Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Augenblick von Irene Matt

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Inhalt:
Nach einem längeren Urlaub übernimmt Hauptkommissarin Alexandra Keller einen Fall, der erschütternder kaum sein kann, ein kleiner Junge wurde entführt und seitdem gibt es keine Spur von ihm. Auch Alexandra kommt nicht weiter und nur das Gewissen der Täterin führt zur Aufklärung.
Das liest sich jetzt wie ein Spoiler, ist aber natürlich keiner, denn im wesentlichen geht es nicht um einen simplen Kriminalfall.
Der ehemalige Ausbilder Alexandras, Herrmann Rau, arbeitet als Fallanalytiker und Psychologe und will im Rahmen einer Studie den Tätern helfen zu verstehen wie sie zum Täter wurden.

Meine Meinung:
Meine Inhaltsangabe klingt schräg, vermuten doch sowieso viele Menschen, dass hierzulande Täter vor Opferschutz geht und diese in Watte gepackt ihre meist viel zu geringe Strafe absitzen, wenn sie nur glaubhaft genug machen eine schlechte Kindheit gehabt zu haben. Zugegeben zu Anfang dachte ich ähnlich, aber je mehr Sitzungen die der Psychologe und ein begleitendes Team zu dem als Protokollführerin Alexandra gehört, mit verschiedenen Insassen einer psychiatrischen Klinik abhielt, ich beobachten konnte, desto mehr revidierte ich meine Meinung. Es geht in dem Buch nicht darum Entschuldigungen zu suchen, es geht um die Suche nach dem Warum. Am Besten erklärt sich das am Beispiel der Kindsmörderin Renate, Renate hatte scheinbar alles was man zum Glücklichsein braucht, sie sieht gut aus, ist beruflich erfolgreich und gesund und doch tötet und verscharrt sie auf ihrer Joggingrunde ein wildfremdes Baby, grundlos und spontan. Nicht einmal sie selber kann sich erklären was sie zu der Tat trieb.Erst nach und nach, nach quälenden Therapiesitzungen erinnert sie sich an traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit. Nicht die Entschuldigung für die Tat steht im Mittelpunkt der Therapie sondern die Heilung des Täters, die notwendig ist um weitere Taten zu verhindern. Und es stellt sich immer die Frage ob Heilung wirklich möglich ist.
Der Augenblick ist ein schwieriges Buch, nicht immer leicht zu lesen und auf gar keinen Fall leicht zu verstehen, aufgelockert wird es allerdings alles durch die beginnende Liebesbeziehung zwischen Alexandra und Herrmann.
Ich vergebe für Der Augenblick eine absolute Leseempfehlung für alle die sich auf ein schwieriges Thema einlassen wollen.

Mit einem Klick auf das Cover seid ihr wie immer direkt auf der Autorenseite.

  • Taschenbuch: 249 Seiten
  • Verlag: Schardt, M; Auflage: 1 (1. Dezember 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961521247
  • ISBN-13: 978-3961521241

1 Kommentar:

Tilly Jones hat gesagt…

Hey!

Das Buch klingt interessant, ich glaube, dass wäre perfekt für meine Mutter.
Es ist interessant, wenn es mal um das "Warum" geht und nicht einfach nur darum den Schuldigen zu finden und zu verurteilen. Es gibt ja doch immer Gründe, warum etwas passiert.
Danke für den Tipp!

LG
Tilly