Dienstag, 26. September 2017

Immerschuld von Roman Klementovic

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Inhalt:
Grundersdorf, das kleine österreichische Dorf kommt nicht zur Ruhe, nach den Entführungsfällen in der Vergangenheit, verschwinden wieder Menschen. Julia die kleine Cousine des ehemaligen Polizisten Patrick die bei den gemeinsamen Großeltern lebt und der Arzt Wallner sind nicht auffindbar. Doch das erfährt
Patrick, der nach dem Selbstmordversuch seiner Freundin Lisa, im vergangenen Jahr immer tiefer in Depressionen zu versinken droht, erst als der Förster ihn zu dem verstümmelten Kadaver eines Hundes ruft, der wohl Julia gehörte und er seinen Großeltern von dem Fund berichten will.



Meine Meinung:
Immerschuld ist die Fortsetzung des Buches Immerstill, das man allerdings nicht zwingend gelesen haben muss um sich mit den Protagonisten vertraut zu machen. Es hilft, aber um die besondere Atmosphäre im Dorf zu verstehen.
Wieder sind die Menschen im Dorf nicht sehr sympathisch, angefangen bei den ehemaligen Kollegen Patricks, über den Dorf bekannten Säufer bis zum Bürgermeister, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein scheint, sogar Patricks Großvater ist ein unangenehmer Mensch, der Patrick von jeher ablehnte.
Doch diesmal liegt der Focus des Autors mehr auf Patrick, der Hauptperson im Buch, gemeinsam mit ihm macht sich der Leser auf die Suche nach dem kleinen Mädchen, das nicht in der Lage gewesen wäre, sein Bett allein zu verlassen, Julia litt seit Monaten unter einer rätselhaften Krankheit. Und da der Leser immer ganz nah an Patrick bleibt, erfährt er auch nicht mehr als dieser und kann nur rätseln und Mutmaßungen aufstellen, Verdächtige gibt es in Grundersdorf ja zur Genüge, nicht unbedingt, weil sie etwas verdächtiges getan hätten, sondern weil sie so abgrundtief unsympathisch sind.
Fast bis zum Schluss bleibt das Motiv im Dunkeln und auch die Frage, ob die Verschwunden überhaupt noch am Leben sind, bleibt lange unbeantwortet.
Erst im letzten Drittel des Buches ergibt sich ein rundes Bild, wie bei einem Puzzle fügt sich ein Teil ins Andere und die Auflösung ist mehr als erschreckend.
Ich gebe für Immerschuld eine klare Leseempfehlung und freue mich schon auf weitere Story aus Grundersdorf.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 347 Seiten
  • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2017 (6. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839220661
  • ISBN-13: 978-3839220665

Donnerstag, 21. September 2017

Spuk: Dunkle Geschichten von Markus K. Korb

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Inhalt: Normalerweise schreibe ich hier eine kurze Zusammenfassung der Geschichte oder wenn es sich um Kurzgeschichten handelt, auch schon mal um Zusammenfassungen der einzelnen Geschichten. Das geht hier aber nicht, dafür sind die Geschichten teilweise wirklich zu kurz.

Meine Meinung:
Was unterscheidet Spuk von Horror?
Spontan würde der eine oder andere sicherlich: "Nichts" antworten. Beides ist gruselig und je besser die Geschichte, desto größer ist unser Drang danach bei Licht zu schlafen.
Für mich habe ich allerdings eine andere Antwort gefunden. Horror ist laut und greifbar, die Geschichten sind oft blutig und gewalttätig, theoretisch kann man sich gegen diesen Horror auch wehren, weil er in einer greifbaren Form auftritt.
Spukgeschichten sind anders, in ihnen kommt die Angst leise daher, sie schleicht sich in unsere Gedanken und setzt sich fest, sie zermürbt uns nicht nur psychisch, auch physisch.

Sind Spukgeschichten eigentlich noch zeitgemäß? Fehlt ihnen nicht der Schockmoment, die sicht und fühlbare Gefahr, Blut und Gewalt?
Markus K. Korb hat bewiesen, das dem nicht so ist. Schon die erste Geschichte "Nachtgespenst", die amüsanter Weise aus der Sicht des Gespenst geschrieben ist, weckte in mir die Erinnerungen an meine Kindheit, in der überall in den nächtlichen Schatten im Kinderzimmer, böse Geister lauerten.
Manchmal vermischt er Horror und Spuk "Das Lied der Äolsharfen" ist gleichermaßen unheimlich wie grausam.
Meine Lieblingsgeschichte im Buch ist "Spukzeit- ein Märchen" in der eine Mutprobe etwas anders verläuft als geplant, mehr kann ich euch auch hier nicht verraten, dann müsstet ihr die Geschichte nicht mehr lesen.
Nicht jede Geschichte konnte mich überzeugen "Die Quote" z.B. hat eine gute Grundidee aber etwas hat mich gestört, der Schreibstil des Autors war etwas anders als bei den anderen Geschichten. Auch der Aufbau der Geschichte gefiel mir nicht so, zunächst wird der Leser zu einer klassischen Spukgeschichte geführt, in dem ein altes englisches Anwesen die Hauptrolle zu spielen scheint um am Ende doch zu einer komplett anderes Story zu führen.

Überwiegend haben mir die Geschichten gefallen und wenn ihr wissen wollt, wie Mary Shelley auf die Idee zu ihrem Meisterwerk "Frankenstein" kam, klickt auf das Cover, wenn ihr euch traut (man weiß nie was einen erwartet) und schon seid ihr auf der Verlagsseite.

Das Cover wurde gestaltet von Mark Freier.

  • Taschenbuch: 285 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag; Auflage: 1 (22. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958695639
  • ISBN-13: 978-3958695634



Dienstag, 19. September 2017

Bittere Liebe an der Ruhr von Monika Dettering und Horst-Dieter Radke

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Normalerweise meide ich Krimis in denen die Protagonisten im Notfall eine Telefonzelle suchen müssen. Diesen hier habe ich ganz bewusst gewählt, denn er spielt zwar in den 50er Jahren, wurde aber erst in der Gegenwart geschrieben. Ich erhoffte mir, ein klassisches Szenario ohne den Staub der Jahrzehnte, einen Krimi vor der Kulisse der Nachkriegszeit in einer spanndenen Zeit des Aufbruchs.
Und da im Klappentext von dramatischen Ereignissen im Umfeld der Literatur, gesprochen wird , musste ich das Buch unbedingt lesen.

Die Handlung an sich ist spannend, ein wie erwartet klassischer Fall, den Kommissar Pogel und sein Team aufzuklären haben. Die Autoren haben es geschafft, die besondere Atmosphäre der damaligen Zeit auferstehen zu lassen, die Vorurteile gegen Menschen die anders denken, anders leben und anders lieben. Kommissar Poggel und sein Team konnten mich überzeugen, sie sind sympathisch und effizient.

Warum es mich trotz allem nicht ganz überzeugen konnte, liegt einzig und allein an einer Protagonistin des Buches: Anna Puff, die Zimmerwirtin des Kommissars, selbsternannte Hobbydedektivin und eine Nervensäge, mit der ich es im echten Leben keine 5 Minuten aushalten würde. Wenn ich darüber nachdenke, lag es wohl hauptsächlich an ihrem Ruhrpott Dialekt, mit dem ich in gehörter Form ohne weiteres klar komme, in geschriebener Form ist es sehr anstrengend zu lesen. Den kurzen Abschnitt im Dialekt als Bestandteil des Klappentextes, hatte ich für einen cleveren Marketing Gag gehalten, der auch durchaus gelungen wäre.

Mein Fazit: Gute Handlung, sehr gut eingefangenes Lokalkolorit, ich fühlte mich fast zurückversetzt in die nicht immer gute Alte Zeit. Weniger von Anna Puff wäre für mich ganz persönlich mehr gewesen.
Mit einem Klick auf das Cover seid ihr, wie immer, direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (14. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131085
  • ISBN-13: 978-3958131088

Montag, 18. September 2017

Gastrezension von Bärbel82 zu Alternativen von Leif Tewes

Zu besonderen Büchern, veröffentliche ich gern mal eine Gastrezension.

Heute lasse ich Baerbel82 zu Wort kommen.




„Tag Null“ und „Blutzucker“ hatte ich mit Begeisterung verschlungen und so war ich schon gespannt auf „Alternativen“. Die Inhaltsangabe ließ erneut auf einen brisanten Roman noir hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
„Alternativen“ erzählt die Geschichte zweier Männer. Auf der einen Seite Thomas, ein Normalo, der sich von den Thesen der rechtspopulistischen Partei »Die besseren Deutschen« blenden lässt. Auf der anderen Seite Farim, ein Deutscher mit tunesischen Wurzeln, der sich vom IS verführen und für einen Anschlag rekrutieren lässt.
Der Frankfurter Kommissar Berg und seine Kollegin Landers ermitteln währenddessen in einem tödlichen Autounfall, bei dem ein Hoffnungsträger der DbD ums Leben kam…
Der Kriminalfall spielt hier eigentlich nur eine Nebenrolle. Spannend ist vielmehr die Entwicklung der beiden Protagonisten. Gekonnt seziert Leif Tewes deren Gesinnung und Gefühle. Es gibt viele Parallelen zwischen Thomas und Farim, beide radikalisieren sich. Eigentlich sind sie gar nicht so verschieden. Die Figuren sind natürlich überzeichnet, die Geschichte voller Klischees. Aber es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern Vielschichtigkeit.
Erst als - kurz vor der Bundestagswahl - in Frankfurt eine Bombe explodiert, werden die Ermittlungen forciert. Die Spuren führen nach Duisburg, die Stadt, in der Farim geboren ist. Aber ist es wirklich so einfach? Nicht nur Berg kommen Zweifel…
Selbst wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut - und gehalten. Gut gefallen haben mir die Dialoge zwischen Berg und seiner Frau und, dass es auch wieder einen Soundtrack zum Roman gibt.
Natürlich muss man eine Weile über die im Buch mitgeteilten Fakten grübeln und sie erst einmal verdauen. Positiv ist zu vermerken, dass der Autor nie den mahnenden Zeigefinger hebt. Zitat: „Aber ich will den Lesern deutlich zeigen, dass es immer noch andere Wege gibt als die einfachen Scheinwahrheiten von Verführern und Populisten.“
Fazit: Gelungener Mix aus Realität und Fiktion. Ein brandaktuelles Thema bestens recherchiert. Ein Buch mit Herzblut. Ich bin begeistert!

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag; Auflage: 1 (3. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957711622
  • ISBN-13: 978-3957711625

Sonntag, 17. September 2017

Das Haus der Monster von Danny King

Zum Monsterhaus beim Luzifer Verlag
Inhalt: Viele kennen es, das alte verkommene Haus in dem ein mehr oder weniger komischer Kauz lebt, der zurückgezogen lebt und um den sich Geschichten ranken, die mal mehr mal weniger unheimlich sind.
Diesen Kauz gibt es auch in Thetford, einer kleinen Stadt in England: John Coal.
Die Kinder des Viertels spielen dem alten Mann Streiche, die ihn dazu bringen, ihnen sein Geheimnis anzuvertrauen. Er lockt sie in seinen Keller und zwingt sie ihm zuzuhören, seine Geschichten handeln von Werwölfen, Vampiren und Serienmördern.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir mehr als einmal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.
Moment, das ist doch eine Horrorgeschichte, die sollte ihren Lesern doch eher kalte Schauer über den Rücken jagen und sie nicht zum Lächeln bringen. Auch ich hatte nicht erwartet, was ich bekommen habe, der Klappentext verrät nichts über den wunderbaren Wortwitz und den Humor, den die durchweg spannenden Geschichten mitbringen. Hier gebührt sicher der Übersetzerin Heike Schrapper ein großes Lob, schon oft habe ich erlebt das ein Text, der in der Originalsprache originell und witzig war, in der Übersetzung nur noch flach und albern daherkam.
Der rote Faden im Buch sind die Episoden im Keller, in dem John Coal den Kindern seine Lebensgeschichte erzählt und ihnen mit den Geschichten so viel Angst einjagen will, das sie ihn zukünftig in Ruhe lassen. Jede Geschichte wird etwas düsterer als die vorige und die Spannung und der Gänsehautfaktor steigen stetig.
John Coal, ist eigentlich ein liebenswerter Kauz, der nichts mehr als seine Ruhe haben will und bei dem ich mir vorstellen könnte, das er seinen Enkeln Geschichten erzählt, wäre sein Leben anders verlaufen.


Ich gebe für Das Haus der Monster eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung.

Ihr wollt noch eine andere Meinung?
Kein Problem, schaut doch mal was Kerstin meint: Seehases Lesewelt

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zu John Coals Monsterhaus beim Luzifer Verlag.
  • Taschenbuch: 328 Seiten
  • Verlag: Luzifer-Verlag (30. Juni 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958351832
  • ISBN-13: 978-3958351837


Freitag, 15. September 2017

Todesreigen von Andreas Gruber

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Inhalt:
Die BKA Ermittlerin Sabine Nemez wird misstrauisch als mehrere Kollegen kurz hintereinander Selbstmord begehen und damit nicht genug, Angehörige der Beamten sterben durch vermeintliche Unfälle oder durch erweiterten Suizid. Sabine Nemez bittet ihren früheren Chef den eigenwilligen Profiler Maarten S. Sneijder um Informationen, doch der verweigert ihr die Zusammenarbeit, sie soll die Finger von den Fällen lassen und auch ihre Vorgesetzten behindern die Ermittlungen. Natürlich kommt es, wie es kommen muss, Sabines Neugier ist geweckt und sie ermittelt auf eigene Faust und muss schon bald erkennen, dass die Antworten weit in der Vergangenheit liegen. Und was hat Thomas Hardy Hardkowsky, mit allem zu tun, der EX-BKA und
EX-Drogendealer, wird zur Zeit der Selbstmorde aus dem Gefängnis entlassen und sinnt auf Rache.

Meine Meinung: Ich kannte Maarten S.Sneijder schon aus einem früheren Buch *Todesmärchen*, das den Abschluss einer Trilogie bildete. So fiel es mir relativ leicht die Hauptcharaktere einzuschätzen. Ich habe allerdings nicht wirklich damit gerechnet, Sneijder wieder zutreffen, schließlich wurde er vom Dienst suspendiert. Sabine ist also zunächst auf sich allein gestellt, während Sneijder den Unnahbaren gibt (ich mochte ihn schon früher nicht, aber darauf ist seine Rolle auch nicht angelegt, er ist arrogant aber genial).
Schnell wurde mir klar, das die BKA Beamten allesamt Dreck am Stecken hatten, es stellte sich mir nur die Frage, was  so schlimm war, das sie keinen anderen Ausweg sahen, als in den Tod zu gehen. So konnte ich nur gemeinsam mit Sabine, Hinweisen nachgehen und Spuren folgen.
In einem zweiten Handlungsstrang begleitet der Leser, Thomas Hardkowsky, genannt Hardy, der nach seiner Haftentlassung die wahren Schuldigen am Tod seiner Familie finden will. Immer wieder gibt es Rückblicke, manchmal liest man von Ereignissen die wenige Tage zurückliegen, manchmal von 20 Jahre alten Ereignissen. Andreas Gruber präsentiert seinen Lesern ein recht kompliziertes Puzzle, dessen Teile sich erst nach und nach zu einem logischen Gesamtbild zusammenfügen.

Meiner Meinung nach kann man Todesreigen auch lesen, wenn man die Vorgängerbände nicht kennt, aber warum sollte man sich dieses Vergnügen entgehen lassen.
Todesreigen bekommt von mir eine Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr wie immer direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442483131
  • ISBN-13: 978-3442483136

Montag, 11. September 2017

Die Bücherstadt von Akram El-Bahay

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Inhalt:
Nach dem Tod seines Bruders Jamal will der Meisterdieb Samir -genannt Sam- sein Leben ändern. Unter falschem Namen schleicht er sich in den Palast des weißen Königs ein, mit dem brennenden Wunsch, Diesem zu dienen und zu schützen. Zwar wird sein Wunsch erfüllt und er wird in die Scharlachrote Garde aufgenommen, allerdings nicht, um den König zu schützen, sondern, um die Bücherstadt Paramythia zu bewachen.
Paramythia, die Stadt unter der Stadt. Die Bibliothek in deren unzähligen Gängen, in unzähligen Regalen, Bücher lagern, die das Wissen und die Geschichten der Welt beherbergen und ein Geheimnis, dem Sam zufällig auf die Spur kommt und das alles verändern kann.



Meine Meinung:
Als ich das erste Mal von dem Buch hörte, wurde ich zunächst vom Cover angezogen, dann vom Titel und als ich den Klappentext las, war es um mich geschehen. Ein Buch das von Büchern handelt, von einem Geheimnis in einer riesigen Bibliothek, wenn das keine spannende Geschichte verspricht, was dann? Und ich wurde nicht enttäuscht.
Schon bald enthüllt sich eines der Geheimnisse der Bibliothek: Sam macht die Bekanntschaft mit den Asfuras, blutrünstigen Flügelmenschen. Nur knapp wird er von der Dienerin Kani gerettet.
Akram El-Bahay entführt seine Leser in eine zauberhafte Welt, die an die Märchen des Orients erinnert. Die bildhaften Beschreibungen des Autors, ließen die Bücherstadt vor meinem inneren Auge entstehen, die endlosen Gänge, die immer tiefer und tiefer in die Erde führten bis zum Herzen der Bücherstadt. Seine Charaktere, allen voran Samir der Dieb und Kani die Tochter eines Buchgelehrten, sind mir ans Herz gewachsen.
Nicht alle Geheimnisse werden in diesem Buch gelüftet, es werden einige Fragen beantwortet die sich gleich zu Beginn stellen, aber es bleiben noch einige Fragen unbeantwortet. Die Mischung ist perfekt gewählt, um neugierig zu machen auf das nächste Buch und doch habe ich das Buch zufrieden zugeklappt.

Ich gebe für Die Bibliothek der flüsternden Schatten eine klare Leseempfehlung.

Eine ebenso klare Leseempfehlung gibt Gisela vom Blog Giselas Bücher




Giftflut von Christian v. Ditfurth

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Inhalt:
Hauptkommissar de Bodt und sein Team ermitteln in einem skurrilen Fall, der Leiter des Wasserwerkes und seine Frau liegen ertränkt in ihrer Badewanne. Mord oder Selbstmord? Fast zeitgleich werden in Paris und London die Leichen der dortigen Wasserwerksdirektoren aufgefunden, ebenfalls ertränkt in ihren Badewannen.
Kurz darauf sprengen Terroristen die wichtigsten Brücken in Berlin, London und Paris in die Luft. Europa droht in Chaos und Angst zu versinken.

Meine Meinung:
Die verschiedenen Handlungsstränge greifen perfekt ineinander über, der Leser erfährt nicht nur etwas von den Ermittlern, auch die Terroristen Pavlon und Oberon verfolgt der Leser hautnah mit.
Die Motive der Anschläge bleiben lange unklar auch de Bodt und sein Team tappen lange im Dunkeln, behindert von den Zwängen und Regeln die das Gesetz ihnen auferlegt kommen sie nicht weiter.
Ditfurth spielt mit der allgemein herrschenden Angst vor Terroranschlägen, die in der heutigen Zeit jeden treffen können, zu jeder Zeit und an fast jedem Ort, wobei das Wort "spielt" nicht ganz richtig ist, er entwirft ein Szenario, das erschreckend realistisch ist.
Giftflut war mein erstes Buch aus der Feder Ditfurths und ich kann sagen: Sicher nicht mein letztes.
Vielleicht hätte ich die Vorgängerbände um de Bodt und sein Team, Salinger und Yussuf lesen sollen, aber als zwingend erforderlich sehe ich das jetzt nicht, nur das ich wahrscheinlich ebenso spannende Lesestunden verpasst habe, wie ich sie jetzt hatte.
Ditfurth schafft es schon auf den ersten Seiten seine Protagonisten zu charakterisieren, so das ich mir schnell ein Bild von ihnen machen konnte und das ohne, dass sich der Autor in belanglosem Geschwafel verliert. An den Schreibstil des Autors musste ich mich, zugegebenermaßen, erst gewöhnen, extrem kurze Sätze, in denen nur das absolut Nötige gesagt wird geben ein recht hohes Lesetempo vor. Da blieb keine Zeit zum Durchatmen. Schlag auf Schlag führt Ditfurth seine Leser durch die sehr spannende Handlung einem überraschenden, nachvollziehbaren Ende.

Ich vergebe eine absolute Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover, gelangt ihr wie immer direkt zum Verlag.

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: carl's books (4. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570585654
  • ISBN-13: 978-3570585658


Sonntag, 10. September 2017

Patientenrache von Olaf Jahnke

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Inhalt: Als kurz nacheinander zwei Sachbearbeiter einer Versicherung zusammengeschlagen werden, erkennen die zuständigen Behörden zunächst keine Zusammenhang, im Gegensatz zu der Versicherung in der die Opfer arbeiteten und so wird Roland Bernau engagiert die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen. Erst als auch ein Gutachter und eine Staatsanwältin zu Opfern werden, erkennt auch die Polizei einen Zusammenhang.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall um den ehemaligen BKA Beamten, Roland Bernau der sich als Privatermittler selbstständig gemacht hat. Bernau taucht tief hinein in einen Sumpf aus Patientenschicksalen und dem Bestreben der Versicherungen im Interesse der Kliniken und Ärzte die Kosten möglichst niedrig zu halten.Olaf Jahnke zeigt auf, welches Schicksal Menschen treffen kann die sich vertrauensvoll in die Hände der Ärzte geben,ängstliche Gemüter könnten versucht sein kein Krankenhaus mehr aufzusuchen, diese dürfen dann aber nicht vergessen, das nur die Kunstfehler bekannt werden und von den tausenden Menschen die täglich gesund eine Klinik verlassen, selten die Rede ist.
Nichtsdestotrotz gibt es sie, die Menschen die verbluten, mit Keimen infiziert werden oder für den Rest ihres Lebens körperlich oder geistig eingeschränkt bleiben und Olaf Jahnke deckt auf, das Patienten nur eine geringe Chance auf eine angemessene finanzielle Entschädigung haben.
Ich möchte gar nicht zu sehr auf die einzelnen Schicksale eingehen, je mehr ich erzähle, desto mehr würde ich euch das Ende verraten.
Positiv ist noch zu erwähnen, Jahnke betreibt kein Versicherungs bashing und er verteufelt auch nicht alle Kliniken, Ärzte oder andere Beteiligte, er bleibt immer sachlich.
Olaf Jahnkes Schreibstil ist flüssig in kurzen knappen Sätzen führt er uns gemeinsam mit Roland Bernau zur Lösung des Falls, Schritt für Schritt sammeln wir genau wie Bernau Hinweise, wir wissen also immer genau so viel wie er, so das die Spannung bis zum Ende erhalten bleibt.

Patientenrache, lässt sich sehr gut als eigenständiges Buch lesen,es gibt außer zum Privatleben Bernaus, keine Informationen die man zum Verständnis der Handlung kennen muss. Und zu eben diesem Privatleben sage ich nur, es bleibt kompliziert, Bernau und Julia sind wie die zwei Königskinder die nicht zueinander kommen können, die Umstände sprechen halt immer dagegen.

Patientenrache ist ein lesenswertes Buch und ich hoffe, nein ich erwarte einen weiteren Krimi mit Roland Bernau.

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr wie immer direkt zur Verlagsseite.

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Größenwahn Verlag (8. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957711045
  • ISBN-13: 978-3957711045

Freitag, 8. September 2017

Interview mit Noah Fitz zum Crime Day 2017



Der 1978 geborene Autor Noah Fitz, stand mir und meinen Bloggerkolleginnen Kerstin und Lara Rede und Antwort.

Noah Fitz
Sein neuester Thriller: Der Todsammler ist der 5. Teil der Johannes Hornoff Reihe und erschien im Juni 2017.


Klappentext aus der Amazon Redaktion:

Es waren die Krähen, viele Krähen, sie waren überall!“, flüstert ein kleines Mädchen, als bei einer brutalen Mordserie eine weitere Frauenleiche in einer Kapelle entdeckt wird. Die Polizei ist sich sicher, dass sie bei ihrer vorletzten Ermittlung gepatzt hat. Statt des Serienkillers haben Karl Breuer und sein junger Kollege Lars Böhm einen Unschuldigen verhaftet. Der Fall „Die Gehängte“ wird neu aufgerollt. Als dann noch ein junges Mädchen verschwindet, holt Karl Breuer den Psychologen Doktor Hornoff zur Hilfe, denn der Modus Operandi des Mörders lässt darauf schließen, dass der Gesuchte die Taten nicht aus purer Mordlust ausübt - ihn treibt etwas anderes an. Der Mörder achtet penibel darauf, den Tatort nicht zu verunreinigen, und gleichzeitig hinterlässt er fast schon bewusst seine DNA. Was haben die Krähen und ein rotes Kleid mit den Morden zu tun? Diese Fragen stellt sich Johannes Hornoff. Er muss schnell handeln, denn er kann auch Sonja, seine Frau, seit mehreren Tagen nicht erreichen. Sie passt genau in das Beuteschema des Mörders... Tipp vom Autor: Der Kurzthriller "Die Gehängte" und der Psychothriller "Der Todsammler" sind in sich abgeschlossen und können getrennt voneinander gelesen werden, dennoch haben sie etwas gemeinsam, nämlich den Killer. Um die Spannung zu erhöhen, empfehle ich, den Kurzthriller vor dem Psychothriller zu lesen, das ist nur ein Vorschlag von mir und kein Muss. Diese Story ist reine Fiktion, die Orte und die Namen sind frei erfunden, alle Übereinstimmungen sind zufällig und nicht beabsichtigt. 

Leserstimmen bezeichnen das Buch als Brutal und spannend und als eine würdige Fortsetzung des Buches Die Gehängte.

Seid ihr neugierig geworden, dann könnt ihr euch jetzt ein Bild vom Noah Fitz machen:
Ich bedanke mich bei meinen Bloggerkolleginnen Kerstin und Lara, die Zusammenarbeit mit euch hat sehr viel Spaß gemacht. Und natürlich bedanke ich mich auch bei Noah Fitz für die Beantwortung unserer Fragen:


Fragen von Manuela

1. Wann hast du festgestellt, dass du schreiben musst, gab es einen Auslöser?

Das war schon immer in mir drin Einen Auslöser gab es tatsächlich, als Amazon uns Selfpublisher diese tolle Möglichkeit gab: Die Bücher selbst zu veröffentlichen. Ich habe diese Chance genutzt, den Schritt gewagt und habe es bisher nicht bereut.

2. Welches Buch hast du in der Schule am liebsten gelesen und welche Schullektüre hast du gehasst?

Götz von Berlichingen, Wilhelm Tell habe ich nicht gemocht. Das was mir gefallen hat, habe ich in der Bibliothek gefunden: z. B. Das Tagebuch von Anne Frank. Aber etwas tun zu müssen, mag ich im Allgemeinen überhaupt nicht. Das geht, denke ich, ganz vielen so.

3. Wenn dich jemand fragt, warum er ausgerechnet deine Bücher lesen sollte. Was antwortest du?

Das ist wirklich sehr schwierig. Eigenlob stinkt, das wissen wir alle. Aber wenn ich darauf antworten muss, dann vielleicht, weil meine Bücher nicht dem Mainstream entsprechend geschrieben sind. Ich habe in einer sehr kurzen Zeit, sehr viele Leser gewonnen, die meine Bücher mögen, das spricht denke ich für meine Werke und sagt mehr aus als Tausend Sätze.

Fragen von Kerstin

1. Der Todsammler ist das erste Buch, das ich von dir lese. Was sollten ich und meine Leser über Johannes Hornoff aus den ersten vier Romanen der Reihe wissen, um ihn verstehen zu können?

Das möchte ich nicht verraten. Eigentlich ist er ein ganz netter Mann, mit Ecken und Kanten. Auch wenn er ein Psychologe ist, so läuft es auch in seiner Familie nicht alles rund. Auch sind Johannes Hornoff und der Hauptkommissar Breuer nicht immer einer Meinung. Beide sagen immer ihre Meinung und geraten oft aneinander, ohne dass ihre Meinungsverschiedenheiten dabei in einem Streit ausarten. Sie vervollständigen sich gegenseitig. Aber nicht nur Johannes Hornoff ist ein interessanter Charakter, sein Zwillingsbruder Benjamin fasziniert mich noch mehr.


2. Ich liebe Bücher, je nach Stimmung lese ich Thriller, Liebesromane oder Jugendbücher. Was liest du als Psychothriller Autor gerne?

Thriller oder historische Romane, aber auch andere Bücher wie: Enzyklopädie oder Fachbücher bezüglich der menschlichen Anatomie oder Sachbücher von Gerichtsmedizinern.

3. Bei den Krähen musste ich sofort an "Die kleine Hexe", eine Schallplatte aus meiner Kindheit, denken. Magst du uns verraten, wie du auf die Idee mit den Krähen gekommen bist?

Krähen sind Geschöpfe, die mich immer fasziniert haben. Diese Vögel sind für mich sehr geheimnisvoll, weil sie nicht nur sehr schlau sind, sondern auch etwas ausstrahlen was sich nicht in Worte fassen lässt, vielleicht ist es der Blick ihrer schwarzen Augen.

Fragen von Lara:
1. Welches war die erste Geschichte die du je aufgeschrieben hast?

Die liegt immer noch in meiner Schublade - unfertig. Zuerst wollte ich eine Fantasy Reihe schreiben, weil ich früher sehr viele Fantasy Bücher gelesen habe, danach fand ich immer mehr interessante Thriller Romane. Welcher der erste wahr, weiß ich leider nicht mehr.

2. Wenn du ein Buch zu schreiben beginnst, weißt du dann schon wie es ausgeht?

Nein. Meine Bücher entwickeln sich mit jeder Seite und haben ihre eigene Dynamik, die ich nicht immer im Griff habe Meistens geht es dann komplett anders aus als gedacht. Doch eine grobe Vorstellung habe ich immer, ein Gitter sozusagen. Nicht selten schreibe ich an mehreren Büchern parallel, und lasse die Storys in der Zwischenzeit Reifen. So entstehen weitere Ideen in meinem Kopf und können jeder Zeit aufgeschrieben werden, wenn ich die Idee für gut genug finde.

3. Hast du Haustiere, wie zum Beispiel eine obligatorische Schriftsteller-Katze oder einen Hund?


Dafür fehlt mir die Zeit. Ich mag Tiere, aber Tiere brauchen Zuwendung, daher kann ich mir keine Haustiere leisten, weil mir dazu die Zeit fehlt. Denn ich habe noch andere Hobbys, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich gehe gern Wandern, das ist dann organisatorisch sehr schwierig, für ein Tier etwas Passendes zu finden, sei es eine Unterkunft oder jemanden der sich um das Tier kümmern möchte.



Hier geht es zu den Blogs von Kerstin und Lara,
schaut doch mal bei Ihnen vorbei, es lohnt sich.

http://lissianna-schreibt.de/
https://kerstinskartenwerkstatt.de

OXEN das erste Opfer von Jens Henrik Jensen

Zur Verlagsseite
Inhalt: Der schwerst traumatisierte Ex- Elitesoldat Niels Oxen zieht sich zusammen mit seinem Hund Mr. Whitey in die Wälder Dänemarks zurück um vor seinen Problemen zu fliehen und sich vielleicht auch etwas zu erholen. Durch Zufall kampiert er auf dem Gelände des Schlosses Norlund als der ehemalige Botschafter und Thinktank Gründer Hans-Otto Corfitzen gefoltert und ermordet wird. Oxen gerät unter Verdacht und ins Visier des Polizeipräsidten Mossman in  der ihn zwingt gemeinsam mit der Ermittlerin Margrethe Franck nach den Tätern zu suchen und nur ihm Bericht zu erstatten.

Meine Meinung:
Nach anfänglichen Schwierigkeiten miteinander, spielt sich das Ermittlerduo Oxen und Franck gut aufeinander ein und sie kommen nach und nach einem Geheimbund auf die Spur. Jensen bedient einige Klischees, die traumatisierten Ermittler, die sich erst noch zusammen raufen müssen, Oxens Beziehungen zu den weiteren Opfern, die allesamt der Thinktank Organisation angehörten, das ist alles nicht neu, aber der Autor schafft es mit einem sehr angenehmen Erzählstil Spannung aufzubauen und die einzelnen Puzzleteile der Story zu einem runden Gesamtbild zusammen zufügen.
Seine Protagonisten sind keine strahlenden Helden, beide haben ihre Vergangenheit und ihre Wunden, die heilen müssen und die dies vielleicht nie tun.
Obwohl das Buch in sich abgeschlossen ist, bleiben Fragen, die sicherlich in den beiden folgenden Bänden beantwortet werden müssen um eine vollkommen Runde Story zu ergeben.

Mir hat Oxen sehr gut gefallen und ich vergebe sehr gern ein Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr wie immer direkt zur Verlagsseite.

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (8. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423261587
  • ISBN-13: 978-3423261586
  • Originaltitel: De Hængte Hunde

Donnerstag, 7. September 2017

Die Kinder von Wulf Dorn

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Ausnahmsweise bekommt ihr von mir auch einmal den Klappentext zu lesen, denn nachdem ich den gelesen hatte, erwartete ich ein komplett anderes Buch. ich wurde allerdings trotzdem nicht enttäuscht.

Klappentext:
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Inhalt: Der Psychologe Robert Winter wird von Kommissar Bennell zu Kommissar Laura Schrader gerufen, die junge Frau ist nach einem Unfall vollkommen verstört und verängstigt. Sie erzählt dem Psychologen die Geschehnisse die sich vor dem Unfall zugetragen haben, von Stimmen die sie hört und von Begebenheiten von denen sie nichts wissen kann und die sie trotz allem bis ins kleinste Detail beschreibt. Sie erzählt von ihrer Nichte Mia und anderen Kindern die sich seltsam verhalten. Robert kommt zu dem Schluss das Laura unter einer Psycho leidet, die vielleicht durch ihre Schwangerschaft ausgelöst wurde.

Meine Meinung:
Mir war schnell klar, was sich abspielt, zu offensichtlich waren die Hinweise z.B. auf den Film die Vögel von Alfred Hitchcock, in dem sich die Vögel zusammenschließen um dem gemeinsamen Feind entgegen zu treten. Nichtsdestotrotz, las ich das Buch mit teils atemloser Spannung, ich musste unbedingt herausfinden ob ich mit meiner Theorie recht haben könnte oder nicht. Womit wir wieder beim Klappentext wären, nach dem ich selbstverständlich vollkommen daneben gelegen hätte. Nichts deutet im Text darauf hin, das es sich bei dem Buch um eine Geschichte handelt, die sicherlich der gemäßigten Horrorliteratur zuzuschreiben ist.
Mir persönlich hat die mystische Seite des Buches sehr gut gefallen, das Geheimnis das sich hinter den Stimmen und den Begebenheiten verbirgt, die Laura hört und sieht, zu lüften ließ mich die Nacht durchlesen.
Wer also mit Horrorliteratur nichts am Hut hat, sondern einen Krimi erwartet, wird an dem Buch keine Freude haben.
Wulf Dorns Protagonisten, lassen mich  mit zwiespältigen Gefühlen zurück, Laura ist durch ihre tragende Rolle natürlich sehr präsent und im Laufe des Buches lernt man sie gut kennen und ich fand sie auch sehr sympathisch, ebenso Su die Mutter der kleinen Mia, die Schwestern sind sehr gegensätzlich und setzen vollkommen unterschiedliche Prioritäten, so das sie sich gut ergänzen.
Robert Winter bleibt eher blass, er übernimmt die Rolle des Zuhörers der einschätzen soll ob es sich bei Laura um Täterin oder Opfer handelt, er ist austauschbar, nur ein Name in einem Buch.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig er projiziert Bilder in die Köpfe seiner Leser, die in diesem Fall sehr unheimlich sind.
Die Kinder, war das erste Buch des Autor,welches ich gelesen habe, aber sicher nicht das Letzte.

Ich vergebe gern eine Leseempfehlung.

Mit einem Klick auf das Cover gelangt ihr direkt zur Verlagsseite

  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (4. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270940
  • ISBN-13: 978-3453270947


Die Geschichte der getrennten Wege von Elena Ferrante

Inhalt: Die Fortsetzung der Geschichte Elenas und Lilas, spielt in den 70er Jahren, der Zeit in der Italien von Unruhen erschüttert war. Lila arbeitet unter entwürdigenden Bedingungen in einer Wurstfabrik und lernt abends mit Enzo, der an einer Fernuniversität Computertechnologie studiert.
Elena lässt sich nach ihrer Hochzeit und der Geburt ihrer Töchter mehr und mehr in Rolle der Hausfrau drängen.

Meine Meinung:
Lange habe ich auf die Fortsetzung gewartet, ich musste wie so viele andere Leser auch unbedingt wissen wie es weiter geht mit den Freundinnen Elena und Lila. Nach dem Lesen musste ich allerdings erst ein paar Tage darüber nachdenken, ob mir das Buch so wie erwartet, gefallen hat.

Nicht nur Elena und Lila haben den Rione verlassen, die kleine Welt die zwar geprägt von Gewalt und Armut war, aber auch überschaubar und berechenbar. Die Welt in der sie jetzt leben ist ebenso geprägt von Gewalt ausgelöst durch die politischen Unruhen jener Zeit. Linke Studenten solidarisierten sich mit den Arbeitern, die für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen kämpften. Immer wieder wurden Streikende Arbeiter von neofaschistischen Schlägern angegriffen. Während Lila inmitten dieser Kämpfe versucht einfach nur ihr Leben zu leben und doch hineingezogen wird ist Elena wieder einmal auf der Suche nach sich selbst, hat sie es gerade erst geschafft gesellschaftlich aufzusteigen und sich einer gepflegten Sprache zu bedienen, muss sie feststellen das die Studenten und viele Akademiker in ihrem Umfeld genau das Gegenteil wollen, sie rebellieren gegen alles für das ihre Eltern stehen, mit Schimpfworten und der Solidarisierung mit der Arbeiterklasse.
Elena und Lila sehen sich nicht oft in  den beschriebenen Jahren, ihr Kontakt beschränkt sich fast ausschließlich auf Telefongespräche. Durch diese Gespräche und dem was daraus folgt wurde mir mehr und mehr klar: Elena und Lila sind eine Einheit, sie ergänzen sich, als ein Mensch, wäre die Person frei das zu tun was sie wirklich will. Elena bräuchte die Sturheit, den Stolz und die rebellische Art Lilas um ihr Leben wirklich so zu gestalten wie sie es möchte und Lila bräuchte etwas mehr von Elenas Zurückhaltung und ihrer besonnenden Art. Aber sie sind nicht eine Person, jede von ihnen steht für sich selbst und muss immer noch ihren Weg finden.
Sie müssen sich komplett voneinander lösen, Lila muss aufhören Elena als Krücke zu nutzen, die ihr in schwierigen Situationen durchs Leben hilft, nicht materiell sondern psychisch scheint Lila es zu brauchen, Elena herunterzuziehen sie ist in ihrer Kritik an Elena nicht Ehrlich sondern übergriffig und Elena muss lernen für sich einzustehen, sie kam mir vor wie ein Fähnchen im Wind, immer darauf bedacht es allen Recht zu machen.
Hat das Buch mir gefallen? Ja. Es war manchmal etwas schwierig, die politische Situation in Italien war mir völlig fremd, ich war zu der Zeit noch viel zu jung für Politik, aber dennoch war es sehr interessant davon zu lesen. Mein Bild von Elena und Lila hat sich im Laufe der Bücher gewandelt, beide Frauen kann man fast als Opfer ihrer Zeit bezeichnen.
Nun bin ich natürlich gespannt ob sich Lila und Elena ihr Glück erkämpfen können.

Ich gebe für Die Geschichte der getrennten Wege wieder einmal ein absolute Leseempfehlung, man muss allerdings die vorigen Bücher gelesen habe.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr direkt beim Verlag.
Ihr wollt mehr über Elena Ferrante und ihre wunderbaren Bücher erfahren?
Nichts einfach als das.
www.elenaferrante.de

  • Gebundene Ausgabe: 540 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (27. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518425757
  • ISBN-13: 978-3518425756
  • Übersetzer: Karin Krieger
  • Originaltitel: Storia di chi fugge e di chi resta

Sonntag, 3. September 2017

Crime Day am 10.09.2017


Viele erinnern sich sicher noch an die Krimiwoche 2016 und warten sehnsüchtig auf eine Wiederholung, leider muss sie aus organisatorischen Gründen ausfallen.
Aber so ganz ohne Krimi?
Das geht nicht,
dachten sich auch die Organisatorinnen der letztjährigen Krimiwoche Rebecca Resch und die Mainwunder Agentur Chefin Tanja Rösch und so riefen sie den Crime Day ins Leben.
Und ich verspreche euch es wird spannend.
6 Autoren haben unterschiedlichen Bloggern Rede und Antwort gestanden, es gibt Interviews, Buchvorstellungen, Rezensionen und  ganz wichtig. Live-Lesungen aller teilnehmenden Autoren.
Also streicht alle Termine, schickt Mann und Kinder ins Kino und macht es euch gemütlich beim

CRIME DAY 2017

Freitag, 1. September 2017

Töte ihn, dann darf sie leben von Freda Wolf

Zur Verlagsseite
Inhalt:
Merette und ihr Ex Mann Jan-Ole wollen ein romantisches Wochenende in einer abgelegen Hütte verbringen, doch schon in der ersten Nacht, wird
Jan-Ole überfallen und schwer verletzt. Bald darauf erhält Merette ein Foto ihrer Tochter und die Nachricht: Töte ihn, dann darf sie leben.
Merette ist davon überzeugt das Aksel ein früherer Patient von ihr, ihre Tochter in seiner Gewalt hat. Aksel ist aus der Forensik ausgebrochen und scheint das Spiel das er begonnen hat nun fortzusetzen.

Meine Meinung:
Im Nachhinein hätte ich wohl doch den ersten Band um Merette Shulmann lesen sollen, dann wäre ich sicher leichter in das Buch gekommen. So dauerte es etwas bis ich mich in die Protagonisten einfühlen konnte. Je weiter ich allerdings las und je näher ich die Protagonisten kennen lernte, desto mehr Spannung baute sich auch auf, was auch an dem sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil der Autoren liegt (Autoren? Ja, hinter dem Pseudonym Freda Wolff verbergen sich Ulrike Gerold und Wolfram Händel). Unterbrochen wurde die Spannung dann allerdings durch den Einschub einer Episode die 10 Jahre in der Vergangenheit liegt, da wäre für meinen Geschmack etwas weniger mehr gewesen oder es hätte mehr sein dürfen, nämlich ein eigenständiges Buch um Jan-Ole. Leider baute sich die Spannung  nach diesem Einschub nicht wieder vollständig auf.
Diesmal leider keine vollständige Leseempfehlung von mir, aber vielleicht fehlte mir ja wirklich nur der 1. Band.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr wie immer direkt beim Verlag.

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746633109
  • ISBN-13: 978-3746633107