Sonntag, 31. Juli 2016

Vergessen von Max Stiller



Jacob Fullers neuester Fall, Spannung pur und fesselnder Erzählstil

. VERGESSEN. seit über 20 Jahren befindet sich Julia in der größten psychiatrischen Klinik Münchens. Sie spricht seit dieser Zeit mit niemandem. Zur gleichen Zeit wird in New York ein Mann, ein deutscher Patentanwalt, auf eine bisher noch nie da gewesene Art und Weise getötet. Anne von Feldhaus, jüngste stellvertretende Leiterin der Münchner Mordkommission, fliegt nach New York, um das NYPD bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Zur Seite stellt man ihr und davon ist sie alles andere als begeistert, Jacob Fuller vom BKA. Fuller, ein hoch professioneller Profiler, wenn auch mit sehr eigenwilligen Ermittlungsmethoden und einem sehr individuellen Gerechtigkeitssinn. Fuller ist Deutschamerikaner mit doppelter Staatsangehörigkeit und war zuvor viele Jahre für das FBI in New York tätig. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen in New York und München, stoßen sie auf ein augenscheinlich längst vergessenes bestialisches Verbrechen.


Meine Meinung:
Fälle deren Ursprung in der Vergangenheit liegen üben immer einen besonderen Reiz auf mich aus, es ist spannend zu lesen , wie sich die Fäden zu einem logischen Ganzen miteinander verbinden und am Ende doch alles ans Tageslicht kommt. 
Die Protagonisten, allen voran natürlich Fuller und Anne von Feldhaus sind sehr gut beschrieben, wenn auch vielleicht nicht immer realistisch dargestellt, beziehungsweise ihre Handlungen, kann es wirklich sein das deutsche Kriminalbeamte für einige Stunden nach New York fliegen nur um sich ein Bild vom Tatort zu machen? Aber gut, damit kann ich leben, vor allem da ich nicht weiß wie die Gepflogenheiten beim BKA sind. Eher störend empfand ich da schon die häufigen Wiederholungen, die aber wohl in einer neueren Auflage überarbeitet worden sind. Stört man sich daran nicht, hat man mit Vergessen von Max Stiller einen soliden Krimi, mit einem durchaus spannenden Fall, der für weitere Bücher einiges verspricht. 

  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: MUC-PUBLISHER; Auflage: 2. Auflage 25.07.2013 (25. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 300041987X
  • ISBN-13: 978-3000419874


Samstag, 30. Juli 2016

Drei Lieder für die Königstochter von Susanne Pavlovic

Inhalt: Im Kreise seiner Weggefährten erzählt der Spielmann Wolfram von Kürenberg von der Rettung der Königstochter Bertrandis, für die er sich selbst gefangen nehmen lassen muss.
Mehr erzähle ich euch nicht vom Inhalt, die Geschichte umfasst gerade mal 80 Seiten und wäre zu schnell nacherzählt und ich kann lange nicht so gut Geschichten erzählen wie Wolfram von Kürenberg, ich habe auch keinen Tee.

Meine Meinung: Gewohnt unterhaltsam erzählt uns Susanne Pavlovic eine Episode aus dem Leben des Spielmanns, sie erzählt wie es dazu kam und natürlich von der turbulenten Flucht aus der verwinkelten Burg, da hat sie einen Ort geschaffen den jedes Abenteuer suchende Kind und jeder furchtlose Erwachsene gerne erkunden würde. Gespickt mit farbigen Illustrationen ist das Büchlein nun naturgemäß nicht mehr als ein Appetithappen um die Wartezeit auf das nächste Buch der Autorin zu verkürzen.
Das Ende lässt hoffen irgendwann noch mehr von der Königstochter zu erfahren, da geht noch was, die Geschichte kann so eigentlich nicht enden und das nicht nur in Bezug auf eine evtl. Revolution in Abrantis.
Ich kann jedem nur empfehlen nicht nur dieses Buch zu lesen sondern alle Bücher die sich um den Spielmann und seine Freunde drehen, sie lassen den Leser in eine Welt versinken die fernab der unseren liegt und die man eigentlich nicht mehr verlassen will, vorausgesetzt man hat die richtigen Freunde.

Ausnahmsweise, erwähne ich hier auch den Preis, das gebundene Buch kostet 14,90 Euro, ein stolzer Preis? Ja, ganz sicher, aber wenn man sich das Buch genauer anschaut, die Qualität der Bindung, die Illustrationen, kann man sich leicht vorstellen das hier schon die Herstellungskosten höher sind als z.B.bei einem Taschenbuch. Und die Geschichte ist sowieso unbezahlbar.


Reichhaltig und farbig illustriert von Katharina Reitz. Schön gebunden als Hardcover. Mit farbigen Fanarts zum Feuerjäger-Zyklus.
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (14. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958691730
  • ISBN-13: 978-3958691735

Freitag, 29. Juli 2016

I Am Death Der Totmacher von Chris Carter

Inhalt: Ich bin der Tot. Diese Botschaft steht auf einem Zettel, den die Pathologien bei der Obduktion der grausam zugerichteten Leiche im Hals des Opfers findet. Schnell wird den Ermittlern Hunter und Garcia klar das sie es mit einem Serienkiller zu tun haben, einem Killer der seine Vorgehensweise bei jedem Mord ändert und keinerlei Spuren am Tatort hinterlässt.
Meine Meinung:
Das war wirklich harte Kost und ich bin begeistert, wieder einmal hat Carter es geschafft mich in den Bann seines Killers zu ziehen, fasziniert und abgestoßen zugleich konnte ich nicht aufhören zu lesen. Mitzuerleben wie die Opfer,darunter auch der 11 jährige Ricky der auf dem Schulweg entführt und als Haussklave gehalten wird, gequält und getötet werden,ist schon harter Tobak.
Ich wäre nie im Leben darauf gekommen wer der Täter ist, gegen Ende des Buches gibt es eine Wendung, auf die ich ohne Hunter nicht gekommen wäre ;o) ich tappte die meiste Zeit im Dunkeln.
Hunter und Garcia, sind wie immer ein eingespieltes Ermittlerteam, ihr Privatleben wird weitestgehend aus der Handlung herausgehalten, man erfährt gerade soviel das man auch als Stammleser nicht von immer wieder den gleichen Informationen gelangweilt wird, aber genug um auch als Neueinsteiger, die sehr sympathischen Ermittler kennen zulernen.
Ich gebe hier eine absolute Leseempfehlung, Chris Carter schreibt ohne Rücksicht auf seine Leser zu nehmen und lässt sie in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden. Mit einem Klick seid ihr schon da.

  • Thriller
  • Taschenbuch
  • Broschur
  • 384 Seiten
  • I Am Death
  • Aus dem Englischen übersetzt von Sybille Uplegger.
  • ISBN-13 9783548287133

Im Feuer von Eva Lirot und Hughs Schlueter

Am Frankfurter Flughafen vertauscht Roger Cappel, seinen Koffer mit dem eines asiatischen Gangster Rappers, nicht aus versehen, sondern mit voller Absicht und nicht um sich zu bereichern sondern um auf die Art einen Einblick in das Leben des Anderen zu bekommen, in seinem Koffer hat er Bargeld und Wertsachen zum Tausch und zu Entschädigung, doch dieses Mal hat sein Hobby unangenehme Folgen, denn im Koffer des Rappers befindet sich keine Schmutzwäsche oder kitschige Souvenirs, sondern ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert. Kleine Randbemerkung *Kunst liegt im Auge de Betrachters* ;o)
Gemeinsam mit der Privatdetektivin Kim, die Roger bei seinem Coup beobachtet, wird er in einen Kunstraub von noch nie dagewesenen Ausmaßen verwickelt.
Parallel dazu lesen wir Tagebucheintragungen die vor 
Jahrzehnten beginnen und sich immer mehr Richtung Gegenwart bewegen.
Lange wird nicht klar was die beiden unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander zu tun haben, die Auflösung ist 
allerdings überraschend und ein wahres Highlight des Buches.
Die Zusammenarbeit Eva Lirots und Hughes Schlueter hat einen sehr spannenden, teilweise humorvollen Krimi hervorgebracht, den man kaum noch aus der Hand legen konnte, einzig ein paar, meiner Meinung nach überflüssigen Sexszenen störten den Lesefluss, aber auch hierbei muss jeder für sich entscheiden ob ihm das gefällt oder nicht, so ist es in der Literatur wie auch in der Kunst. 


  • Broschiert: 356 Seiten
  • Verlag: fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1 (2. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958486010
  • ISBN-13: 978-3958486010

Mittwoch, 27. Juli 2016

Totenschmaus von Timo Leibig

Inhalt: Die drei Köchinnen Bärbel, Ellie und Kerstin leiten zusammen das Sternerestaurant Dreierlei, voller Enthusiasmus und viel Kreativität bewirten sie ihre Gäste alles könnte so schön sein, gäbe es nicht den Restaurantkritiker von Belch, der sich in den Kopf gesetzt hat, die Frauen aus der Restaurantszene zu vertreiben.
Als er nach einem Streit mit einer Bedienung verschwindet, ahnt die Kommisarin Leonore Goldmann, die sich zufällig mit ihrem Freund Michael dort aufhält, schlimmes. 

Meine Meinung: Totenschmaus war mein erstes Buch von Timo Leibig, da es sich um den 3. Band mit dem Ermittlerteam Goldmann und Walter Brandner handelt, war ich etwas skeptisch, muss man entgegen der Versprechungen nicht doch die Vorgängerbände gelesen haben? Nein, muss man nicht, also ich musste nicht, die Story ließ sich leicht und flüssig lesen, die Charaktere waren gut beschrieben und ich sags nicht gern aber aus meiner lang zurückliegenden Berufserfahrung, leider auch authentisch, so das auch die manchmal sehr derbe Wortwahl ihre Berechtigung hat. Ich mag es allerdings lieber wenn ich nicht direkt weiß, wer der Täter ist, sondern gemeinsam mit den Ermittlern raten und rätseln kann, dennoch bleibt es spannend, denn es geht ja nicht nur um Mord, geschickt packt der Autor auch noch Erpressung mit in die Handlung ein.
Alles in Allem bekommt man mit Totenschmaus, solide Unterhaltung. Und ich werde Timo Leibig im Auge behalten und sicher noch mehr von ihm lesen.

  • Taschenbuch: 318 Seiten
  • Verlag: Leibig - Verlag und Werbung; Auflage: 1 (12. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981707648
  • ISBN-13: 978-3981707649

Samstag, 23. Juli 2016

Cooper von Eberhard Rathgeb

Inhalt: Lisa ihr Mann Jakob und die Kinder Nora und Carlotta ziehen  voller Freude in ihr neues Ferienhaus, Tage voller Glück und Erholung wollen sie in dem abgelegen Haus verbringen. Doch es kommt anders, etwas schreckliches geschieht und gerade als sich die Familie von dem Unfassbaren erholen zu scheint, schlägt das Schicksal erneut zu.

Meine Meinung:
Ich habe die knapp 150 Seiten in kürzester Zeit verschlungen, der Autor schafft es mit fantastischen Worten sogar dem Sonnenschein einen Schatten aufzulegen der alles rund um die Familie und das Haus in eine düstere bedrohliche Atmosphäre taucht, vom ersten Satz an fühlte ich eine Beklemmung, die ich kaum in Worte fassen kann und die mich das ganze Buch über nicht mehr losließ. Die Schrecken die Lisa erleben muss, werden nicht explizit beschrieben, der Autor erspart seinen Lesern  Details, ohne ihnen den Schrecken zu ersparen. 
Cooper, den Namensgeber des Buches, lernt der Leser erst spät im Buch kennen, er ist es, der ein kleines bisschen Hoffnung aufkeimen lässt.
Die Leseprobe verspricht einen Roman mit einem guten Anteil an Übersinnlichem, ein seltsames Kind, eine Katze die erst an einer Tankstelle auftaucht und dann am Ferienhaus wieder da ist, als die Familie gerade ankommt, eigentlich in einer viel zu kurzen Zeit als das sie das aus eigener Kraft geschafft haben könnte. Für mich hat das Buch das nicht gehalten, vielleicht irre ich mich aber auch, vielleicht hatten böse Mächte ihre Hände im Spiel. 
Aber es ist eigentlich egal, mit welchen Erwartungen man an dieses Buch herangeht, wer Freude an bildhaften Beschreibungen hat und wer Freude an der Poesie des Grauen hat, wird dieses Buch lieben. 
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Literaturliebhaber.

Erscheinungsdatum: 25.07.2016 
144 Seiten 
Hanser Verlag 
Fester Einband
ISBN 978-3-446-25281-3

Donnerstag, 21. Juli 2016

Die Gräber der Vergessenen von James Oswald

Inhalt: Zwei Fälle gleichzeitig muss Inspector Tony McLean kurz nach seiner Genesung aufklären zum einen den Tot eines unbekannten, der in einer tiefen Schlucht aufgefunden wurde, nackt und mit frischen Tätowierungen übersät, zum anderen den vermeintlichen erweiterten Suizid eines angesehenen Politikers, der erst seine Familie und dann sich tötete. Schnellste Aufklärung und tiefer graben als andere, das ist der Auftrag den Tony McLean bekommt.

Meine Meinung: Obwohl die Gräber der Vergessenen schon der vierte Fall des Inspectors habe ich nichts vermisst, das ist schon mal der erste Pluspunkt den ich diesem Buch geben kann, denn häufig muss man ja alle Vorgänger Bände gelesen haben, um überhaupt ein Gefühl für die Protagonisten zu bekommen.
Schnell war mir Tony McLean sympathisch, er ist gradlinig und ein Mensch mit Ecken und Kanten, der sein Team unterstützt und fordert.
Die Fälle sind interessant und man schaut dem Team gern bei den Ermittlungen zu. Besonders hat mir der Schreibstil des Autors gefallen, er ist ruhig und flüssig, die Beschreibungen seiner Protagonisten und der Örtlichkeiten sind sehr genau ohne das er sich zu sehr in den Bildern verliert, er findet genau die richtige Mischung.
Zu erwähnen ist noch und das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt, das das Buch einen Hauch Mystery enthält.
Für Fans englischer Kriminalromane und für die die es werden wollen gebe ich sehr gern eine Leseempfehlung.


  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442483883
  • ISBN-13: 978-3442483884
  • Übersetzer: Sigrun Zühlke
  • Originaltitel: Dead Men's Bones


Montag, 18. Juli 2016

Das Spiel - Opfer (Trilogie Band 1) von Jeff Menepace

Inhalt: Es sollte ein fröhlicher Familienausflug werden, ein paar ruhige Tage am Crescent Lake, das war der Plan der Familie Lambert.
Amy und Patrick sind mit ihren Kinder Caleb und Carrie auf dem Weg in den kleinen, idyllischen Ferienort, als sie an einer Tankstelle kurz vor dem Ziel auf den sehr freundlichen Arty Farelli treffen, der augenscheinlich mit seinen Kindern unterwegs ist um ebenfalls mit seiner Familie Urlaub zu machen. Patrick ahnt nicht, mit wem er Höflichkeiten austauscht. Denn auch Arty und sein Bruder Jim wollen Spaß.

Meine Meinung: Eins vorweg, der Film Funny Games, auf den auf dem Bucheinband durch den Titel hingewiesen wurde ist mir bis Dato vollkommen unbekannt gewesen, so das mir die Grundhandlung nicht wegen des Films bekannt vorkam. 
Nichtsdestotrotz wurde ich gleich in den Bann des Buches gezogen, zu wissen, das etwas schreckliches passieren wird, ändert nichts an der Spannung die der Autor Jeff Menepace aufzubauen weiß. Sind es erst nur zufällig erscheinende Begegnungen mit Arty Farelli, die von Patrick als harmlos abgetan werden, ändert sich die Situation als Jim Farelli die Bühne betritt, sein Auftreten ist insgesamt bedrohlicher und angst einflößender, ich fühlte mich stellenweise wie der Beobachter einer grauenvollen Naturkatastrophe, der nicht persönlich davon betroffen ist, der alles kommen sieht, aber nicht in der Lage ist das Unheil abzuwenden.
Die Familie Lambert ist das Idealbild einer Familie,Patrick und Amy sind gut aussehend, liebevolle Eltern und auch nach einigen Ehejahren wie frisch verliebt ineinander, die Kinder Caleb und Carrie sind wohlerzogen und niedlich und wieder erwarten nicht im mindesten nervig, im Gegensatz zu Patrick, den ich so manches Mal schütteln wollte ob seiner dümmlichen Witze und der Tatsache das er viel zu spät die Gefahr sieht in der er und seine Familie sich befinden.
Arty und Jim Farelli, sind das personifizierte Böse, sie haben eine perverse Freude daran andere Menschen zu quälen und zu misshandeln, jeder der ihnen gegenübersteht sollte so schnell als möglich das Weite suchen, sie dünsten Gewalt und Sadismus aus wie üblen Körpergeruch.

Mein Fazit. Wer vor Gewalt in Büchern keine Angst hat, wer vor dem Licht löschen unters Bett schauen will ob sich nicht ein Farelli darunter befindet, sollte unbedingt dieses Buch lesen.
Jeff Menepace wurde mit Richard Laymon verglichen, das wird ihm nicht gerecht. Menepace ist um Längen besser, sein Schreibstil, seine Wortwahl, die Beschreibung seiner Protagonisten ist beinahe schon liebevoll zu nennen.
Eine absolute Leseempfehlung für Das Spiel Opfer. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.
  • Übersetzer: Sven-Eric Wehmeyer 
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453677072
  • ISBN-13: 978-3453677074
  • Originaltitel: Bad Games




Samstag, 16. Juli 2016

Niemand sieht mich kommen von Lisa Scottoline

Inhalt: Der Psychiater Eric Parrish steht vor den Trümmern seiner Ehe und unverhofft auch vor den Trümmern seiner beruflichen Karriere. Seine Frau Caitlin versucht ihm die gemeinsame Tochter zu entziehen, eine Kollegin bezichtigt ihn der sexuellen Belästigung und die junge Frau die einer seiner Patienten stalkt wird ermordet und Eric hat sie zuletzt gesehen. Bald schon erkennt Eric das es jemand auf ihn abgesehen hat.

Meine Meinung: Der Thriller beginnt mit einem Kapitel über die zweite Hauptperson des Buches: Dem Soziopath, wie sich die Person selber nennt und die von sich sagt: 

„Ich bin ein Soziopath. Ich bin intelligenter und freier als jeder andere, denn mich behindern keine Regeln und Gesetze. Ich halte dich zum Narren. Ich halte JEDEN zum Narren.“

Im weiteren Verlauf des Buches erfährt der Leser noch mehr darüber wie ein Soziopath tickt und vor allem was einen Soziopathen ausmacht, denn dieser hat einen Fragebogen ausgefüllt und lässt den Leser am Ergebnis teilhaben, diese Abschnitte fand ich persönlich so interessant das ich manchmal versucht war vorzublättern um schnell mehr darüber zu erfahren.
Im Hauptteil des Buches ging natürlich um Eric, seine Arbeit besonders um die Arbeit mit Max, dem jungen Stalker zu dem er eine fast unprofessionelle Beziehung aufbaut und meiner Meinung nach viel zu sehr um seine gescheiterte Ehe und die kleine Hannah, für die er das Sorgerecht beantragen will. Ich wusste nicht bei wem es sich um die Autorin handelt, Lisa Scottoline ist wohl das Pseudonym für Lisa Scott, die mir für ihre emotionalen Krimis bekannt ist. 
Nachdem ich mich allerdings darauf eingestellt hatte, konnte ich das Buch auch genießen, ich habe versucht mitzurätseln wer sich hinter dem Soziopathen verbirgt und aus welchem Grund er beschlossen hat ausgerechnet Erics Leben zu vernichten, dessen Lebensziel es ist, anderen Menschen zu helfen. Zwar legt die Autorin die eine oder andere Spur aber festlegen konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt, immer wieder musste ich meine Vermutung revidieren. Vom Ende war ich dann doch überrascht, denn der Soziopath hat seinem Namen alle Ehre gemacht und alle Kriterien die man für diesen Geisteszustand haben muss vollkommen erfüllt.
Für Leser von eher emotionalen Thrillern gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung.

Niemand sieht mich kommen

Übersetzt von Kathrin Bielfeldt
Klappenbroschur, 416 Seiten
Rütten & Loening
978-3-352-00884-9 

Das Buch kann direkt beim Aufbau Verlag
bestellt werden. Und natürlich überall wo es gute Bücher gibt.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Portugiesisches Erbe von Luis Sellano


Inhalt:
Henrik Falkner tritt das Erbe seines kürzlich in Portugal verstorbenen Onkels an, von dem er nur wusste das seine konservative Familie ihn ausgestoßen hatte und zu dem er deshalb auch nie Kontakt hatte, aber dieser Onkel schien einiges von ihm zu wissen, das er Ablenkung braucht, nach dem Tod seiner Frau und seinem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Polizeidienst.
Zu dem Erbe gibt es eine Bedingung, Henrik muss das Haus und alles was darin ist behalten.
Als Henrik in Lissabon eintrifft stößt er auf Ablehnung und Misstrauen von Seiten der Hausbewohner und der Mitarbeiterin die das Antiquariat des Onkels weiterführt und er entgeht nur knapp einem Mordanschlag. Immer im Zweifel ob er das Erbe antreten soll oder nicht, stößt er auf Spuren die auf ein Verbrechen hinweisen, ein Verbrechen das Onkel Martin aufdecken wollte. Henriks Polizistenseele erwacht und er macht sich auf die Suche nach weiteren Hinweisen, die irgendwo im Antiquariat versteckt sein müssen.

Meine Meinung: 

Mein erster Portugal Krimi, angezogen durch das ansprechende Cover und den Klappentext habe ich mich mal rangewagt und im Endeffekt habe ich mich auch gut unterhalten gefühlt. Der Autor Luis Sellano, versteht es mit Worten umzugehen und entführt seine Leser in die Altstadt von Lissabon durch seine ausführlichen Beschreibungen konnte ich mir die Umgebung, in der das Buch spielt gut vorstellen ohne jemals dort gewesen zu sein. Manchmal war das aber auch zu viel des Guten, so das ich das eine oder andere Mal versucht war einfach ein kleines bisschen vorzublättern, das habe ich mir allerdings verkniffen, denn vielleicht hätte ich dann übersehen wie Henrik ein wichtiges Puzzleteil findet, das zur Lösung des Geheimnisses um sein Erbe führt. Stück für Stück setzt sich dieses Puzzle zusammen und enthüllt ein grausames Verbrechen das vor Jahrzehnten vertuscht wurde.
Beim Lesen des Klappentextes dachte ich zugegebenermaßen eher an Kunstdiebstahl und war dementsprechend überrascht, als ich herausfand um was es wirklich geht.
Zu den Protagonisten: Normalerweise mag ich es nicht, wenn die Ermittler ein allzu großes privates Problem mit sich tragen, etwas an dem sie fast zerbrechen, in diesem Fall scheint es mir aber notwendig, Henriks Geschichte erfahren zu haben, sie ließ mich verstehen warum er den Polizeidienst in Deutschland verlassen hatte und da es sich um den ersten Fall Henrik Falkners handelt, ist es sicher nicht verkehrt ihn genauer zu kennen. Die anderen Protagonisten kommen noch etwas kurz, ich hätte gern noch mehr über die Hausbewohner erfahren, aber ich vermute das das im nächsten Buch der Fall sein wird, schließlich weiß man nie was zwischen alten Büchern, Kunst und Krempel noch alles versteckt ist.
Mein Fazit: Das Buch ist auf der einen Seite sehr spannend, ich musste unbedingt wissen was es mit dem Erbe und den Hinweisen auf sich hat und war von der Auflösung und dem begangenen Verbrechen ziemlich überrascht auf der anderen Seite war es für meinen Geschmack stellenweise etwas langatmig. Ein Widerspruch in sich? Mag sein, aber manchmal passiert auch das.

Ich kann auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden, dort findet ihr auch ein Lesenswertes Special. Henrik Falkner zeigt euch sein Lissabon und mit einem Klick seid ihr schon da.

  • Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419448
  • ISBN-13: 978-3453419445


Montag, 11. Juli 2016

Wild Cards Die erste Generation 01. Vier Asse von Goerge R.R Martin


Inhalt: Der Wild Cards Virus wird kurz nach dem zweiten Weltkrieg von einem verrückten Wissenschaftler freigelassen und bewirkt bei den befallenen Menschen eine mehr oder weniger schreckliche Veränderung, sie mutieren entweder zu Assen, die teils enorme Fähigkeiten entwickeln oder zu Jokern, die mit abnormen körperlichen Veränderungen zu leben haben.
Sie alle erinnern an Superhelden und die Menschheit muss lernen mit ihnen zu leben.

Meine Meinung: Das Buch beginnt mit der Entstehungsgeschichte der Wild Cards Stories, es wird erzählt wie George R. Martin mit Schriftstellerkollegen zusammen Rollenspiele spielte und dies immer mehr Zeit in Anspruch nahm, so das sie sich entscheiden mussten: Spiel oder Karriere und dann zu dem Schluss kamen beides miteinander zu verbinden und ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. Zwar ist es ganz interessant einmal zu erfahren warum ein Buch entsteht, aber dieser Teil hätte deutlich kürzer ausfallen dürfen.
Das eigentliche Buch beginnt mit dem Anfang der Wild Cards, wie kam das Virus auf die Erde und wie kam es in die Hände des Irren Wissenschaftlers.
Überhaupt wird im Buch viel auf die Entwicklung der Einzelnen Charaktere eingegangen, das ist manchmal etwas langatmig und hätte für meinen Geschmack auch etwas gestrafft werden können.
Ich habe die anderen Wild Cards Bücher noch nicht gelesen, ich weiß nicht ob man diesen Band vor den anderen lesen sollte oder ob er an die anderen anschließt.
Wenn es dann um die Fähigkeiten und Aufgaben der Asse geht, wird es wieder interessant, Stellenweise mochte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich gebe für Fans der Reihe auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellte werden. 
http://www.randomhouse.de/Paperback/Wild-Cards.-Die-erste-Generation-01.-Vier-Asse/George-R.R.-Martin/Penhaligon/e495304.rhd

  • Verlag: Penhaligon Verlag (27. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764531533
  • ISBN-13: 978-3764531539
  • Originaltitel: Wild Cards


Freitag, 8. Juli 2016

Drei Wünsche von Tara Riedman

Inhalt: Drei freie Wünsche, die werden der Karrierefrau Olivia Davis versprochen, deren Leben gerade alles andere als geplant, bei der Beförderung übergangen, ein nicht vorhandenes Privatleben, da wäre es doch schön wenn sich alles ganz leicht so auflösen lässt das es in ihren Plan passt.
Auf Empfehlung ihres Geliebten Ben, sucht Olivia eine Wunderheilerin auf, die ihr für 10000 Pfund eben diese drei Wünsche erfüllen will, nur materiell dürfen sie nicht sein und so viele Freiwünsche wie man will gibt es auch nicht.Erst ist Olivia skeptisch aber als der erste Wunsch in Erfüllung geht, zahlt sie und hofft auf Erfüllung der anderen beiden: Die Beförderung und Ben ganz für sich allein.

Meine Meinung: Überlege gut, was du dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Das waren meine ersten Gedanken als ich begann das Buch zu lesen und vielleicht hätte auch Olivia noch mehr nachdenken sollen. 
Die Story hat mich wirklich überzeugt, auf den ersten Blick scheint sie zwar auf ein vorhersehbares Ende zuzusteuern aber das täuscht, wie so vieles in dem Buch, die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen und Gut gemeint ist nicht immer Gut gemacht, im Gegenteil und das muss auch Olivia sehr bald erfahren, aber es gibt auch das klar definierte Böse, den dem man als Leser die Pest an den Hals wünscht, dem man all das wünscht was er anderen antut.
Und es gibt Sympathieträger, die Gelegenheitshure Anique z.B.oder die alles tut um ihrer Tochter ein besseres Leben bieten zu können oder Lucy die dem Bösen täglich ins Gesicht blicken muss.
Gar nicht sympathisch sind die Hauptprotagonisten, Olivia ist eine überhebliche Zicke unfähig und nicht willens Beziehungen aufzubauen oder Madame Devaux, die den richtigen Blick auf das was sie tut schon lange verloren hat.
Trotzdem gibt es auch einen Punkt den ich bemängeln muss, das Buch ist zu kurz. Manche Begebenheiten hätten gern ausführlicher beschrieben werden können ebenso die Leben der Protagonisten, ich konnte mir zwar alles zusammenreimen aber viel lieber hätte ich mir all dies von der Autorin erzählen lassen, sie hat nämlich einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Das Ende ist, wie schon erwähnt doch ziemlich überraschend, wenn auch wieder etwas kurz gehalten und weniger political correctness hätte mir persönlich auch etwas besser gefallen.
Alles in Allem gebe ich hier sehr gern eine Leseempfehlung ab.


  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (19. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1533603847
  • ISBN-13: 978-1533603845

Donnerstag, 7. Juli 2016

Herb von L.C.Frey und Paul Anger

Inhalt: 
Herb ehemaliger Cop und praktizierender Kotzbrocken meint in einer jungen Asiatin die er turtelnd im Park beobachtet die neue Freundin seines Bruder Donnie zu erkennen, er ist sich aber nicht zu 100% sicher, denn in seinen Augen sehen alle *Schlitzaugen* (seine Worte nicht meine) gleich aus, da er außerdem einen Hass auf alle Asiaten hegt, schließlich sind die daran schuld das er nur noch ein Auge und ein lädiertes Bein hat und am Tod seines Partners sind sie auch schuld, dass er selber unüberlegt ein Haus gestürmt hat und so sich und seinen Partner in Gefahr brachte, verschweigt er wohlweislich, ebenso wie die Diamanten die er bei dem Einsatz hat mitgehen lassen.

Meine Meinung:
Ich hätte mir ein klein wenig mehr Raum für die Thrillerhandlung gewünscht, das Augenmerk des Autorenduos Frey und Anger liegt doch sehr auf dem Psychogramm Herbs.
Herb ist ein Prolet ungebildet, faul, ordinär und asozial, sein liebstes Freizeitvergnügen besteht darin zusammen mit seinem Bruder Hardcorepornos zu gucken und seine Frau Marjorie zu demütigen, zu seinem Glück steht die ehemalige Schönheitskönigin genau darauf, jede andere Frau hätte ihm schon eins mit der Bratpfanne über gezogen und wenn die nicht zur Verfügung steht lässt er seine Verachtung und seinen Hass auf die Welt eben an allen anderen aus, alle sind doof außer er selber, Herb ist der Größte, der Tollste und alle Frauen wollen mit ihm ins Bett. *Ja ne Herb, ist klar*
Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, sehr hoch, denn den Autor L.C.Frey kannte ich ja schon durch seinen Thriller *Totgespielt* der mich wirklich begeisterte und wahrscheinlich liegt es an eben meinen hohen Erwartungen das ich immer auf ein mehr der Krimihandlung gewartet hatte und ein klein wenig, nur ein bisschen, enttäuscht war, als das Buch an seinem Ende angelangt war, als die Geschichte aus erzählt war und Herb.... ja das müsst ihr selber lesen. Herb muss man erlebt haben.
Der Schreibstil des Autorenduos ist durchweg flüssig und man fiebert immer mit, was wohl als nächstes geschieht, die Wortwahl ist dem Hauptprotagonisten angemessen. Wer ein Buch abseits vom Mainstream sucht und ein Feindbild braucht, dem kann ich Herb wärmstens empfehlen.
Von der nächsten Zusammenarbeit der Autoren Frey und Anger, erwarte ich viel: Mehr Böse,mehr Zynismus und viel mehr Krimi/Thriller.


  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1.0 (14. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1534675566
  • ISBN-13: 978-1534675568







Mittwoch, 6. Juli 2016

Gastrezension von Alex

Manchmal stelle ich euch auch Bücher vor, die ich nicht selber gelesen habe in diesem Fall ist die Rezension von Alex die das Buch im Rahmen einer Lesechallenge las.
Heute :

Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Wendy Walker


Jenny wird brutal vergewaltigt und ihre Eltern entscheiden, dass die Erinnerungen daran durch ein Medikament gelöscht werden. So ganz gelingt das aber nicht. Zudem WILL Jenny sich erinnern. Zusammen mit einem Therapeuten macht sie sich auf die Suche nach ihren Erinnerungen, die nur irgendwo versteckt sind. Dabei gerät die ganze Familie ins Kreuzfeuer und muss sich ihren Problemen stellen.

Die Geschichte ist erzählt aus der Sicht des Therapeuten, was mich anfangs sehr gestört hat. Denn seine Art die Dinge zu berichten ist sehr wissenschaftlich und war mir dann doch etwas zu viel. Ich bekam gar keine Bindung zu Jenny, um die es ja eigentlich in dem Buch geht. Dass eigentlich der Psychiater im Mittelpunkt steht und SEINE Geschichte lässt sich lt. Klappentext nicht vermuten, macht aber, im Nachhinein gesehen, Sinn. Im Grunde ist es ein Buch über Alan und Jenny ist nur der Katalysator.
Unter der Voraussetzung zu lesen macht das Buch mehr Spaß, weil man dann nicht immer darauf fiebert, Jennys Gefühle oder Sicht der Dinge zu erwarten. Ich kam sehr schwer hinein in das Buch und war schon fast versucht, es abzubrechen. Zum Glück habe ich es nicht getan und wurde dann auch nicht weiter enttäuscht. Tiefe Einblicke in die Psyche der Menschen und ihrer Umwelt und eine unerwartete Wendung am Schluss, machen das Buch dann doch lesenswert. Es stimmt, wenn man sagt, dass das Buch noch länger nachwirkt und man sich Gedanken drüber macht. Die Handlung ist komplex und braucht ein wenig Eindenken.

Dennoch verstehe ich den Hype um das Buch nicht ganz, bin dennoch gespannt auf die Verfilmung



  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 1 (23. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 365102542X



  • ISBN-13: 978-3651025424
  • Mein Name ist Leon von Kit de Waal


    Inhalt: Als die allein erziehende Carol völlig überfordert vom Leben und der Erziehung ihrer Kinder Leon und Jake ihr Bett nicht mehr verlässt, übernimmt der 9 jährige Leon die Versorgung des Haushaltes und seines kleinen Bruders. Das geht so lange gut, bis er kein Geld mehr für Lebensmittel hat und eine Nachbarin um Hilfe bittet und diese das Jugendamt einschaltet. Leon und Jake kommen zu Maureen in Pflege und alles scheint gut zu werden bis Jake adoptiert wird und Leon allein bei seiner Pflegemutter zurückbleibt. Als auch Maureen krank wird und Leon bei ihrer Schwester unterkommt, lernt er auf seinen Streifzügen Tuffty kennen der einen Schrebergarten besitzt und ihn in die Geheimnisse des Gärtnerns einweiht.

    Meine Meinung: Kit de Waal, zeichnet ein recht realistisches Bild vom Leben des kleinen Leon, der sich abmüht damit er zusammen mit seinem kleinen Bruder bei der Mutter bleiben kann und dem es sehr schwer fällt die Verantwortung für das Baby abzugeben. Als Jake adoptiert wird, wird Leon wohl das erste Mal bewusst, das er in einer Welt lebt in der ein Unterschied gemacht wird zwischen schwarz und weiß, denn im Gegensatz zu seinem Bruder ist Leon farbig und hat somit keine Chance ebenfalls adoptiert zu werden. Aber das will er auch gar nicht, er will gemeinsam mit Jake zurück zu seiner Mutter. 
    Es sind die leisen Töne die dieses Buch ausmachen, die Autorin verzichtet, darauf jemanden anzuprangern, weder die Mutter noch das britische Sozialsystem werden in irgendeiner Form schlecht gemacht im Gegenteil ich konnte mich gut in die psychisch labile Carol hineinversetzen die trotz aller Schwierigkeiten ihre Kinder über alles liebt und sie deswegen aufgibt und die Bemühungen der Jugendamtsmitarbeiter den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden sind deutlich spürbar auch wenn es ihnen nicht immer gelingt.
    Und Maureen? Maureen ist die Pflegemutter die man jedem Kind das nicht bei seinen Eltern bleiben kann wünscht, mit einer schier unerschöpflichen Liebe und Weisheit, dem instinktiven Wissen darum was Kinder brauchen, gibt sie Leon den Halt den er braucht und die Hoffnung auf eine Zukunft in der sicher nicht alles so ist wie er es sich wünscht aber so wie es für alle das Beste ist.
    Man muss schon genau hinhören um alle leisen Töne Kit de Waals auch zu hören, das macht es an manchen Stellen klein wenig schwierig die Kritik die die Autorin ausspricht auch zu verstehen, sie vermittelt ihre Botschaft in Bildern die erst im Nachklang verständlich werden.
    In dem Buch werden auch die Rassenunruhen im Sommer 1981 angesprochen, Unruhen die ausgelöst durch die Verhaftung eines farbigen Jugendlichen eine Welle der Gewalt nach sich zogen und England in einen Schockzustand versetzten. Dieser Aspekt kam mir definitiv zu kurz, denn es wird kaum noch jemand in Erinnerung haben was damals geschah. 
    Ich vergebe gern eine absolute Leseempfehlung, für dieses sehr berührende Buch.


    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (30. Mai 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 349927230X
    • ISBN-13: 978-3499272301
    • Übersetzung: Katharina Naumann
    • Originaltitel: My Name is Leon

    Sonntag, 3. Juli 2016

    Blutgrütze eine Anthologie (Hrsg. Markus Kastenholz)

    Inhalt:
    Es gibt nichts zum Inhalt,
    Inhaltsbeschreibungen von Kurzgeschichten sind was für die Schule.
    Ihr sollt die Geschichten selber lesen, nacherzählt bringen die nichts.

    7 Geschichten von 7 Autoren, jede anders, jede mehr oder weniger eklig.  
    Meine Meinung: 
    Ich wusste worauf ich mich einlasse, schließlich hatte ich den Klappentext gelesen, so ganz stimmt der Untertitel allerdings nicht *unappetitlich* fand ich jetzt nur zwei der Storys, aber die hatten es beide in sich, nach dem Lesen war mein erster Gedanke *würg* aber vermutlich hatten die Autoren genau das beabsichtigt. Die anderen 5 sind guter alter Horror und Splatter, es ist blutig, widerlich und sehr spannend. Die Autoren haben durchweg einen sehr angenehmen Schreibstil, man spürt die Freude am Schreiben in jedem Satz.
    Eigentlich wollte ich die Autoren und die jeweiligen Titel noch auflisten, aber Blogspot in seiner unendlichen Weisheit hat beschlossen, das das doof aussehen soll. ich versuche es mal so.     
    Torsten Scheib:
    Nächtliche Begegnungen. 
    Was lange währt wird endlich gut.

    Rosa Leber:
    Die Mutter aller Abszesse
    Würg

    Markus Kastenholz
    Mea Maxima Culpa
    Rache ist nicht immer süß (der Arme)

    Alisha Godoy
    Die Bedrohung
    Verboten Früchte führen oft zu *dumm gelaufen*

    Andreas Ellefred
    Schlüssel zur Freiheit
    Upps

    Jasmin Krieger
    Macarone Spezial
    doppel würg

    John Aysa
    Die Yoni der Erde
    Männer können eben besser gucken als denken, das hat er nun davon.

    Was gibt es sonst noch zu sagen? Ein Satz den ich in der Rezension für die Verkaufsplattformen weglassen werde:


    Geiler Scheiß






  • Taschenbuch: 178 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1533420564




  • ISBN-13: 978-1533420565
  • Freitag, 1. Juli 2016

    Liminale Personae von Allessandra Rees

    Inhalt:
    Überlebende einer Zombieepedemie haben sich auf einer Insel abgeschottet, sie leben in einer Gemeinschaft die regiert wird von den Gesichtslosen, einer 6 köpfigen Gruppe, die unterstützt von Wächtern, das Leben der Stadtbewohner bestimmt.
    Ihr Wort ist Gesetz und wer gegen das Gesetz verstößt oder die Regeln in Frage stellt wird bestraft, so wie Nihile, die nach einer Demonstration aus der Stadt verbannt wird. Nackt und Schutzlos soll sie sich im Klaren darüber werden ob die Regeln und Bevormundungen wirklich so unnötig sind, ob die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen wirklich höher bewertet werden darf, als das Wohl der Allgemeinheit. Erst wenn sie glaubhaft machen kann, das sie ehrlich und aufrichtig an das Konzept der Stadt glaubt, darf sie zurückkehren.
    Sie trifft auf Liv und Milos, die ebenfalls verbannt wurden und stellt fest: Sie sind nicht allein auf der Insel und die Anderen haben eine ganz eigene Ideologie entwickelt.
    Meine Meinung: Das Buch ist mit gerade mal 108 Seiten leider sehr dünn, was allerdings dem Lesevergnügen keinesfalls geschadet hat. Wer allerdings erwartet, auf Zombies zu treffen, der wird eher enttäuscht werden, der Titel verrät, mehr als der Klappentext, das es sich doch eher um ein Buch vom Erwachsenwerden handelt, eine Person auf der Schwelle, (ich musste allerdings auch erst mal googeln was Liminale eigentlich bedeutet). Die Hauptperson Nihile ist unzufrieden mit ihrem Leben, sie würde lieber etwas künstlerisches machen, etwas kreatives, sie hat die selben Träume wie sie Teenager auf der ganzen Welt haben und fühlt sich eingeengt und bevormundet, dabei weiß sie doch aus alten Büchern das die Welt doch ganz anders aussehen könnte, freier und unbeschwerter nur wird ihr das nicht gestattet, sie muss Kinder hüten alternativ hätte sie auch die Aborte reinigen oder Feldarbeit verrichten können, nichts was sich ein Teenager erträumt.
    Nur langsam begreift sie wie wichtig Regeln im Zusammenleben sind und wie wichtig es ist um welche Art Regeln es sich handelt um ein sicheres und reibungsloses Zusammenleben zu gewährleisten.
    Ich habe eigentlich schon zu viel verraten, darum sage ich jetzt nichts mehr über die Anderen und darüber was Nihile, Liv und Milos außerhalb der Stadt erleben.
    Das Buch ist absolut lesenswert, die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hätte ehrlich nicht erwartet in einem Buch das in Zusammenhang mit einer Zombieepedemie spielt, eine so tiefgründige Botschaft zu finden. Welche? Das müsst ihr schon selber herausfinden.

    Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden oder überall wo es gute Bücher gibt.

    http://www.amrun-verlag.de/produkt/liminale-personae/

    • Broschiert: 114 Seiten
    • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (25. Mai 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 395869201X
    • ISBN-13: 978-3958692015


    Bobby von Eddie Joyce

    Inhalt: Einige Jahre nach den Anschlägen am 11. September bei denen Bobby ums Leben kam, ist seine Witwe Tina neu verliebt, in Wade einen Geschäftsmann und Freund ihres Schwager, der so gar nicht in die irisch-italienische Familie ihres Mannes passt und dementsprechend zurückhaltend ist sie damit die Neuigkeit preis zugeben, zu groß sind ihre Bedenken das der neue Mann in ihrem Leben von der Familie abgelehnt wird. 

    Meine Meinung:
    Tja was soll ich dazu sagen, zwar wird immer wieder betont wie groß die Lücke ist, die Bobby hinterlassen hat, aber gespürt habe ich das nicht. Trotz des wirklich schönen Schreibstils des Autors, hat er es nicht geschafft mir die Familie und ihre Tragödie nahe zubringen , dabei dachte ich beim ersten Satz * Sie erwachte mit durchstochenem Herzen, diesen wie jeden Tag* ja das ist es, ich werde spüren wie viel Schmerz diese Familie erleiden musste an dem Tag an dem Bobby starb, an die Tage, Wochen und Monate danach und wie das Leid allmählich in den Hintergrund tritt und die schönen Erinnerungen überwiegen.
    Hauptsächlich hat mich allerdings gestört das es eigentlich nur um Sex ging, Gail die Schwiegermutter Tinas, berichtet von ihrem fast Seitensprung, Tina vom ersten Mal nach Bobby Tod mit ihrem neuen Freund, ihr Schwager Peter betrügt seine Frau und ruiniert damit fast seine Ehe und Frank, Bobbys zweiter Bruder , würde gern Bobbys Nachfolge antreten.
    Mir fehlte das Familiengefühl, das ich erwartet hatte, erst recht bei einer irisch-italienischen Familie.

    Im Klappentext steht: ...doch das Vertrauen in die Familie und die kleinen Freuden des Alltags geben ihnen Mut für das Morgen.
    Vertrauen? Niemand in der Familie hat den Mut den anderen von seinen Sorgen und Problemen zu berichten, Frank ist ein Trinker und fühlt sich selber als Versager, Peter ein Ehebrecher und Tina wagt es lange nicht ein neues Leben zu beginnen. Von den kleinen Freuden des Lebens ist leider auch nicht viel zu spüren.
    Ich kann hier leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung abgeben.

    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (13. Juni 2016)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3421046514
    • ISBN-13: 978-3421046512
    • Originaltitel: Small mercies