Dienstag, 27. Oktober 2015

Giftmorde II 17 neue tödliche Anleitungen (HRSG) Andreas Sturm

 Klappentext:

Ob Intrigen im Kollegenkreis, skrupellose Betrüger, Familiendramen, eine obsessive Liebe oder ein unfähiger Joker beim Fernsehquiz – gegen all diese kleinen Gemeinheiten des alltäglichen Lebens ist ein Kraut gewachsen.
Siebzehn renommierte Krimiautoren haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und schicken die Giftmischer aus, um die Wirkung von Floras tödlichen Kindern an missliebigen Zeitgenossen zu testen. Auch der zweite Band der Giftmord-Anthologie bietet dem Leser wieder einen bunten Strauß mörderischer Erzählungen: Mal finster oder sarkastisch oft sogar bissig entführen sie uns in die dunkelsten Abgründe der menschlichen Seele.
Wenn Sie nach Lektüre der Giftmorde eine unbändige Lust zum Gärtnern verspüren und zum Spaten greifen, bedenken Sie bitte, das Grab, welches Sie schaufeln, könnte leicht das eigene werden ...

Meine Meinung:
Vor einigen Tagen las ich den Spruch:
Was dich nicht tötet, muss ich höher dosieren (Verfasser unbekannt)
Höher dosieren müssen die Autoren dieser Anthologie sicher nicht,tödlich genau sind die Morde geplant. Wie harmlos scheinen doch Alpenveilchen, Maiglöckchen und Oleander, wer weiß schon das nicht nur der Stechapfel und die Christrose giftig sind, sondern auch die allseits beliebte Narzisse? Fast könnte man meinen die Autoren hätten Anleitungen zu den perfekten Morden geschrieben, aber natürlich ist dem nicht so, sie haben nur ein Ziel, ihren Lesern spannende Stunden zu bescheren und das ist ihnen auch gelungen, mir wurde zwar gesagt *Du wirst wahrscheinlich nicht jede Geschichte mögen* aber da muss ich  widersprechen, sie waren alle gut, natürlich, die eine mehr die andere etwas weniger, aber jede hatte ihren Reiz und so bereitete mir das komplette Buch Vergnügen.
So vielfältig wie die verwendeten Gifte waren auch die Motive der Täter, die Palette reicht vom Münchhausensyndrom einer überforderten Mutter, Eifersucht, Rache, der Verhinderung weiterer Straftaten oder einem schlichten Unfall um nur einige zu nennen.
Sollte der Tee, den die Nachbarin als Friedensangebot serviert, also seltsam schmecken, schauen sie doch mal in ihr Bücherregal, vielleicht stehen dort ja
17 tödliche Anleitungen.
Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (11. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942829509
  • ISBN-13: 978-3942829502

Sonntag, 25. Oktober 2015

Zerrspiegel von Katja Montejano

Klappentext:

Ein brutaler Überfall stürzt das Leben der neunzehnjährigen Jazz in einen Abgrund voller Angst und Grauen. Gleichzeitig verschwinden ihre Mutter und Schwester - die Polizei steht vor einem schier unlösbaren Rätsel. Wurde die Familie Zielscheibe eines perversen Serienkillers oder steckt ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit hinter dem schrecklichen Geschehen? Ein gefährliches Katz- und Mausspiel zwischen Jazz und dem wahnsinnigen Mörder beginnt. Sein Plan ist Rache! Ihr Plan ist, zu überleben!

Meine Meinung:
Die war mein erster Thriller, der mir bis dato völlig unbekannten Autorin Katja Montejano, aber sich nicht mein letzter. Die 19jährige Jazz, leidet an einer Form von Autismus dem Asperger Syndrom, die sie zwar stark in ihrem Leben einschränkt, sie in Grenzen aber durchaus funktionieren lässt, als sie überfallen wird und ihre Schwester und Mutter zeitgleich verschwinden, muss sie über ihre Grenzen gehen um ihre Familie und sich zu retten und sie muss das Geheimnis lüften das ihre Mutter seit Jahren hütet, denn die Lösung liegt tief in der Vergangenheit begraben.
Als der Lebensgefährte und dessen Sohn ermordet werden, bleibt ihr als Vertrauensperson nur der Polizist Joshua.
Der Thriller ist blutig, detailreich schildert die Autorin die Morde des Serienkillers, für manche zarte Seele vielleicht etwas zu detailreich, für mich gerade richtig, sie lässt es aber auch nicht an Humor nicht fehlen, der aus den verschiedensten Situationen entsteht, wenn Jazz eine Redewendung wörtlich nimmt weil sie Metaphern nicht versteht, musste ich doch so einige Male schmunzeln. Ich kann für *Zerrspiegel* eine absolute Leseempfehlung aussprechen.
  • Broschiert: 260 Seiten
  • Verlag: SWB Media Publishing; Auflage: 1 (13. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3944264738
  • ISBN-13: 978-3944264738



Mittwoch, 21. Oktober 2015

Zwei Schwestern von Dorothy Baker

Kurzbeschreibung von der dtv Verlagsseite:

Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor allem eines im Sinn: die Vermählung zu verhindern. Was will ihre hochmusikalische Schwester mit irgendeinem durchschnittlichen, jungen Arzt - wie hieß er noch? Seinen Namen kann sie sich nicht merken. Kompromisse und Mittelmaß sind ihr ein Gräuel, und radikal sich selbst treu zu bleiben, das ist in ihrer Familie oberstes Familiengebot. - Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith die Reise ins Unbekannte antreten und sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Beiden steht eine existentielle und, wie sich zeigen wird, extrem bedrohliche Herausforderung bevor. - Ein hochintelligenter, witziger, vielschichtiger und scharfzüngiger Roman über Bindung, die Spielarten von Erotik und unsere Suche nach der großen, erfüllenden Liebe, jener Seelenverwandtschaft, die von unserer Einsamkeit eine Brücke zum Anderen schlägt.

Meine Meinung:  

Als Dorothy Baker diesen Roman (Erscheinungstermin der englische sprachigen Originalausgabe 1962) schrieb waren viele der heutigen Leser nicht einmal geboren, sie schrieb ihn in einer Zeit als es für viele Frauen das Höchste Glück auf Erden war zu heiraten und eine Familie zu gründen, es aber auch schon Frauen gab, denen das nicht genügte die ihren eigenen Weg gehen wollten. Cassandra Edwards scheint mir eine davon zu sein, sie will unabhängig und selbstbestimmt leben, sich an keinen Mann binden, eigentlich an niemanden, aber sie kann das nicht allein, sie braucht dazu ihre Zwillingsschwester Judith, mit der sie sich bis vor kurzem eine Wohnung und praktisch ihr ganzes Leben teilte, ihre zweite Hälfte, bevor diese nach New York ging. Als Cassandra überraschend die Einladung zu Judiths Hochzeit bekommt, will sie alles daran setzen die Hochzeit zu verhindern, denn ohne Judith, ihre Seelenverwandte ihre zweite Hälfte, kann und will Cassandra nicht leben.

Bedenkt man die Zeit, in der dieses Buch entstand, so ist dieses sehr offen, die Autorin spricht über Selbstmordgedanken und sogar über einen Selbstmordversuch und ganz ganz leise auch von der Homosexualität der Protagonistin Cassandra, die weder sich noch ihrer Umwelt ihre Neigung eingestehen mag. Im Laufe des Buches scheint sich Cassandra damit abzufinden, das ihr Leben zukünftig ohne Judith verlaufen wird, sie hilft beim ausrichten der Hochzeit und will Judith das gemeinsam erworbene Klavier schenken, was diese aber ablehnt, da ihr zukünftiger Mann kein Verständnis für Musik hat, dieses Zugeständnis zeigt meiner Meinung besonders den Unterschied der beiden Schwestern, Cassandra will frei und unabhängig von allen leben (außer wie schon erwähnt von ihrer Schwester) Judith will ihr Glück in der Ehe finden und für dieses Glück trennt sie sich sogar von ihrer Leidenschaft der Musik.

Das Buch hat seine Längen, besonders da ich es im Rahmen einer Leserunde nur Häppchenweise gelesen habe, das bekam dem Lesefluss nicht gut. Die Protagonistin Cassandra, hätte ich am liebsten geschüttelt, arrogant und unverschämt, kam sie mir vor, bis ich zum Ende des Buches ihr wahres verletzliches Ich entdeckte.
Judith kam mir etwas zu kurz, in sie konnte ich mich bis zum Schluss nicht ganz hineinfinden.
Alles in Allem sind *Die zwei Schwestern* durchaus lesenswert, nicht ganz einfach und vielleicht etwas angestaubt, aber auf keinen Fall Mainstream.

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (22. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342328059X
  • ISBN-13: 978-3423280594
  • Originaltitel: Cassandra at the wedding
  • Übersetzer: Kathrin Razum 
  • Das Buch kann direkt über den Verlag erworben werden.

Montag, 19. Oktober 2015

Absurde Menschheit von Gard Meneberg


Als man in den Siebzigerjahren die Voyager-Sonden ins All schickte, legte man eine Datenplatte mit Botschaften bei, die sich an außerirdische Zivilisationen richteten. Doch die Wahrheit über den Menschen wurde darin verschwiegen. Gard Meneberg geht der Frage nach, was man stattdessen hätte enthüllen sollen. In vierundvierzig unterhaltsamen Kapiteln fasst er die absurdesten Tollheiten unserer Spezies zusammen. Dabei beschreibt er nicht nur, wie arrogant der Mensch anderen Affenwesen gegenüber auftritt, sondern auch, zu welchen Skurrilitäten ihn die Lust zuweilen treibt, wie gummiartig seine Werte sind und warum ihn das eigene Entschwinden in Panik versetzt. Ein Buch mit dem Potenzial, sogar Außerirdische zum Schmunzeln zu bringen.

Mir wurde das Buch empfohlen, als interessant und humorvoll und nachdem ich den Klappentext und ein Leseprobe gelesen hatte, konnte ich mir durchaus vorstellen das ich es mögen würde, ich mag Satire, ich mag es manchmal durchaus sarkastisch und wenn der Menschheit ein Spiegel vorgelegt wird, ist das in der heutigen Zeit sicher nicht verkehrt.
Ich komme erst mal zu dem was mir gefiel: Gard Meneberg hat erkannt woran es der Menschheit fehlt, an Empathie und Selbstkritik, an der Einsicht das wir wohl den Planeten Erde brauchen, er uns aber nicht im Gegenteil, der Planet wäre ohne die Spezies Mensch weitaus besser dran, er hat aufgezeigt wie der Mensch wirklich tickt, das Moral ein durchaus dehnbarer Begriff ist, je nachdem wie man es gerade gebrauchen kann, und so weiter und so fort. Das ist zwar alles nicht Neu, für die Menschen die sehenden Auges durch die Welt gehen, so manch einer wird sicher denken * So habe ich das noch nie gesehen* aber vielleicht sind diese Erkenntnisse neu für die Außerirdischen, für die dieses Buch schließlich geschrieben wurde.
Jetzt zu dem was mir gar nicht gefiel, wie Eingangs schon erwähnt wurde mir das Buch als humorvoll empfohlen, nun gibt es unterschiedliche Arten von Humor, es gibt *Ich lach mich kaputt Humor, rabenschwarzen Humor, naiven Humor* und und und,  bis auf einige wenige Stellen konnte ich nur selten lachen oder schmunzeln, eher war ich verärgert über die Wortwahl des Autors, der einen Großteil der Menschen als dumme Herdenschafe bezeichnet, die einer geisttötenden Tätigkeit nachgehen, oder der Demenz mit Verdummung gleichsetzt, dies mag zwar im Wortsinne richtig sein, es hätte aber auch anders ausgedrückt werden können, sollte jetzt die Frage nach dem *Wie* kommen, keine Ahnung, ich lese nur.
Mein Fazit: Ich stimme Gard Meneberg in fast allen Punkten zu, sein Schreibstil ist durchaus flüssig und angenehm zu lesen, seine Wortwahl allerdings hat mich mehr als einmal verärgert.

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Artegenium (10. August 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902987030
  • ISBN-13: 978-3902987037

Dienstag, 6. Oktober 2015

Nachschlag von Siegfried Langer

Klappentext:

Eigentlich wollte Björn Tänzer zu einem ruhigen, gemütlichen Angelurlaub aufbrechen, da erfährt er, dass sein Bruder Ole spurlos verschwunden ist.
Von der Polizei als ein Fall von vielen abgetan, macht sich Björn auf nach Berlin, um auf eigene Faust nach seinem Bruder zu suchen.
Dabei taucht er immer tiefer in das geheim gehaltene Privatleben seines verschlossenen Bruders ein und verstrickt sich schließlich selbst in der abgründigen SM-Szene der Hauptstadt.
Bald schon wird ihm klar: Süchtig nach immer extremeren Kicks hat Ole nicht nur mit dem Feuer gespielt, sondern zudem Öl hineingegossen.
Ein gnadenloser Wettkampf gegen die Zeit beginnt.
Kann Björn seinen Bruder finden und retten?

Meine Meinung:
Zuerst einmal, wenn Jemandem Sex in Büchern unangenehm ist, wer gegen Gewalt in Büchern ist, der nimmt das Buch am Besten gar nicht erst in die Hand, denn in diesem Buch geht es neben dem Vermisstenfall um gewalttätigen Sex um S/M Praktiken in ihrer härtesten Form,  keine Kuschelromantik in denen sich die Protagonisten mit Wattebäuschchen bewerfen, also auch Fans dieser Art von S/M, Finger weg.
Für alle anderen gilt:Unbedingt lesen,
Siegfried Langer hat mich schon mit Leide und Vergelte überzeugt, als ich dann von seinem neuen Thriller hörte, war ich erst enttäuscht, denn *Nachschlag ich bin dein Herr und Mörder* gibt es bisher nur als e-book, allerdings ist es früher schon mal unter einem Pseudonym des Autors erschienen und ich konnte das Taschenbuch erwerben,
Aus zwei Perspektiven wird die Geschichte erzählt, einmal aus Björns Sicht der auf Drängen seiner Mutter in Berlin nach seinem Bruder sucht und dabei eine Seite Oles kennenlernt, die er nie bei dem Fitnessfreak vermutet hätte.
Dabei wird er unterstützt von Ulli, dem Transvestit und besten Freundin Oles.
Oles Sicht erzählt von seiner Suche, nach dem ultimativen Kick, die ihn alle Vorsichtsmaßnahmen vergessen lassen und ihn in höchste Gefahr bringen.
Nachschlag ist ein Buch das einen die Nächte durchlesen lässt, bei dem einen jede Unterbrechung an Bondage denken lässt, den Störenfried fesseln und knebeln und dann in Ruhe weiter lesen.

Diese Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe
Nachschlag ich bin dein Herr und Mörder von Ole Tänzer


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 985 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 253 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B014P8Y8DC

Gejagt von Thomas Enger



Klappentext:
Ein Henning-Juul-Roman
Erscheinungstermin: 21. September 2015
 
Nach dem Tod ihres Vaters nimmt sich Hedda Hellberg eine Auszeit – und taucht nicht wieder auf. Als Henning Juuls Exfrau Nora von dem Verschwinden ihrer ehemaligen Schulfreundin erfährt, kann sie nicht glauben, dass diese freiwillig ihre Familie verlassen hat. Schnell findet sie heraus, dass Hedda in einen schwedischen Mordfall verwickelt ist. Als Nora bei ihren Nachforschungen stecken bleibt, wendet sie sich an Henning – und bald befindet sich das Expaar auf gefährlichem Terrain. Denn irgendjemand ist bereit zu töten, um eines der dunkelsten Geheimnisse der europäischen Geschichte zu bewahren …

Meine Meinung:
Der nunmehr 4. Band der Henning-Juul-Reihe überzeugt wieder durch einen sehr interessanten Fall und durch die vielen überraschenden Wendungen. So richtig viel Thrill kommt nicht auf, dafür ist die Geschichte komplex aufgebaut und reicht weit in die Vergangenheit zurück.

Juul ist immer noch auf der Suche nach dem Mörder seines Sohnes: Bei einem Brand in seiner Wohnung starb Jonas, er selbst erlitt schwere Verbrennungen, die ihn entstellen. Durch unorthodoxe Methoden kommt der Reporter diesem so langsam näher, gerät dadurch aber erneut in Todesgefahr.
Seine Ex-Frau Nora indes ist auf der Suche nach einer früheren Schulfreundin, die spurlos verschwunden ist. Niemand glaubt daran, dass sie Selbstmord begangen hat. Nora findet ihre Spur, findet sich aber schnell in einem Sumpf aus Geheimnistuerei wieder, denn die Familie von Hedda hat einiges zu verbergen.
Ganz am Rande kreuzen sich die Fäden auch mit den Ermittlungen Hennings und als Nora in Gefahr gerät ist er zur Stelle.

Die beiden Reporter gefallen mir sehr gut. Auch die Tragödie, die ihr Leben überschattet und von beiden anders angegangen wird, empfinde ich als guten Pageturner, der sich überzeugend durch die einzelnen Bände zieht und als Leser ist man so immer darauf bedacht, doch endlich mehr zu erfahren. Doch Enger lässt sich Zeit und so bin ich schon gespannt auf den nächsten Band. 

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
 
Originaltitel: Våpenskjold (4 Henning Juul)
Originalverlag: Gyldendal, Oslo 2013
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob, Maike Dörries

Deutsche Erstausgabe
Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0480-9

Finderlohn von Stephen King

Klappentext:

Besessen bis zum Mord

John Rothstein hat in den Sechzigern drei berühmte Romane veröffentlicht, seither aber nichts mehr. Morris Bellamy, ein psychopathischer Verehrer, ermordet den Autor aus Wut über dessen »Verrat«. Seine Beute besteht aus einer großen Menge Geld und einer wahren Fundgrube an Notizbüchern, die auch unveröffentlichte Romane enthalten. Bellamy vergräbt vorerst alles – und wandert dummerweise für ein völlig anderes Verbrechen in den Knast. Jahre später stößt der Junge Peter Saubers auf den »Schatz«. Nach seiner Haftentlassung kommt Bellamy dem ahnungslosen Peter auf die Spur und macht Jagd auf ihn. Kann Bill Hodges, den wir als Detective a. D. aus Mr. Mercedes kennen, den Wahnsinnigen stoppen?

Meine Meinung:
Stephen King hat wieder einmal bewiesen, das er mehr kann als Horror, das er unabhängig vom Genre ein Ausnahmeschriftsteller ist, der es mit fast jedem Buch schafft seine Leser in den Bann zu ziehen.
 Musste ich mich bei Mr.Mercedes, dem Vorgängerband den man unbedingt vor Finderlohn lesen sollte, noch darauf einstellen eben keinen Horrorroman vor mir zu haben, war mir beim aktuellen Buch natürlich klar das ich einen Krimi vor mir habe und wurde wie so oft vom Autor überrascht, aber dazu verrate ich nicht mehr.
Finderlohn, lebt größtenteils vom überragenden Schreibstil, der Ausarbeitung seiner Charaktere und Örtlichkeiten, die Story an sich ist gut und interessant, wenn auch durch die Umsetzung leicht vorhersehbar wenn man wie ich, größtenteils Krimis und Thriller liest. Nichtsdestotrotz habe ich Finderlohn, verschlungen und wer klassische Krimis liebt, wird auch dieses Buch mögen.
Ich werde auch weiterhin meinem Motto
*King schreibt, ich lese*
folgen und freue mich schon auf den 3 Teil mit dem Ermittler Bill Hodges und hoffe das er im nächsten Band mehr Raum bekommt, er kam etwas zu kurz.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

Originaltitel: Finders Keepers
Originalverlag: Scribner
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27009-1

Sonntag, 4. Oktober 2015

Totes Land 3 Der Bunker von M.H Steinmetz

TOTES LAND 3 – DER BUNKER Der Horror hat einen Namen: XJ09… Der teuflische Virus hat die Welt in ein Schlachthaus verwandelt. Mit Hochdruck arbeiten Wissenschaftler der Erprobungsstelle 53 an einem Gegenmittel. Vieles deutet darauf hin, dass man es mit weit mehr als einem Virus zu tun hat. Nach einer spektakulären Flucht durch die halbe Republik wähnt sich eine Gruppe Überlebender - unter ihnen der junge Markus – endlich in Sicherheit. Die Bedrohung durch die Toten ist nicht die einzige Gefahr, der sich Markus und seine Freunde stellen müssen, denn Einheiten der Erprobungsstelle 53 sind ihnen mit einem tödlichen Auftrag auf der Spur. Es gibt nur eine Lösung: Markus muss sich zum Ursprung der Plage begeben. Er muss in den Bunker und sich dem schlimmsten Feind stellen, den die Menschheit jemals gesehen hat. BLUTIGER SHOWDOWN DES ENDZEIT-THRILLERS VON M. H. STEINMETZ!

Meine Meinung: Ich dachte zwar *Mehr geht nicht* aber ich habe mich geirrt, noch spannender und noch nervenaufreibender als die Vorgängerbände hat mich Mario Steinmetz mit dem Abschluss der Trilogie wieder in seinen Bann gezogen. Wie schon in den Büchern Ausnahmezustand und die Zuflucht, watet der Leser in Blut und Gedärmen, es ist eklig und brutal, Menschen werden bei lebendigem Leib gefressen und stehen als Untote wieder auf, mit nur einem Ziel *Fressen*
Und mitten drin, Markus und seine Gefährten und das Militär, die den Auftrag haben Markus zur Erprobungsstelle 53 zu bringen, wo an einem Gegenmittel gearbeitet wird. Doch Markus muss zum Bunker, zu dem Ort wo alles begann.
Das könnte jetzt in eine ziemlich langweilige Aneinanderreihung sinnloser Gewaltorgien ausarten, ich schrieb ja schon das das Buch eklig und brutal ist, ist es aber nicht, hier treffen Ekel und Gewalt auf Intelligenz und eine ausgefeilte Story, so mag ich es, so machten mir die Ströme von Blut nicht das Geringste aus, so watete ich genüsslich, mit wohligem Schauder durch die Masse der Toten.
M.H. Steinmetz beschreibt seine Charaktere realistisch, nicht nur die Toten stinken naturgemäß auch die Lebenden, mangels Waschgelegenheiten, die Überlebenden kämpfen wenn es sein muss genauso gegen andere Überlebende wie gegen die Toten wenn es heißt das eigene Leben zu retten, sie weinen sie verzweifeln sie schöpfen aus Routinen und Ritualen neue Kraft ( besonders anschaulich dargestellt, wenn sich die Militäreinheiten neu sammelten) und sie geben auf, ganz wie im richtigen Leben.
Ich weiß das der Autor mit dem Verlag in Verhandlungen steht für einen 4 Band, och ne eine Trilogie ist eine Trilogie aus fertig und das Ende war so genial, ich bin immer noch hin und weg, wenn ihr die Trilogie lest werdet ihr Dirk und Katja kennenlernen und erfahren was ich an dem Ende so liebe, fertig erzählt Aus, Ende, aber ich will auch wissen wie es weitergeht, nein ich will das nicht wissen ich muss das wissen.
Hier also das was ich noch nie getan habe:
Lieber Mantikore Verlag bitte bringt einen weiteren Teil vom Toten Land heraus, ich kaufe ihn bestimmt.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Verlag: Mantikore-Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (23. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3939212849
  • ISBN-13: 978-3939212843

Die Rückkehr der Kriegerin. Feuerjäger 1 von Susanne Pavlovic

Sie ist raubeinig, respektlos und mit allen Wassern gewaschen. Sie macht keine Gefangenen, weder auf dem Schlachtfeld noch in der Liebe. Ihr Schwert gehört jedem, der sie mit Gold bezahlen kann. Krona Karagin ist alles andere als eine strahlende Heldin. Doch Helden sind viel zu selten in diesen ruhigen Zeiten, und als ein Feuerdämon sich über dem Königreich Abrantes erhebt, sammelt sie eine bunte Truppe von Zwergen, Kriegern und Zauberern um sich, um der Bedrohung die Stirn zu bieten. Krona Karagin ist keine Heldin, aber sie ist stinksauer, und sie hat nichts zu verlieren. „Wir alle lieben unsere Heldengeschichten: von Rittern in schimmernder Rüstung, von großen Taten, von Aufopferung, Mühsal und edler Gesinnung, von mutigen Recken, die nichts und niemand von ihrem Weg abbringt. Diese Geschichte ist keine davon.“

Meine Meinung:

Ich greife gleich mal den letzten Satz des Klappentextes auf
  „Wir alle lieben unsere Heldengeschichten: von Rittern in schimmernder Rüstung, von großen Taten, von Aufopferung, Mühsal und edler Gesinnung, von mutigen Recken, die nichts und niemand von ihrem Weg abbringt. Diese Geschichte ist keine davon.“

Und genau das ist gut so, ich will keine edlen Ritter, keine strahlenden Helden, ich will Menschen und Wesen wie sie sind, eigennützig, stur, manchmal gut manchmal böse, die weinen, schreien, lachen und lieben, ich erwarte von Ihnen das sie mich mitnehmen in ihre Welt, mich in ihren Bann  ziehen und dazu zubringen immer mehr von ihnen zu erfahren, leider kommt das viel zu selten vor, Fantasy als Genre finde ich sehr interessant, die Stories versprechen viel, wenn ich dann aber sehe *Band 1 von 12* verlässt mich doch meist die Lust am weiter lesen, meist schon vor der ersten Seite. Und trotz des Wissens das es sich bei Feuerjäger um einen Mehrteiler handelt, habe ich das Buch gelesen? Und zwar einzig und allein wegen des Klappentextes, wegen der wütenden und stinksauren Krona und ich wurde nicht enttäuscht, Susanne Pavlovic hat ihre Protagonisten so liebevoll beschrieben, das nicht ein Wort zu viel war, ich durfte jeden einzelnen kennenlernen, jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte die zwingend erzählt werden musste um zu verstehen was sie zu ihren Taten veranlasste. Sie erzählt von der Soldatin Krona, die um des Geldes Willen der Nichte eines reichen Kaufmanns hilft ihr Erbe zu suchen, von Fenrir dem Geheimnisvollen, der allen Verführungskünsten Kronas widersteht und sie damit kränkt, von Lianna und Thork, der Prinzessin und dem Zwerg die mehr verbindet als sie sich eingestehen wollen, Pintel,einem kleinen Zauberer der darunter leidet das ihn alle Frauen niedlich finden und Nardor und Lomir, dem Gelehrten und dem Kaufmann die gemeinsam schon so manches Abenteuer überstanden haben.
Nur zusammen können sie es schaffen, die Welt so wie sie ist zu retten, aber bis sie sich gefunden haben überstehen sie schon so manche Schwierigkeit.
Mit der letzten Seite des Buches ist die Geschichte noch lange nicht zu ende erzählt, der Weg der Gefährten beginnt erst und ich freue mich darauf sie auch weiterhin zu begleiten.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, kein Wort zu viel und keines zu wenig.
Ich habe auch nur eine Kleinigkeit zu beanstanden, Prinzessin Lianna entwickelt sich von einer selbstbewussten starken Frau zu einer Zicke, die ich absolut nicht mehr leiden kann, aber vielleicht ändert sich das ja in den nachfolgenden Bücher wieder. 
Aber das ist nun mal wirklich Jammern auf hohem Niveau.
Feuerjäger ist ein fantastisches Buch aus dem Amrun Verlag und man sollte sich sowohl Autorin und Verlag gut merken.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


  • Broschiert: 620 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag (19. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958690416
  • ISBN-13: 978-3958690417

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Schattenlicht die Gesamtausgabe von Martin Bühler

Am Anfang steht ein Dachbodenfund: Als der Schriftsteller Martin Bühler sein Elternhaus entrümpelt, entdeckt er in einer Holzkiste ein Manuskript: Der Autor hält die Lebensgeschichte seines verstorbenen Vaters Matthias Bühler in den Händen, dessen biografische Aufzeichnungen von den 1920er Jahren bis in die Nachkriegszeit reichen.

Meine Meinung: Schattenlicht, war der erste Biografische Roman meines Lebens, nicht ganz der erste, aber der Erste bei dem ich glauben konnte das sich alles wie beschrieben zugetragen hat, ohne Ausschmückungen, um die Geschichte für den Leser interessanter zu machen, ohne das etwas weggelassen wurde, das vielleicht das Bild das Verwandte und Freunde von dem Protagonisten haben zerstören könnte. Warum ich das glaube? Ich nenne es mal Bauchgefühl, vielleicht irre ich mich, vielleicht auch nicht, ich werde es nie erfahren. 

Wie rezensiert man ein Leben? Denn darum geht es in der Schattenlicht Trilogie, um  das Leben des Matthias Bühler, der aufgewachsen in einem schwäbischen Dorf, gegen alle Widerstände versucht sich seine Träume zu erfüllen, Träume die sich erst im Laufe seines Lebens herauskristallisieren, der sich nicht damit zufrieden geben will, zu arbeiten,zu heiraten,Kinder zu bekommen und dann zu sterben, der Lernen will, der auch in schwierigen Zeiten immer Zeit findet die Nase in Lehrbücher zu stecken, ich sah ihn direkt vor mir, wie er hinter dem Pflug herlief mit einem Lehrbuch in der Hand und der es während des Krieges schaffte sein externes Abitur zu machen. 

Also wie rezensiert man ein Leben? Gar nicht, ich kann die Handlung weder loben noch kritisieren, ich kann keine Kritik üben an eventuelle unlogische Handlungen, die ich nicht nachvollziehen konnte noch kann ich Begebenheiten loben bei denen ich genauso gehandelt hätte wie Matthias. Denn das hat sich niemand ausgedacht, niemand hat sich überlegt, *wenn Person A nun das tut, wie handelt dann Person B?* 
Wie werte ich dann das Buch?
Durch die Umsetzung, der Autor Martin Bühler hat die Tagebücher seines Vaters natürlich überarbeitet, er hat recherchiert um ein Bild von den letzten Jahren zu bekommen und das hat er gut gemacht, mirgefiel der Schreibstil und die Art wie er mir die Geschichte seines Vaters erzählte, die Beschreibungen der Landschaften, die ich teilweise kenne, waren treffend, auch die Charaktereigenschaften der schwäbischen Bevölkerung hatten einen großen Wiedererkennungswert. Das er manchmal etwas zu detailliert botanische Vorgänge beschreibt, ist der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich habe, andere Leser finden das sicherlich wahnsinnig spannend.
Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung.