Dienstag, 30. August 2016

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Inhalt: Der Roman beginnt mit einem Anruf den die 60jährige Elena bekommt, seine Mutter Lila sei verschwunden, berichtet Rino, was er denn nun tun soll, sie muss ihm helfen, allein komme er nicht klar, doch statt dem lebensuntüchtigen Mann unter die Arme zu greifen, schreibt Elena ihre gemeinsame Geschichte auf, die Geschichte Lilas und Elenas, die im Armenviertel Neapels begann und niemals endete.

Meine Meinung:
Ein literarisches Meisterwerk, das zumindest verspricht der Klappentext, ein Buch von durchdringender Strahlkraft. Ob dem so ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich kann beurteilen ob mir ein Buch gefällt, ob es mich mitreißt, ob mir etwas an den Personen liegt deren Geschichte mir erzählt wird und das hat Elena Ferrante geschafft. Sie hat mich entführt in die 50iger Jahre in Neapel, der wunderschönen italienischen Stadt, doch nicht in die Viertel der Wohlhabenden sondern ins Rione, einem Stadtteil in dem Armut und die Camaorra herrschen, in dem Gewalt gegen alles und jeden an der Tagesordnung sind, in dem jedes falsche Wort in eine Schlägerei ausarten kann.
Hier wachsen Elena und Lila auf und werden, trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere, zu Freundinnen. Das Buch ist in der Ich Form geschrieben, Elena  erzählt und da sie die Einzige ist, die vom Leben der Freundinnen berichtet, müssen wir ihr glauben, wir müssen ihr glauben das Lila das Mädchen ist das sich wehrt, wenn ihr Unrecht widerfährt, das Mädchen dem in der Schule alles zufliegt, die mühelos Latein und Griechisch lernt um dann ihre Freundin Elena anzustacheln noch besser zu werden, die Schuhe entwirft die sie gemeinsam mit ihrem Bruder in der väterlichen Werkstatt herzustellen um einmal reich zu werden und das Rione verlassen zu können und wir müssen ihr glauben das sie Elena, die eigentlich angepasste und schüchterne der beiden Freundinnen dazu bringt irgendwann mehr vom Leben zu erwarten als Heirat und Kinder, auch wenn ihr das vielleicht nicht immer bewusst ist.
Meine geniale Freundin ist der Auftakt einer vierbändigen Reihe, der mit einer großartigen Hochzeit endet, einer Hochzeit die zeigt das nicht jeder und sei er noch so brillant, dem Rione entfliehen kann.
Elena Ferrante hat einen mitreißenden Schreibstil, ihre Worte lassen Bilder entstehen, Bilder von Armut und schlichter Schönheit.
Ich bin mehr als gespannt wie es weitergeht.

Das Buch kann direkt beim VERLAG bestellt werden.
  • Gebundene Ausgabe: 422 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (29. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518425536
  • ISBN-13: 978-3518425534
  • Originaltitel: L'amica geniale

Montag, 29. August 2016

Windjäger von Jim Butcher

Inhalt: Ein giftiger Nebel ist aufgezogen der die Menschen gezwungen hat in Türmen zu leben die weit in den Himmel hineinreichen um dem Nebel zu entgehen. Die verschieden Clans leben in erbitterter Konkurrenz zueinander und so ist ein Krieg unvermeidlich als der Turm Albion von den Aurorianern angegriffen wird, ruft der Fürst von Albion eine bunte Truppe zusammen, die die Feinde ausspähen sollen.
 

Meine Meinung: 
Mein erstes Buch von Jim Butcher und eines der seltenen Fantasywerke an die ich mich heranwage, also verwunderte es mich nicht das ich etwas länger brauchte um mich in der Welt Gwens einer jungen Adligen die unbedingt zum Militär will und ihren Willen gegen alle Widerstände ihrer Familie auch durchsetzt zurechtzufinden.
Als es dann aber so weit war, konnte ich mich dem Geschehen kaum entziehen, ich war fasziniert von der erschaffenen Welt, von dem Katzenvolk, das den Menschen gleichgestellt ein wichtige Rolle spielt.
Jim Butcher hat einen angenehmen Schreibstil mit dem er mich als Leser durch die Geschichte führte wie kaum ein Zweiter.
Ich freue mich schon auf die Folgebände, denn Windjäger ist der sehr gelungene Auftakt einer Reihe.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.


Taschenbuch, 

Broschur ISBN: 978-3-7341-6000-4 

Verlag: Blanvalet

Übersetzer:Andreas Helweg 

Originaltitel: The Aeronaut's Windless (01 Cinder Spires) 

Donnerstag, 25. August 2016

Dollart- Fuck.de von Rainer Kottke


Inhalt:
Im großen Meer bei Riepe in Ostfriesland wird die Leiche der seit 2 Jahren verschwunden Okka gefunden,die sich über die Internetplattform Dollart-Fuck.de mit Freiern verabredet hat. Ihre Schwester Wiebke beauftragt den Privatdetektiv Jonas Buskohl den Mörder zu finden. Jo der in Leer als Kaufhausdedektiv arbeitet und nebenbei an seiner Karriere als Musiker bastelt, kommt dem dem Mörder mit Hilfe seiner Freunde immer näher,gefährlich nah, denn der Täter schreckt vor nichts zurück um auf freiem Fuß zu bleiben.

Meine Meinung:
Dollart-Fuck.de ist das Debüt Rainer Kottkes und dieses ist ihm durchaus gelungen, seine Charaktere sind je nach zugewiesener Rolle sehr sympathisch oder ekelhaft und wie im richtigen Leben gibt es auch noch Typen die zwischen den beiden Extremen liegen.Die Hauptprotagonisten scheinen sehr jung und und vielleicht deshalb manchmal etwas unbedarft was ihre Handlungen angeht, die eine oder andere Aktion hätte vielleicht im richtigen Leben ein übles Ende genommen.ihnen Gegenüber steht der Mörder, der das Klischee eines brutalen Schweins vollauf bedient.Der meist flüssiger Schreibstil lässt die Seiten nur so dahin fliegen, zwar hakt es manchmal ein klein wenig, aber das verzeiht man einem Erstlingswerk gern. Die Handlung ist gut durchdacht und die Jagt nach dem Mörder ist wirklich spannend und unterhaltsam, auch die Handlung um den Fall sind durchaus lesenwert, man lernt Jo und seine Freundin Constanze kennen, die Mitglieder seiner Band unter ihnen Sven, der als Computertechniker eine große Hilfe bei den Ermittlungen ist und nicht zu vergessen Walter Hundermark, Kaufhauschef und Constanzes Vater kennen, mein persönlicher Favorit in diesem Buch, den mochte ich einfach. Normalerweise bin ich ja nicht der Fan davon viel vom Privatleben der Ermittler zu erfahren, in diesem Fall ist es aber geschickt eingebaut und hilft die Protagonisten kennenzulernen.
Alles in Allem gebe ich für Dollart-Fuck.de eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Lokalem Bezug mögen.

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (27. Juni 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3741228303
  • ISBN-13: 978-3741228308

Dienstag, 23. August 2016

Angel Fall Nacht ohne Morgen von Susan Ee


Inhalt: Unsere Welt zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt, aber nach der Engelapokalypse.
Städte und Dörfer liegen in Trümmern, die Menschen leben in Angst vor den Invasoren, vor den Engeln.
Penryn versucht alles um ihre Familie, die kleine gelähmte Paige und ihre verwirrte Mutter zu schützen und irgendwie durchzubringen. Als Paige von den Engeln entführt wird macht sie sich auf den Weg, die Kleine aus den Fängen der Engel zu retten und bekommt dabei Unterstützung von Einem, der eigentlich ihr Feind ist.

Meine Meinung: Ich hätte es wissen müssen Angel Fall ist ein Mehrteiler und im ersten Teil, erfahren wir leider nicht sehr viel über das wie und warum, der Invasion, was wir erfahren ist, dass Penryn ein tapferes Mädchen ist, das sich in einer lebensfeindlichen Welt durch zuschlagen weiß und jedes Risiko auf sich nimmt um ihrer kleinen Schwester zu helfen. Die Autorin hat es verstanden eine Welt in Trümmern zu schaffen, die ich mir sehr gut vorstellen konnte, wobei ich allerdings nicht glaube das innerhalb von 6 Wochen die Welt komplett in Schutt und Asche liegt und viele Menschen in so kurzer Zeit ihre Menschlichkeit verlieren, auch im Buch wird von Monaten gesprochen.
Ich mag den Schreibstil der Autorin, er ist fesselnd und hat mir auch über Passagen hinweggeholfen die mich nun nicht so sehr interessierten, auch hier *Ich hätte es wissen müssen* Angel Fall ist definitiv ein Jungendbuch und so ganz ohne romantische Gefühle kommt es nicht aus, aber das hielt sich auch noch in Grenzen.
Interessant war auf jeden Fall die Thematik, Engel werden nicht als freundliche Wesen dargestellt, die den Menschen schützen und leiten, sondern als grausam und Menschenverachtend und diese Grausamkeit wird an der einen oder anderen auch anschaulich beschrieben.
Ich gebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung für Freunde des Genres und setze den zweiten Teil direkt auf meine Wunschliste.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453315200
  • ISBN-13: 978-3453315204
  • Originaltitel: Angelfall
  • Übersetzer: Kathrin Wolf

Sonntag, 21. August 2016

Mirror von Karl Olsberg

Inhalt: Eine bahnbrechende Erfindung soll das Leben der Menschen, erleichtern und bereichern, der Mirror ein Gerät das Gesichtsausdrücke erkennt und seinem Nutzer erklärt, das dabei hilft Gefahren zu erkennen und Freunde zu finden.

Je länger die Nutzer das Gerät tragen, desto mehr lernt es, bzw. desto mehr lernt das Mirror Net, das alle Mirrors miteinander verbindet.



                Zitat aus dem Klappentext:

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.
Er tut alles, um dich glücklich zu machen.
Ob du willst oder nicht.


Meine Meinung:
Karl Olsberg bedient sich in seinem Buch einer eher einfachen Sprachen, die Stellenweise sehr an ein Jugendbuch erinnerte, die es allerdings auch einfach machte das Buch in kürzester Zeit durchzulesen, die Protagonisten bedienen, zugegebener Weise auch das eine oder andere Klischee, die mutigen Jugendlichen, Veronika und Andy, die sich dem Mirror Net entgegenstellen, die Journalistin Freya, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens die Öffentlichkeit vor den Gefahren des Mirrors überzeugen will, bis hin zu den Konzernchefs die nur ihren Gewinn sehen wollen und die Augen vor den Gefahren verschließen bzw. sie billigend in Kauf nehmen.
Nichts desto trotz: Mirror ist hochspannend und erschreckend realistisch, sieht man sich einmal um, scheinen jetzt schon viele Menschen mit ihrem Smartphone verwachsen zu sein und eher auf das *Internet* zu achten als auf ihr Gegenüber. Wobei die Grundidee des Mirrors nicht einmal schlecht ist, hilft die Technik doch Freunde zu finden, mit seinem Gegenüber klar zu kommen, falls man selber nicht in der Lage ist zu erkennen wie sich dieser gerade fühlt, gibt Tipps wie die Arbeit zu verrichten ist, so das alle zufrieden sind usw. nur irgendwann hat Mirror Net etwas dagegen das Nutzer eigene Entscheidungen treffen die anders sind als die Empfehlungen des Mirror.
Ein kleines bisschen hat mich das Ende gestört,weniger Political Correctness 
hätte dem Szenario insgesamt gut getan, aber das ist natürlich nur meinem Lesegeschmack geschuldet. 
Ein Buch das vielleicht den einen oder anderen darüber nachdenken lässt wieweit man der Technik trauen kann und ob man nicht doch noch etwas warten sollte bevor man das neuste Gerät auf dem High Tech Markt sein Eigen nennen muss, auch Software hat manchmal Kinderkrankheiten die schlimme Folgen haben können, wie dieses Buch beweist. ;o)
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.
  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (15. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374663234X
  • ISBN-13: 978-3746632346

Todesmärchen von Andreas Gruber

Inhalt:
 Ein Psychopath mordet sich durch Europa, von Norden nach Süden. Seine Methode sieht aus wie die eines Mörders, der vor 5 Jahren geschnappt wurde. Doch der sitzt im Hochsicherheitsgefängnis und kommt für die Taten eigentlich nicht in Frage. Marten S. Snejder, der niederländischer Profiler und seine Parterin Sabine Nemez sind ratlos. Ist ihnen der Täter doch immer einen Schritt voraus und mordet im Stundentakt. Erst als Sabine der Gedanke kommt, dass alles von Märchen inspiriert ist, kommen die beiden dem Täter näher. Viel zu nahe! 

Meine Meinung:

 Obwohl spannend zieht sich das Buch etwas. Klar, 540 Seiten wollen gefüllt sein. Und das sind sie auch: randvoll mit schlimmen Fällen!  Der Täter gibt sich nicht mit Kleinkram ab, nein, den Opfern werden Regenschirme in die Speiseröhre gesteckt, sie werden an den Haaren an Brücken aufgehängt oder unter Matratzen erstickt. Es zeugt schon von einem großen Einfallsreichtum wenn man mit seinen Fällen so aus der Masse der Krimiautoren heraus sticht, dass einem immer noch etwas Neues einfällt.
Die Handlung erstreckt sich auf mehren Ebenen: Die Vorgeschichte vor 5 Jahren, die Jagd in der Gegenwart und ein paar Tage davor als die Psychologin Hannah ihren Dienst in dem Gefängnis antritt, in dem der Täter einsitzt. Der Wechsel beschert dem Leser so manchen Cliffhanger, wirkt sich manchmal aber auch ein wenig störend aus, weil man öfter umdenken muss. Vor allem wenn es um Piet und Marten geht, die in beiden Zeiten aktiv sind.
Mit Marten „S“ Snejder ist Gruber ein Charakter gelungen, den man einfach hassen muss. So überheblich und arrogant und von sich eingenommen. Dennoch hat er was! Schön fand ich seine Kollegin, die genau weiß, wie sie ihn zu nehmen hat und ihre Erwiderungen haben mich oftmals zum Schmunzeln gebracht. Der Täter, Piet von Loon, bleibt etwas flach, von ihm erfährt man nicht viel, was aber logisch wird, wenn man sich den weiteren Verlauf der Handlung anschaut. Hier wartet der Autor nämlich noch mit einem Paukenschlag auf.

Nach Andreas Grubers Worten endet hier die erste Trilogie um den Profiler, was auch nicht verwundert, weitere Teile sollen aber folgen. Die ersten beiden Bände heißen Todesfrist und Todesurteil. Ich bin gespannt, was sich der Autor hier noch Fieses ausdenkt. 

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden: Mit einem Klick seid ihr schon da. 

Taschenbuch, 

Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-48312-9


Montag, 15. August 2016

Die Erlöser von Nick Cutter


Inhalt: In nicht allzu ferner Zukunft, die religiöse Revolution hat stattgefunden, die westliche Hemisphäre wird von von der Kirche beherrscht und regiert. Mit eiserner Hand werden die Menschen regiert, wer einem anderen Glauben als dem christlichen angehört wird unterdrückt, wer es wagt aufzubegehren wird getötet oder verstümmelt.
Das Gesetz setzen sogenannte Gefolgsmänner um, unter ihnen
Jonah Murtag, der eine Serie von grausamen Attentaten aufklären soll.

Meine Meinung:
Der Klappentext klingt unheimlich spannend, es tritt das ein, was radikale Islamisten sich für ihre Religion wünschen, ein Gottesstaat, die Religion ist das Gesetz und wer dagegen verstößt wird bestraft, nur das das Szenario sich um die christliche Religion dreht.
Zwar ist das was Nick Cutter geschrieben hat, teilweise wirklich interessant, manchmal spannend und oft blutig, aber irgendwie konnte ich nicht so wirklich mit fiebern mit der Hauptperson Jonah, obwohl er so manches Mal in Gefahr geriet, war doch immer klar, das er aus diesen Situationen wieder fast unbeschadet herauskommt. Um das Buch zu einem wirklich lesenswerten Buch zu machen, fehlte mir persönlich zu viel, es blieben zu viele Fragen offen, z.B. wie es überhaupt zu der Wandlung in der Gesellschaft kam, warum die Menschen nicht aufbegehrten. Das gegen Ende des Buches eine recht überraschende Wendung eintrat, kam dann leider auch etwas spät.
Ich weiß nicht was dieses Buch mir sagen wollte, vielleicht hätte der Autor seine Idee noch etwas verfeinern sollen und der Grundgeschichte mehr Raum einräumen sollen, dann hätte es ein wirklich gutes Buch werden können.

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453419413
  • ISBN-13: 978-3453419414
  • Originaltitel: The Acolyte

Donnerstag, 11. August 2016

Montana von Smith Henderson


Inhalt:
Pete Snow ist Sozialarbeiter in Tenmile einer kleinen Stadt irgendwo in Montana, sein Job besteht darin,Kinder aus teilweise schrecklichen Familienverhältnissen zu befreien und auf Dauer oder Zeitweise woanders unterbringen oder Familien zu helfen die ihre Kinder nicht allein versorgen können.
Das seine  Ehe zerbrochen ist und er kaum noch Kontakt zu seiner eigenen Tochter hat, macht sein Leben nicht leichter. Aber leicht macht Pete sich sein Leben und seine Arbeit sowieso nicht, so manches Mal könnte er vor schwierigen Fällen die Augen verschließen, so wie vor dem Schicksal Benjamins der mit  seinem paranoiden Vater Jerry in den Wäldern lebt.


Meine Meinung:
Montana ist ein großartiges Buch. 
Smith Henderson entführte mich in eine mir völlig fremde Zeit und Welt, fern ab von Lagerfeuerromantik und Kleinstadtidylle, mitten hinein in die Probleme der Menschen in den späten 70iger Jahren, Probleme die damals so aktuell waren wie heute, denen aber in Filmen und anderen Büchern ein Romantikstempel aufgedrückt wurde der sicher nicht der Realität entsprach und in denen so gut wie nie das Schicksal der Kinder eine Rolle spielte. Um diese Kinder kümmert sich Pete und auch er wird nicht als der strahlende Held in funkelnder Rüstung dargestellt, sondern als der frustrierte, überarbeitete Mann der er ist, der zwar alles gibt, aber weiß das es nie genug sein kann und der seine eigenen Probleme gern mal weg zu saufen versucht.
Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, das alles genau so passiert sein kann, sowohl Petes Handlungen als auch die Geschichten seiner Klienten waren glaubhaft beschrieben, zwar ist es für mich schwer vorstellbar das Menschen im 20.Jahrhundert in den Wäldern leben, aber Amerika ist groß und weit, dort ist das Möglich genauso wie es möglich ist das dort Menschen in ihren Autos leben, weil sie alles verloren haben. Dieses Wissen um die Umstände die teilweise herrschten und immer noch herrschen, dieses Wissen das das Schicksal der Kinder keine Fiktion ist sondern so und noch schlimmer überall auf der Welt Realität ist, riefen bei mir beklemmende Gefühle hervor, die auch nach Beendigung des Buches nicht sofort abklangen.
Es fällt mir schwer die richtigen Worten zu finden, für dieses Buch, das nicht nur durch einen fantastischen Schreibstil überzeugt, hier ist sicher ein Lob an den Übersetzer angebracht, sondern auch durch eine großartige Geschichte.

Kurz ein Wort zum Cover, dieses ist zwar sehr ansprechend, wird dem Inhalt aber nicht gerecht, es vermittelt eher den Eindruck einer unbeschwerten Kindheit irgendwo in einem sonnigen Land.

  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (25. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630874401
  • ISBN-13: 978-3630874401
  • Originaltitel: Fourth of July Creek



Sonntag, 7. August 2016

Und damit fing es an von Rose Tremain

Inhalt: Rose Tremain erzählt die berührende Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei grundverschiedenen Jungen, die Geschichte von Gustav und Anton. Eigentlich sind die Voraussetzungen für diese Freundschaft schlecht, Gustav kommt aus bescheidenden Verhältnissen, seine Mutter schafft es gerade so ihren Lebensunterhalt zu verdienen nach dem sein Vater starb, für Liebe zu ihrem einzigen Kind ist in ihrem Leben kein Platz. Anton ist der Sohn eines wohlhabenden jüdischen Bankers, zärtlich geliebt und verhätschelt von seinen Eltern.
Zunächst noch unzertrennlich, beschreiten sie mit dem Erwachsen werden immer mehr getrennte Wege, Gustav eröffnet ein Hotel in seiner Heimatstadt Matzlingen wo er in seiner Berufung sich um andere Menschen aufgeht, Anton verlässt nach mehreren Fehlschlägen letztendlich doch die Enge der Heimatstadt um in Bern eine Musikerkarriere zu starten. Doch voneinander lösen können sie sich nie.

Rose Tremain hat ein wunderbares, berührendes Buch geschrieben, Sie entführt ihre Leser in einen Abschnitt der schweizerischen Geschichte, der wohl den meisten Menschen unbekannt ist, in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg und in Teilen auch in die Zeit während des Krieges und so kann man sich auch gut in Emilie, Gustavs Mutter hineinversetzen die der Freundschaft ihres Kindes mit Anton eher ablehnend gegenübersteht. Ihre Figuren sind liebevoll gezeichnet und die Örtlichkeiten bildhaft beschrieben ohne das sie sich in unnötigen Details verliert. Auch wenn der Klappentext schon das Ende des Buches vorweg nimmt, ist es trotzdem ein Vergnügen den Lebensweg der so unterschiedlichen Charaktere zu verfolgen, auch wenn ich nicht immer alle Handlungen der Protagonisten nachvollziehen konnte, aber das kann ich im richtigen Leben auch.

Eine Leseempfehlung für alle, die gern auch einmal ruhigere Romane lesen und die eintauchen wollen in eine feinfühlige Geschichte der leisen Töne.

Samstag, 6. August 2016

20 Sekunden Ewigkeit von Siegfried Langer

Klappentext:
Alex erwacht.
Es ist bitterkalt.
Ein Kühlraum für Leichen, stellt sie entsetzt fest.
Verzweifelt hämmert sie an die Tür und schreit um Hilfe.
Aber niemand hört sie.
Was ist passiert? Sie kann sich an nichts erinnern.
Hat man sie für tot gehalten?
Oder entführt und hier eingesperrt?
Als sich die Tür schließlich öffnet, wird ihre Verwirrung noch größer, denn in diesem mysteriösen Haus ist nichts, wie es scheint.
Nach und nach tauchen rätselhafte Bruchstücke aus ihrer Vergangenheit auf und Alex versucht, die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu legen.
Doch je vollständiger das Bild wird, desto mehr zweifelt sie an ihrem Verstand.
Und sie wünscht sich immer mehr, dass alles vergessen bliebe 


Meine Meinung: 
Zu Anfang dachte ich: Das ist ja nichts Neues, oft beginnen Thriller mit dem Erwachen einer Person in einem unwirtlichen Raum und schnell stellt sich heraus, das sie entführt wurden und der Entführer nur darauf wartet das sie aufwachen um sie quälen und töten zu können. Tja, weit gefehlt, ganz weit gefehlt, denn nichts ist wie es scheint, nicht für die Protagonistin Alex noch für den Leser. Gemeinsam mit Alex muss der Leser Stück für Stück herausfinden was eigentlich passiert ist und wo sie sich befindet. Nach und nach lernen wir weitere Protagonisten kennen, eine dicke Frau die sich in einem Badezimmer befindet durch dessen Schlüsselloch Alex späht und die wir wie Alex nur sehen deren Rolle aber lange im Dunkeln bleibt oder der Junge auf der Treppe, der ihre Gedanken lesen kann, auch er bleibt bis zum Ende hin mysteriös und ich war mir lange nicht sicher ob es sich bei seiner Figur um einen Freund oder Feind handelt. 
Zwanzig Sekunden Ewigkeiten, ist ein Thriller der besonderen Art, ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen, die Art wie die Story aufgebaut ist, ist für mich vollkommen neu gewesen und ich war sehr überrascht aber auf sehr angenehme Weise.

Ich gebe für zwanzig Sekunden Ewigkeit eine absolute Leseempfehlung, für Leser die sich gern mal auf etwas Neues einlassen.
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2045 KB
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01JSEF4VS



Freitag, 5. August 2016

Eric von Marco Monetha

Inhalt:Erics Mutter, Susanne wird brutal misshandelt,vergewaltigt und ermordet, Wie auf einem Gemälde hat ihr Mörder sie zur Schau gestellt.
Erics erster Verdacht fällt auf Buck einen gefährlich Psychopathen und Freund seit Kindertagen. Als er ihn zur Rede stellen will, werden sie angegriffen und es stellt sich heraus: Sie haben einen gemeinsamen Feind der ihnen an Grausamkeit in nichts nachsteht.

Meine Meinung:
Ich bin begeistert, Marco Monetha hat in seinem Debütroman Eric, Figuren erschaffen, die an Perversion kaum zu überbieten sind und nichtsdestotrotz, waren mir sowohl Eric als auch Buck sehr sympathisch, ich kann es nicht anders sagen. Beide sind abgrundtief böse und skrupellos, Beide gehören für den Rest ihres Lebens weggesperrt und therapiert, daran ändern auch die Begebenheiten nichts, die erklären warum sie sind wie sie sind und doch habe ich die ganze Zeit gehofft das ihnen nichts geschieht, das sie den Feind zur Strecke bringen, bevor er sie erwischt.
Das Buch spielt auf zwei Zeit Ebenen, der Gegenwart und zu wichtigen Zeiten in Erics Leben, so das sich der Leser immer mehr in die Hauptprotagonisten hineinversetzen kann.
Immer wieder quälte der Autor mich mit einem Cliffhanger der mich zwang weiterzulesen und immer wieder schockte er mich, denn er lässt nichts aus, Mord, Gewalt, Kindesmissbrauch, immer wenn ich dachte, schlimmer geht es nicht, wurde ich eines besseren belehrt oder eines schlimmeren, das kommt auf den Blickwinkel an.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, die Story ist wirklich spannend und die Auflösung, logisch und durchdacht.
Wer allerdings auf einer strikten Trennung von Gut und Böse besteht,oder auf political correctness wert legt, ist bei Eric falsch, wer es allerdings blutig und böse mag, wer sich auch mal auf eine völlig andere Story einlassen will, der wird Eric lieben.
Eine absolute Leseempfehlung von mir.


Das Buch ist im Schardt Verlag erschienen.
Marco Monetha

ERIC

Thriller

Juni 2016
ISBN 978-3-89841-893-5
Broschur, 243 Seiten
12,80 Euro