleme junger Menschen vor Augen, die obwohl ihnen augenscheinlich alle Wege offen stehen, scheitern, wenn das kleine Quenchten Glück fehlt, das es braucht um erfolgreich und glücklich zu werden.
Ich gebe dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung, für alle die nicht nur unterhalten werden möchten, sondern auch zum Nachdenken angeregt werden wollen.

  • Taschenbuch: 244 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (6. September 2015)
  • das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458176489
  • ISBN-13: 978-3458176480
  • Originaltitel: Skymningslandet
  • Übersetzer:Regine Elsässer

Mittwoch, 16. September 2015

Tod und tiefer Fall von Elias Haller


Bildergebnis für tod und tiefer fall


Klappentext:Kann ein Kommissar zum Monster werden?

Und was tut ein Mann, dem alles genommen wurde? 

Seine Tochter ist tot, seine Frau verschwunden. Kriminalhauptkommissar Erik Donner ist nicht nur seelisch gebrochen, sondern nach einem Dachsturz auch körperlich entstellt. Den ehemals besten Ermittler der Mordkommission hat man an den Schreibtisch verbannt, beruflich sein Ende.
Doch dann erhält er eine Nachricht von seinem toten Partner – von dem Mann, der für den Verlust von Donners Familie verantwortlich ist. 

Eine gnadenlose Jagd beginnt, bei der ein Verbrechen aus der Vergangenheit tödliche Folgen hat.

Inhalt: Erik Donner hat alles verloren, was er liebte, seine Familie und seinen Beruf, der Berufung war und nicht nur Job. Am Schreibtisch muss er seine Zeit verbringen. Bis sich der Mann bei ihm meldet, der für all das Verantwortlich zeichnet, Jeff Balthasar und er will Rache, doch Balthasar ist Tot.

Meine Meinung: Elias Hallers erster Krimi ist  rundum gelungen, er baut ein Szenario um seinen Protagonisten Erik Donner auf, wie es beklemmender kaum sein kann, alles was man sich nicht vorstellen mag, aber durchaus kann, stößt ihm zu und zerstört so fast sein Leben, auf den ersten Blick vielleicht etwas viel des  Guten, im Zusammenhang aber gut gelöst, denn hier haben wir es mal nicht mit einem Superhelden zu tun, der alles was ihm widerfährt wegsteckt, sein Krönchen richtet und weitermacht im Kampf gegen das Böse oder noch schlimmer, der zum fast schon obligatorischen Alkoholiker wird, nein Donner kämpft, jeden Tag aufs Neue dagegen, an total abzustürzen.
Der Autor schafft es die düstere Stimmung um Donner durch seine Beschreibungen der Orte und Wetterbedingungen, lebendig erscheinen zu lassen, seine Charaktere sind stimmig und sogar für den durch und durch böse erscheinenden Balthasar konnte ich so etwas wie Verständnis aufbringen, warum verrate ich hier jetzt natürlich nicht. 
Man muss etwas Geduld aufbringen bis man als Leser dem Täter auf die Spur kommt, sofern man das überhaupt tut, ich hatte bis zur Auflösung nicht den leisesten Schimmer.
Für dieses Buch gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und ich freue mich auf den nächsten Krimi mit Erik Donner.

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (26. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1511913398
  • ISBN-13: 978-1511913393


Dienstag, 15. September 2015

In Almas Augen von Daniel Woodrell


In Almas Augen
Missouri, Sommer 1929: In einer Kleinstadt sterben 42 Menschen, als es eines Nachts bei einer Tanzveranstaltung zu einer gewaltigen Explosion kommt. Die wahren Ursachen kommen nie ans Tageslicht, und als kurz darauf die Große Depression über das Land hereinbricht, scheint alles zu verblassen. Nur eine Person lassen die Ereignisse nicht los. Die Haushälterin Alma DeGeer Dunahew hat ihre Schwester Ruby in den Flammen verloren und glaubt nicht an einen Unfall. Aber als sie Nachforschungen anstellt, wird Alma mehr und mehr ausgegrenzt. Erst vierzig Jahre später wird sie ihre eigene Wahrheit über jene tragische Nacht enthüllen 

Meine Meinung:
Ich tue mich ein wenig schwer damit dieses Buch zu beurteilen, auf gerade mal 190 Seiten versucht der Autor die Geschichte einer Frau, einer Katastrophe und einer Kleinstadt zu erzählen, er versucht dem Leser die Stimmung einer vergangenen Zeit nahezubringen und die Umstände die die Hauptperson Alma zu der Frau machten die sie ist. Ich denke nicht das ihm das ganz gelungen ist, zu sehr springt er für meinen Geschmack in den Zeitlinien hin und her, kaum hat man das Gefühl für einen der Protagonisten entwickelt, erzählt der Autor von jemand anderem um später wieder zurückzukehren. Hier wäre mehr auch mehr gewesen, Nichtsdestotrotz klärt sich am Ende alles logisch und nachvollziehbar auf. Normalerweise mag ich Romane die in dieser Zeit spielen, die die Wirklichkeit wieder spiegeln ohne sie zu romantisieren. Woodrell hat es leider auch nicht geschafft, das ich mitfühlen konnte, das ich mir den Gegensatz von Arm und Reich vorstellen konnte. Seine Worte habe ich gern gelesen, die Geschichte die sie erzählen, weniger.
  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Liebeskind; Auflage: 1., Deutsche Erstausgabe (3. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3954380218
  • ISBN-13: 978-3954380213
  • Originaltitel: The Maid's Version
  • Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

Dienstag, 8. September 2015

Deadline von Renee Knight

Klappentext: So schockierend und spannend, dass es einem den Atem nimmt.

Diesen einen Tag vor zwanzig Jahren wird Catherine nie vergessen. Was damals geschah, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, bis zum Ende ihres Lebens. Doch dann hält sie plötzlich diesen Roman in den Händen, in dem ihre geheime Geschichte bis ins Detail erzählt wird. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will der mysteriöse Verfasser des Buches von ihr? Als sie die letzte Seite aufschlägt, findet sie die grausame Antwort: Die Geschichte endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine gerät in Panik – und das ist genau das, was Stephen Brigstocke gewollt hat. Er kennt Catherine nicht, aber er weiß von ihrem Geheimnis. Und er hat sich geschworen – sie soll büßen für das, was sie getan hat, bis zu ihrem letzten Atemzug.

Meine Meinung:
Die erste Frage, die ich mir beim Blick auf das Cover stellte war: Was versteht man denn unter einem psychologischen Spannungsroman?
Diese, etwas sperrige, Buchbeschreibung hat mich neugieriger auf das Buch gemacht, als der Klappentext und das Cover.
Anfangs konnte mich das Buch auch nicht wirklich in seinen Bann ziehen, etwas langsam kam die Autorin von Andeutungen und Geheimnissen zu dem was den Verfasser Stephen, des mysteriösen Buches im Buch dazu trieb, Catherine so zu quälen und nach Möglichkeit ihr Leben zu zerstören, je tiefer man in die Geheimnisse Catherines eindringt, desto mehr Verständnis bringt man für Stephen auf, auch wenn man seine Methoden nicht gutheißen kann und mir persönlich war Stephen auch absolut unsympathisch im Gegensatz zu Catherine.
Widerspricht sich das? Ja ohne Zweifel.
Nur wie kann das sein, wie kann dem Leser eine so abgrundtief fiese Person wie Catherine sympathisch sein? Der Leser erfährt ja glaubhaft von Stephen von ihren Verfehlungen vor 20 Jahren, das ist der Trick dabei, die Autorin schafft es ihre Protagonistin so agieren zu lassen das man ihrem äußeren Bild glaubt um am Ende alles wieder um zuschmeißen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und bildhaft ohne unnötige Schnörkel und dank ihr weiß ich nun was ein *Psychologischer Spannungsroman* ist, früher nannte man das vielleicht Drama.
Für den etwas zähen Beginn hätte ich spontan einen Stern abgezogen, hätte ich die Rezension gleich nach Beendigung des Buches geschrieben, nachdem ich aber einige Tage vorbeigehen ließ, kann ich im Rückblick die volle Sternzahl vergeben.

Das Buch kann direkt beim Goldmann Verlag bestellt werden.

  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (27. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442314062
  • ISBN-13: 978-3442314065
  • Originaltitel: Disclaimer
  • Übersetzer: Andreas Jäger

Donnerstag, 3. September 2015

Kalte Schatten eine Krimianthologie



Klappentext:
Spätestens seit Stieg Larssons Millennium-Trilogie weiß jeder: Wer Spannung liebt, kommt an der skandinavischen Kriminalliteratur nicht vorbei. Einige der größten Meister des Genres kommen aus Schweden. Sie spielen mit dem Kontrast zwischen der Idylle des Landes und grausamen Verbrechen, zwischen der Ruhe des nordischen Lebens und dem gewaltsamen Tod. In dieser einzigartigen Sammlung hat John-Henri Holmberg, einer der besten Kenner der skandinavischen Kriminalliteratur, Erzählungen der bedeutendsten und beliebtesten schwedischen Spannungsautoren zusammengefasst – darunter eine neu entdeckte Story von Stieg Larsson sowie Beiträge von Johan Theorin, Åsa Larsson, Henning Mankell und Håkan Nesser. Hochspannung pur!

Meine Meinung:
Ich liebe Kurzgeschichten, zeigen sie doch was ein Autor wirklich kann, es gilt auf wenigen Seiten eine schlüssige und spannende Geschichte zu schreiben,die im Falle von Krimis auch eine gewisse Spannung aufrecht erhalten kann.
Und dies ist den Autoren die sich in der Anthologie versammelt haben auch fast ausnahmslos gelungen. Es gab zwar auch die eine oder andere Geschichte, die mich nicht ganz so überzeugen konnte, aber die fielen kaum ins Gewicht, kann man doch schnell weiterblättern wenn man die Geschichte gar nicht zu ende lesen will, das musste aber nicht sein, denn so schlecht war keine.
Mich hat das Buch vollkommen überzeugt und den einen oder anderen Autor,den ich noch nicht kannte, werde ich mir genauer ansehen.
Besonders interessant waren die Informationen zu den einzelnen Autoren über ihr Leben und ihre Werke, am Ende jeder einzelnen Geschichte.
Eine absolute Leseempfehlung von mir.
Das Buch kann natürlich direkt beim Verlag bestellt werden.