Montag, 28. März 2016

Black Rabbit Hall von Eve Chase

Klappentext:
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.


Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät.

Meine Meinung:
Wie beschreibt man das Eintauchen in einen fiktiven Ort, in eine Zeit die man selber nicht bewusst erlebt hat, in eine Familie die von ihrer Lebensart der Eigenen so fremd ist?
Black Rabbit Hall, ist einer dieser Romane die den Leser entführen und ihn in seinen Bann ziehen, ich hörte die Tropfen die in die aufgestellten Eimer im maroden Haus fielen, hörte die knarzenden Stiegen und das Lachen der Kinder und später spürte ich fast körperlich ihre Verzweiflung.
Black Rabbit Hall ist ein gefühlvoller Roman, der zwar ein vorhersehbares Ende hatte, aber nichts desto trotz von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert war, was nicht zuletzt am flüssigen Schreibstil der Autorin Eve Chase liegt, an den bildhaften Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten und dem Leben das sie ihren Protagonisten einhauchen konnte.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (29. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505605
  • ISBN-13: 978-3764505608
  • Originaltitel: Black Rabbit Hall

Totgespielt von L.C.Frey

Klappentext:
Der erfolgreiche Thriller-Autor Andreas Herzog erwacht nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus zu schrecklichen Neuigkeiten: Er soll seine Ex-Frau grausam verstümmelt und ermordet haben – vor den Augen ihres gemeinsamen Sohnes. Doch Herzog ist überzeugt von seiner Unschuld und stürzt sich in eine waghalsige Flucht mit der jungen Krankenschwester Lina. Während Herzog sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Weitere brutal zugerichtete Leichen tauchen auf – ermordet nach dem Muster in Herzogs letztem Thriller.

Meine Meinung:
Man könnte meinen, es handelt sich bei Totgespielt um einen Thriller wie es einige gibt, brutal, spannend, fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, ein Thriller von einem Autor der durchaus mithalten kann mit den Großen der Szene, nur war ich von dem ein oder anderen Großen in letzter Zeit etwas enttäuscht, sie waren zwar gut und unterhaltsam, aber etwas fehlte, das kleine Quentchen, das einen Thriller von *Gut zu Herausragend* aufsteigen lässt, das kleine Extra, das fehlt um ein Buch von *Gelesen und vergessen* zu *Bleibt in meinem Regal* zu kategorisieren.
Genug der Lobhudelei, worum geht es? Das steht ja schon im Klappentext, der des Mordes an seiner Frau und weiteren Menschen aus seinem Umfeld verdächtigte Thrillerautor Herzog, erinnert sich an nichts, 3 Tage fehlen ihm komplett in denen er  bestialisch gemordet hat, davon zumindest ist Kommissar Walkowiak überzeugt, während der Kriminalpsychologe Steinlein von einer Persönlichkeitsspaltung Herzogs ausgeht, denn er hat schon Gespräche mit ihm geführt. So weit  so üblich, dass besondere an Totgespielt, ergibt sich erst gegen Ende, wenn man sich die Gesprächsprotokolle und die Handlungen der einzelnen Personen nochmal durch den Kopf gehen lässt, denn kaum glaubt man alles zu Wissen alle Informationen zu haben die zum Täter führen, verwirrt einen der Autor so das man alle Theorien wieder über den Haufen wirft. Einer der Besten, wenn nicht der Beste Thriller, den ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Das Buch kann direkt beim Autor bestellt werden, sogar signiert: http://lcfrey.com/buecher-3/
  • Taschenbuch: 378 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1.0 (7. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1523901527
  • ISBN-13: 978-1523901524


Mittwoch, 23. März 2016

Wir kommen von Ronja von Rönne

Klappentext:
„Maja ist nicht tot. Wenn Maja gestorben wäre, hätte sie mir davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“



Wenn jemand stirbt, zieht man sich schwarze Kleider an und geht zur Beerdigung. Oder man flieht gemeinsam mit seinen drei Beziehungspartnern und einer Schildkröte ans Meer. Nora entscheidet sich für Letzteres. Als ob Polyamorie helfen würde. Als ob Flucht helfen würde. Als ob man den Dämonen der Vergangenheit so einfach entkommt.


Nora lebt in einer Viererbeziehung mit Menschen die sie nicht mag, die sich gegenseitig nicht leiden können und die nur noch zusammen sind um anderen zu beweisen wie glücklich sie sind, als sie vom Tod ihrer Kindheitsfreundin Maja erfährt, flieht sie mit ihren Beziehungen ans Meer, immer darauf wartend das Maja lachend auftaucht und das Ganze als Scherz ab tut, denn so war Maja, immer für einen Spaß zu haben. Nur so funktioniert das nicht, im Haus am Meer bröckelt die Fassade die sich die Vier aufgebaut haben immer mehr.
Bis kommt was kommen muss, die Beziehung löst sich auf und Nora muss erkennen das ihre Freundin tot ist und das es sinnlos ist, Beides zu leugnen.

Was will mir die Autorin sagen, will sie mir überhaupt etwas sagen? Ich kann mich nicht mit den Protagonisten identifizieren, der Lebensstil ist mir völlig fremd, ebenso das Umfeld in dem Nora und ihre Freunde sich aufhalten, vielleicht liegt es daran, vielleicht bin ich nicht Hipp genug, vielleicht bin ich zu alt, zu realistisch? Mir wäre auch mit 20 klar gewesen das eine Vierbeziehung nicht funktioniert, Zweierbeziehungen sind schon schwierig genug.

Ich habe allerdings auch positives zu schreiben, der Schreibstil der Autorin ist gut, sie schreibt flüssig und die einzelnen Sequenzen sind durchaus interessant, so schreibt Nora auf Anraten ihres Psychologen Tagebuch und in dem erzählt sie von ihrer Kindheit mit Maja. Hätte sie es jetzt noch geschafft mir zu vermitteln was sie mir sagen will, dieses Buch hätte ein Highlight seien können.


Gebunden mit Schutzumschlag, 208 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-351-03632-4

Hallo meine Schöne von Katy Buchholz

Klappentext:
Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. 
Ein kurzer Augenblick reichte aus, damit er 
sie sah. Sie, die Frau, die er begehrte. Die
Frau, die er unbedingt besitzen musste.
Ihre Pläne sahen anders aus. Doch das 
konnte er nicht zulassen. Sie war sein!
Minutiös spionierte er ihren Tagesablauf 
aus und begann sie zu terrorisieren.
“Hallo, meine Schöne” ist ein Krimi, der
sich mit dem Thema Stalking befasst.
Witzig, spannend und lebensnah erzählt 
die Autorin die Qualen von Opfer und Täter.
Meine Meinung:
Lydia erlebt den Alptraum ihres Lebens, sie wird von einem Fremden verfolgt, von jemandem der jeden ihrer Schritte kennt, der weiß wann sie arbeitet, wann sie ausgeht, immer mehr Raum nimmt er in ihrem Leben ein, er legt ihr Blumen vor die Tür und durchstöbert ihre Wohnung, er ruft sie an, mit *Hallo meine Schöne* spricht er  sie an. Er geht soweit zu behaupten sie hätten eine Beziehung. Und Lydia zerbricht fast an der Situation, die Polizei kann ihr nicht helfen, Stalking wird erst ernsthaft verfolgt wenn etwas geschehen ist.Einzig ihre Freundin Mareike unterstützt sie wo sie kann. Und so kommt es zu einem dramatischen Showdown. Mehr wird hier natürlich nicht verraten.
Die Autorin Katy Buchholz, hat einen recht lesenswerten Krimi  geschrieben, mit ihrem Schreibstil musste ich mich erst anfreunden, ebenso mit der Art das die Gedanken ihrer Protagonisten in einer anderen Schriftart gedruckt wurden, dachte ich doch zuerst, da wäre in der Druckerei etwas schief gelaufen.
Ich war noch nicht zu 100% von dem Krimi überzeugt, mir fehlte ein bisschen die Spannung, die sich aber zum Ende hin deutlich steigerte, ich wurde auch mit den Protagonisten nicht so richtig warm, Mareike die beste Freundin Lydias nervte z.B. damit, das sie sie selten mit Namen ansprach sondern fast durchgehend mit *Süße*

*Hallo meine Schöne* Ist das Krimidebüt der Autorin und wie ich schon schrieb, durchaus lesenswert. Man sollte sie also nicht aus den Augen verlieren.

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Karina-Verlag (1. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3903056758
  • ISBN-13: 978-3903056756


Donnerstag, 10. März 2016

Rotwein für drei alte Damen

Klappentext:Die aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Senioren­residenz »Abendhain«. Die rüstigen Damen, alle Mitte 90, verbringen den Tag mit Kartenspielen und zu viel Rotwein. Um keine Osterhäschen basteln zu müssen, lassen sie sich gerne von der Straßenbahn kreuz und quer durch Helsinki fahren. Die fröhliche Routine endet mit einem Todesfall, doch hat es nicht etwa einen der greisen Mitbewohner dahingerafft, sondern Tero, den jungen Koch. Mit diesem Unglück beginnt eine ganze Reihe zwielichtiger Vorfälle, die das Leben der drei Freundinnen kräftig durchschütteln und alles, was als sicher galt, über den Haufen werfen. Welches böse Spiel treibt die Oberschwester, und hat die Heimleiterin tatsächlich keine Ahnung, was in »Abendhain« vor sich geht?
Ein Buch über beste Freundinnen, die trotz ihres hohen Alters weder ihren Humor noch ihren Sinn für das, was im Leben zählt, verlieren und einfach nur wollen, dass man sie für voll nimmt.



Meine Meinung:

Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und zwingt den Krimiliebhaber förmlich dazu, das Buch zu ergreifen. Dich leider hält der Inhalt nicht, was das Cover verspricht. Die Sprache wirkt sehr trocken und fade, es fehlt Schwung, Wortwitz und Emotionalität. Wer bei dem Titel, der Illustration oder dem Klappentext an Mrs Marple denkt und ähnliches erwartet, wird bitter enttäuscht. Sehr langatmig sind die sich wiederholenden Beschreibungen der S-Bahn Linien, mit denen Siiri so gerne durch ihre Stadt fährt.

Dennoch sind die drei Damen durchaus liebreizend und man schließt sie sofort ins Herz. Das eigentliche Verbrechen hier ist nicht der Tod des jungen Mannes oder die Brandstiftung. Es ist der Umgang mit den alten Menschen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, derer man sich schämt und die man in einem Heim vor der Öffentlichkeit versteckt.

Die Ohnmacht der alten Menschen, wie sie als unmündig abgestempelt werden, ist erschütternd. Ihr Verstand wird durch eine Vielzahl von Medikamenten systematisch zerstört. Aus der resoluten, energischen und lebenslustigen Irma wird ein geistiges Wrack.

Der sozialkritische Aspekt über das System ist für mich das eigentlich spannende an diesem Roman. Die Autorin nimmt kein Blatt vor der Mund und prangert die Missstände in ihrem Land scharf an. Menschen jenseits 70 haben anscheinend in der europäischen Gesellschaft keine Existenzberechtigung mehr, sie haben keine Stimme oder finden kein Gehör. Minna Lindgren spricht für sie.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden

Mittwoch, 9. März 2016

Moorfeuer von Nicole Neubauer

Klappentext:
n der Einsamkeit eines alten Moors verbrennt eine Frau wie auf einem Scheiterhaufen, um den Hals trägt sie ein mysteriöses Amulett. Hauptkommissar Waechter und sein Team von der Münchner Mordkommission werden zu dem Fall hinzugezogen und müssen feststellen, dass die bisherigen Indizien mehr als dürftig sind: Eine Brandstelle. Eine Leiche. Hinweise auf Fremdverschulden. Die einzige Spur führt sie schließlich zu einem verfallenen Bauernhaus, aus dem die Tote tags zuvor verschwunden war, und in dem der Geist eines kleinen Mädchens spuken soll. Wer hasste die Frau so sehr, um sie derart grausam zu töten?
Meine Meinung:

Nach Kellerkind ist Moorfeuer der zweite Krimi Nicole Neubauers und was im ersten Band noch sinnvoll erschien, die ausführliche Auseinandersetzung mit dem Ermittlerteam um Hauptkommissar Waechter, war mir dieses Mal etwas zu viel des Guten. Nichtsdestotrotz, das Ausgangsszenario ist spannend, welches Geheimnis verbirgt das alte Bauernhaus, sind es wirklich die Geister der Vergangenheit die auf Rache aus sind oder liegt die Antwort doch rein in der Gegenwart? Lange stochern die Ermittler und mit ihnen der Leser im Dunkeln, denn die Spuren sind mehr als dürftig und erst ganz zum Schluss lässt sich ein Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart erahnen.
Der Schreibstil der Autorin ist richtig gut, sie schreibt flüssig und hat eine ausnehmend gute und interessante Wortwahl, es macht Spaß ihren Worten zu folgen.
Leider legte sie meiner Meinung nach zu viel Gewicht auf die Ermittler so das die anderen Protagonisten etwas in den Hintergrund rückten und ich mich nicht wirklich in sie hinein versetzen konnte und somit auch keinerlei eigene Vermutungen anstellen konnte, wer das grausige Verbrechen begangen haben könnte.
Eine absolute Leseempfehlung für die, die gern alles über die Ermittler wissen wollen, eine eingeschränkte Leseempfehlung für die Leser denen es wichtiger ist,  den Opfern oder auch Tätern zu folgen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 373410212X
  • ISBN-13: 978-3734102127
  • Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 3,5 x 18,8 cm
 

In Blut und Liebe von Constantin Dupien

Klappentext: In Blut geschrieben Herzensblut ist jedes Wort Gedankengut, das mit Liebe wurd gewählt, das mit Liebe uns erzählt. Von Gefahren und von Leid, Von dem was geht, von dem was bleibt. Erzählungen von Constantin Dupien, illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss.

Meine Meinung:
Hätte ich nicht vorher gewusst was mich erwartet, ich wäre nach einem Blick auf das Cover erstaunt gewesen nicht nur von Liebe sondern auch von Horror zu lesen, denn das Cover verspricht ja eher Krimis oder Thriller, also lieber Leser sei gewarnt: In Blut und Liebe, erzählt der Autor vom Horror und der Liebe, manchmal auch vom Horror der Liebe und das macht er richtig gut.
 Kurzgeschichten sind schwierig, sie verlangen sowohl dem Autor als auch dem Leser eine Menge ab, der Autor muss die Kunst beherrschen eine komplette Geschichte auf wenige Seiten zu bannen und dabei weder die Logik noch die Spannung aus den Augen zu verlieren und der Leser muss die kurze Reise mitnehmen und mit dem Gedanken leben, das auch die beste Geschichte zu schnell vorbei ist, zum Trost hat man dann nur, das auch schlechte Storys nur kurz sind. Allerdings gab es in Blut und Liebe, keine Geschichte bei der ich sehnsüchtig auf das Ende wartete, sie waren alle durchaus lesenswert.
Meine Lieblingsgeschichte im gesamten Band ist *Meteroitenfeuer*, weil sie so ganz anders endet als man erwartet und weil sie richtig Böse ist. Ich mag böse Geschichten.


Und kurz etwas zum Vorwort, Carmen Weinand schreibt selber und das merkt man hier auch, sie weiß mit Worten umzugehen ebenso wie Vincent Voss, der für die Zwischentexte verantwortlich ist, ich versuche seit Tagen mir ein apokalyptisches Gemälde mit einer Dose Bohnen vorzustellen ;o)
Die Zeichnungen gefallen mir zum größten Teil gut und wenn mir persönlich die eine oder andere nicht so 100% zusagt, passen sie doch zum Text.



Kurzgeschichten aus den Genres Horror, Krimi und Romantik, gepaart mit düsterer Lyrik.
Illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss und Gedichten von Merten Mederacke.
Autor: Constantin Dupien
Genre: Horror | Science-Fiction | Lyrik
Taschenbuch 6,90 €
ISBN 978-3-94-472925-1
limitierte Hardcoverausgabe 12,80
ohne ISBN – nur direkt über den Verlag erhältlich

Samstag, 5. März 2016

Die Bestie in meinem Bett

Klappentext: Warum nehmen Frauen Kontakt zu Männern auf, die im Gefängnis sitzen?


Die 36-jährige Bibliothekarin Dorothea Baum beginnt einen Briefwechsel mit dem verurteilten Totschläger Oliver Hilzinger. Es gelingt ihm, ihr Vertrauen durch seine einfühlsamen Briefe so weit zu gewinnen, dass sie ihn schließlich besucht und nach einigen Jahren heiratet.
Doch kennt sie den Mann wirklich, mit dem sie ihr Bett teilt? Als eine ermordete Frau gefunden wird, beginnt Dorothea zu zweifeln. Denn auch sonst ist nichts so, wie sie es sich vor seiner Entlassung erträumt hat.

Meine Meinung:
Die Bestie in meinem Bett beginnt langsam, für meinen Geschmack etwas zu langsam, denn die ersten Seiten erzählen fast nur von der ersten Kontaktaufnahme Dorotheas und ihren Zweifeln, die aber immer wieder durch die einfühlsamen Briefe Olivers zerstreut werden und so nehmen die Dinge ihren Lauf und die Handlung Fahrt auf, es lohnt sich also durchaus am Buch zu bleiben. Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen, Dorotheas Erlebnisse mit Oliver und  den Reaktionen ihrer Umwelt darauf und kurzen Einschüben in denen ein Mörder von seinen Taten erzählt.
Die Autorin hat mit Dorothea einen Charakter erschaffen deren Einsamkeit und  Hunger nach Liebe und Harmonie man fast körperlich spürt, so manches mal wollte ich sie schütteln damit sie zur Vernunft kommt, denn als Leser war mir schnell klar, das sie offenen Auges in ihr Verderben rennt.
Cornelia Lotter hat ein Thema aufgegriffen das immer noch als Tabu gilt, nicht unbedingt das sich Frauen in Straftäter verlieben sondern eher das Frauen die Augen vor der Realität verschließen um nicht allein zu sein "lieber ein schlechter Mann als gar keiner".Die Entwicklung die ihre Beziehung zu Oliver durchläuft, lässt sich gut an den vorkommenden Sexszenen ablesen, die sich von Schmuse und Kuschelstunden in einer unbeaufsichtigten Gefängniszelle zu reiner körperlicher Befriedigung Olivers entwickeln .
Cornelia Lotters Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen und die Story spannend, so das ich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch eine Leseempfehlung aussprechen kann, mit dem kleinen Appell das etwas Geduld erforderlich ist.
Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung eines Leseexemplars.
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1977 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 148 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch

Dienstag, 1. März 2016

Macht von Karen Duve

Noch nie war Liebe so finster und Weltuntergang so unterhaltsam.
Frauen haben die Regierung an sich gerissen, Pillen geben ewige Jugend, religiöse Endzeitsekten schießen wie Pilze aus dem Boden und ein genervter Mann kettet seine Frau kurzerhand im Keller an ...

Wir schreiben das Jahr 2031: Staatsfeminismus, Hitzewellen, Wirbelstürme, Endzeitstimmung und ein 50-jähriges Klassentreffen in der Hamburger Vorortkneipe ›Ehrlich‹. Dank der Verjüngungspille Ephebo, der auch Sebastian Bürger sein gutes Aussehen verdankt, sehen die Schulkameraden im besten Rentenalter alle wieder aus wie Zwanzig- bis Dreißigjährige, und als Sebastian seine heimliche Jugendliebe Elli trifft, ist es um ihn geschehen. Wen interessiert es da noch, dass die Krebsrate von Ephebo bei 60% innerhalb der nächsten zehn Jahre liegt?
Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Sebastians Frau, die ehemalige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Kraftwerkstilllegung und Atommüllentsorgung, die er seit zwei Jahren in seinem Keller gefangen hält. Dort muss sie ihm seine Lieblingskekse backen und auch sonst in jeder Hinsicht zu Diensten sein. Seiner neuen Liebe steht sie jetzt allerdings im Weg. Bei dem Versuch, sich seine Frau vom Hals zu schaffen, löst Sebastian eine Katastrophe nach der anderen aus.


Macht, war mein erstes Buch der Autorin Karen Duve von der ich allerdings schon viel Gutes gehört hatte. Die weit auseinander gehenden Meinungen zum Buch haben mich neben dem Klappentext  neugierig gemacht:
Die Autorin hätte ihre Poesie verloren, heißt es unter anderem.
Das Schöne ist, das kann ich nicht beurteilen, ich kann nur sagen, mir hat das Buch gefallen, es ist böse, es ist brutal, es ist politisch nicht korrekt, keine der Figuren ist auch nur annähernd sympathisch, eine Tierschützerin die ganz kurz im Roman vorkommt mal ausgenommen, aber es ist auch unterhaltsam.
Karen Duve, hat so ziemlich jedes Thema der letzten Jahre verarbeitet, sei es die Islamisierung, der Klimawandel, Veganer gegen Fleischesser, Feminismus (im Jahre 2031 heißt es z.B. Bundeskanzlerin, egal welches Geschlecht der Amtsträger hat) und die Demokratie ist auch nicht mehr das was sie mal war, vom Wetter und der Natur ganz zu schweigen und alt werden,ist etwas für Feiglinge, alle anderen riskieren an Krebs zu erkranken und schlucken die Verjüngungspille Ephebo.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, nur auf den ersten Blick handelt es sich bei Macht um ein schwieriges Buch, es ist viel zu kurz um ernsthaft auf die vielen Themen eingehen zu können, so bleibt es bei leichter und kurzweiliger Unterhaltung, die dennoch einen  Blick in unsere Zukunft wirft und den Leser mit der Hoffnung zurücklässt *So schlimm wird es schon nicht werden* Und natürlich ist da noch die Krimihandlung, die zwar spannend ist, aber nichts wirklich neues bietet, aber auch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Ich gebe gern eine Leseempfehlung.

Das Buch kann direkt Verlag beim  bestellt werden.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Galiani-Berlin (18. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386971008X
  • ISBN-13: 978-3869710082