Montag, 17. April 2017

Mängelexemplare Heimgesucht. Eine Anthologie

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Inhalt: 6 Autoren, 6 Geschichten,ein Gedicht und ein Fachbeitrag.
Die Autoren; Michael Marrak, Arthur Gordon Wolf,Harald Weissen, Carlo Reißmann, Thorsten Schein und Constantin Dupien, haben sich zusammengetan um uns das Fürchten zu lehren. Und als Dreingabe gibt es noch einen sehr interessanten Fachbericht.

Meine Meinung:
Heimgesucht: Der Untertitel verrät ja schon was auf den Leser zu kommt, etwas schreckliches wird geschehen, etwas unheimliches, nicht unbedingt etwas Übernatürliches, so viel sei gesagt.
Kurzgeschichten haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind kurz, oder sollten es zumindest sein, in ihnen sollte alles enthalten sein was auch ein Roman oder wenigstens eine Novelle beinhaltet, am Ende muss sich alles zu einem runden Gesamtbild fügen und es dürfen nicht allzu viele Fragen offen bleiben, ob diese Definition nun allgemein gültig ist, weiß ich nicht, für mich ist sie es.

Ein Schattenmärchen von Michael Marrak:
Toller Schreibstil, tolle Geschichte, die ihren Sinn allerdings nicht auf den ersten Blick preis gibt, Sinn ist sicherlich das falsche Wort, aber ein anderes fällt mir gerade nicht ein. Nach dem Lesen war da doch das eine oder andere Fragezeichen in meinem Kopf aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr verblassten sie. Eine kurze Geschichte, die ihre Zeit braucht.

Der Prälat des Eisernen Lichts von Carlo Reißmann:
Diese Geschichte hat voll in mein schwarzes, romantisches Herz getroffen, ich liebe sie.
Ganz kurz zum Inhalt: Laura lebt in Paris, der Stadt der Liebe und sie ist verliebt, in Pierre einen Prediger und diese Liebe wird ewig halten, niemals wird sie von ihm enttäuscht werden.
Ist es nicht das was wir uns alle wünschen?

Farbenschwund von Harald Weissen:
Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen?
Wie viel Leid erträgt ein Mensch, bis ihm der Gedanke kommt alles Leid der Welt auszulöschen, indem er verhindert das jemals wieder jemand einen geliebten Menschen verliert?
Seid vorsichtig mit dem was ihr euch wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.

Das Haus von Constantin Dupien:
Ein Gedicht. Der Eine oder andere mag nun mit Grausen an seine Schulzeit denken, in der Gedichte bis zum Erbrechen interpretiert wurden und man am Ende immer noch nicht wusste was einem der Dichter eigentlich sagen wollte, außer das was man sowieso schon wusste, es ist Frühling zum Beispiel. Es geht auch anders: Constantin Dupien erzählt mit Das Haus eine komplette Geschichte in 7 Strophen, die sich von allein erklärt und schön gruselig ist.

Der Steinhafen von Michael Marrak:
Die Novelle in der Anthologie, leider war sie mir etwas zu lang, der Steinhafen wurde für meinen Geschmack etwas zu ausführlich beschrieben, aber insgesamt ziemlich gruselig und das Ende ist einfach nur toll.

Flashbacks von Thomas Gordon Wolf:
Hier durfte ich auf einer Lesung schon den Anfang hören und hatte beim Lesen immer die Stimme des Autors im Kopf,ich wurde also irgendwie tatsächlich heimgesucht.
Zu dieser und der nachfolgenden Geschichte, muss ich sagen: Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Wobei das allerdings nicht zum Nachteil ist, irgendwie ist alles schon mal dagewesen, auf die Verpackung kommt es an, auf das drumherum, die Personen und die Örtlichkeiten und all das ist hier grandios gelöst, ich liebe den Schreibstil und ich mag die Geschichte wirklich gern.

The Lost Place von Thorsten Scheib:
Lost Places, haben wohl auf jeden eine seltsame Anziehungskraft, ich weiß noch das wir als Kinder verbotenerweise in zum Abbruch bestimmten Häusern gespielt haben, hinter jeder Tür vermuteten wir eine Geheimnis oder schlimmer eine Leiche. Dieser Grusel fasziniert mich bis heute, allerdings verbietet mir die Vernunft in Ruinen zu spielen, so das ich mich auf Geschichten darüber beschränke und Thorsten Scheib hat mich wirklich das Fürchten gelehrt.

Was tot ist, kann nicht sterben von Eric Hantsch:
Keine Story, sondern ein Fachbeitrag, der tatsächlich sehr interessant ist und den einen oder anderen Lesetipp bereithält.

Es gibt keine Happy Ends in Heimgesucht, außer vielleicht in Der Prälat des Eisernen Lichts, aber diese Interpretation entspringt wohl eher meinem schwarzen Herzen.
Sollte ich irgendetwas falsch verstanden haben und der Autor der jeweiligen Story wollte mir etwas ganz anderes nahe bringen? Tut mir leid, aber das kann ich nicht ändern, ich mag die Geschichten wie ich sie verstanden habe. ;o)

Neugierig geworden? Mit einem Klick aufs Cover kommt ihr direkt zum Verlag wo ihr das Buch gleich bestellen könnt.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (30. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958691889
  • ISBN-13: 978-3958691889















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